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14.07.2011

20:53 Uhr

Libyen-Konflikt

Nato fordert weitere Kampfflugzeuge an

Die Nato fordert von ihren Mitgliedsländern mehr Flugzeuge für Einsätze im libyschen Bürgerkrieg. Andernfalls könnten Zivilisten in dem Konflikt nicht effektiv geschützt werden.

Die Nato möchte mehr Kampfflugzeuge im Libyen-Konflikt einsetzen. Quelle: dpa

Die Nato möchte mehr Kampfflugzeuge im Libyen-Konflikt einsetzen.

Den HaagDie Nato hat die Mitgliedsländer der Allianz aufgefordert, weitere Kampfflugzeuge für Einsätze im libyschen Bürgerkrieg bereitzustellen. „Wir können die Zivilisten in Libyen nicht effektiv schützen, wenn wir nicht bereit sind, wichtige Militäreinheiten am Boden auszuschalten, die zu Angriffen auf Zivilisten eingesetzt werden können“, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag in Den Haag.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte erklärte dagegen, sein Land werde sich weiterhin nicht an den Angriffen gegen Einheiten des Machthabers Muammar Gaddafi beteiligen. Seine Regierung müsse „unsere Einschätzung der Lage und unseren politischen Rückhalt für die Entscheidung“ berücksichtigen, sagte Rutte.

Der Bürgerkrieg in Libyen ging aus den Aufständen in mehreren arabischen Staaten hervor. Die Kämpfe halten seit fünf Monaten an, faktisch herrscht eine Pattsituation. Unter den Nato-Staaten wächst die Ungeduld über den Verlauf des Krieges.

Am Mittwoch hatte der britischen Verteidigungsminister Liam Fox erklärt, einige europäische Nato-Staaten leisteten nicht genug. Allerdings hieß es am Donnerstag aus britischen Armeekreisen, in Libyen gingen die Ziele aus, nicht die militärischen Ressourcen. Deutschland nimmt an den Kampfeinsätzen nicht teil.

Der kanadische Oberbefehlshaber der Nato-Einheiten, General-Leutnant Charles Bouchard, warnte unterdessen, dass die Regierungstruppen bei einem Rückzug Raffinerien und andere Anlagen der Öl-Industrie zerstören könnten. Gaddafi habe entsprechenden Befehle gegeben, sagte Bouchard kanadischen Medien. Allerdings sei unklar, ob sie auch ausgeführt werden würden.

Dagegen könne er nicht bestätigen, dass es Pläne zur Zerstörung der Hauptstadt Tripolis gebe. Der russische Gesandte Michail Margelow hatte einer Zeitung unter Berufung auf den libyschen Ministerpräsidenten erklärt, die Stadt werde mit Raketen dem Erdboden gleichgemacht, sollte sie von den Rebellen eingenommen werden.

Am Freitag sollen sich in Istanbul Vertreter der westlichen und arabischen Staaten zu dem Libyen-Konflikt treffen. Ziel sei es, eine politische Lösung zu finden, teilte das türkische Außenministerium mit. An den Gesprächen nehmen auch US-Außenministerin Hillary Clinton und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teil. Auch Vertreter der libyschen Rebellen sind eingeladen. Deutschland wird auf Staatssekretär-Ebene vertreten sein.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Rainer_J

14.07.2011, 21:42 Uhr

Sollte der Krieg nicht ein paar Wochen dauern (Sarkozy: Ich spreche von Wochen und nicht von Monaten) und nicht mehr als 100 Millionen Euro kosten?

Die alte Weisheit hat mal wieder recht: "Ein Krieg ist einfach zu beginnen, aber schwer zu beenden."

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