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10.04.2011

15:46 Uhr

Libyen-Krieg

Gaddafi-Truppen rücken weiter vor

Die Rebellen in Libyen haben einen weiteren Rückschlag erlitten: Offenbar ist es Gaddafi-Truppen gelungen, die strategisch wichtige Stadt Adschdabija einzunehmen. Starkes Artillerie-Feuer zwang die Rebellen zum Rückzug.

Ein libyscher Rebell sitzt am Stadtrand von Adschdabija auf einem Panzerwrack. Quelle: dpa

Ein libyscher Rebell sitzt am Stadtrand von Adschdabija auf einem Panzerwrack.

AdschdabijaIm Kampf um Libyens strategisch wichtige Stadt Adschdabija haben die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi am Wochenende immer mehr die Oberhand gewonnen. Sie drangen am Sonntag in den Ort vor, der den Rebellen zuletzt als Stützpunkt im Kampf um den Ölhafen Brega gedient hatte.

Schweres Feuer von Gaddafi-Anhängern

Es handelte sich um den schwersten Angriff der Gaddafi-Kräfte auf die Stadt im Osten des Landes seit mindestens einer Woche. Die Aufständischen schienen dort die Kontrolle zu verlieren. Der Fernsehsender Al-Dschasira berichtete schon am Samstag, Gaddafi-Truppen hätten Adschdabija bereits eingenommen. Mehrere Rebellen wurden getötet.

Ein Fall Adschdabijas wäre für die Rebellen ein schwerer Verlust. Am Sonntag gingen dort Aufständische in Deckung vor anhaltendem Artilleriebeschuss der Gaddafi-Truppen. Rebellen zufolge wurden vier ihrer eigenen Kämpfer getötet. Am Samstag seien ebenfalls vier Rebellen sowie acht Gaddafi-Soldaten ums Leben gekommen.

Unklare Lage auch in Misrata

Über die Zahl der Opfer in Misrata, der isolierten Rebellenhochburg im Westen Libyens, gab es unterschiedliche Informationen. Ein Aufständischer sagte, 30 Kämpfer seien getötet worden, ein anderer sprach von zehn bis 18 Toten. In Misrata legte am Samstag ein Schiff des Roten Kreuzes mit Hilfsgütern an. Darauf befanden sich vor allem medizinische Ausrüstung und Medikamente. Das Rote Kreuz hatte mehrere Tage mit der Regierung über einen Zugang nach Misrata verhandelt.

Afrikanische Union will verhandeln

Eine Delegation der Afrikanischen Union (AU) will am Sonntag in Libyen Friedensgespräche der verfeindeten Lager vermitteln. Die Delegation unter Leitung des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma will zunächst mit Gaddafi in der Hauptstadt Tripolis sprechen und dann den Kontakt zu Rebellenführern in Benghasi suchen. Doch ein Rebellensprecher erteilte einer Verhandlungslösung umgehend eine Absage. Es könne nur eine militärische Lösung geben, weil Gaddafi nur diese Sprache verstehe, sagte Ahmad Bani dem TV-Sender Al-Dschasira.

Zwei-Staaten-Lösung als Ausweg?

Die Verantwortlichen der westlichen Koalition setzen wegen der Patt-Situation zwischen Regierung und Rebellen verstärkt auf eine politische Lösung des Bürgerkriegs in Libyen. Experten sagen bereits vorher, dass Libyen am Ende in zwei Teile zerfällt - in von Gaddafi-Truppen und Rebellen kontrollierte Gebiete.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen dringt ebenfalls auf eine politische Lösung. "Für diesen Konflikt gibt es keine militärische Lösung", sagte Rasmussen dem "Spiegel" laut einem Vorabbericht vom Samstag. Zugleich hielt er an seiner Kritik an Deutschland fest. Rasmussen hatte im Nato-Rat gesagt, es sei absurd, dass Deutschland der Nato seine militärischen Kapazitäten vorenthalte. Die Nato erhöhte am Wochenende ihre Schlagkraft in Libyen und zerstörte nach eigenen Angaben 17 Panzer der Gaddafi-Truppen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

10.04.2011, 16:03 Uhr

"Gaddafi-Truppen"? Es handelt sich wohl vielmehr um reguläre Kräfte der Armee des libyschen Staates.

paul

10.04.2011, 18:51 Uhr

es ist äusserst beschämend, zu erkennen, wie heuchlerisch die sogenannt demokratischen staaten sind. lybien erinnert zu sehr an die massaker nach desert storm gegen hussein. zuerst fegte man diesen arsch von saddam nicht aus seinem land, sondern lies ihn weitergewähren, danach ermunterte man die kurden im norden und schiiten im süden, gegen saddam vorzugehen. als die geschah lies man sie kläglich im stich, nur um jahre später mit der grossen bush-lüge den irak-krieg zu beginnen. alles dem lieben oel wegen. jetzt dieselbe scheisse in libien mit halbherziger unterstützung und schändlicher stimmenthaltung deutschlands bei der resolutione. es ist zweierlei, ob man vom menschenrecht reded oder es durchsetzt. warum fegt man diesen irren in der wüste nicht weg? haben die politbanditen angst, das lybische volk könnte seinen eigenen weg suchen? so leben wie es will? sich seine freunde selber suchen? polititker schämt euch!!!

paul

10.04.2011, 19:01 Uhr

hinter welchem wald steckst du denn? schämst du dich nicht so einen stuss zu schreiben? reguläre truppen des staates? der staat wurde als privateigentum missbraucht, und der reguläre staat, ist das volk, du depp

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