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10.09.2011

15:04 Uhr

Libyen-Krise

Rebellen bereiten Sturm auf Gaddafi-Bastionen vor

Bis Mitternacht hatten die Gaddafi-Anhänger Zeit, die Waffen niederzulegen. Doch die wollen offenbar nicht kampflos aufgeben. Vier Städte sind noch in ihrer Hand. Jetzt rücken die Kämpfer der Übergangsregierung vor.

Die Kämpfer der Übergangsregierung rücken in Gaddafi-Bastionen ein. dpa

Die Kämpfer der Übergangsregierung rücken in Gaddafi-Bastionen ein.

TripolisNach sechs Monaten Bürgerkrieg rücken Kämpfer der libyschen Übergangsregierung in die letzten Bastionen des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi ein. Die Frist für eine freiwillige Aufgabe der verbliebenen Städte sei faktisch abgelaufen, erklärte die aus den Rebellen hervorgegangene Übergangsregierung am Samstag. Allerdings würden rund 1.000 statt der erwarteten 150 Gaddafi-Getreuen die Wüstenstadt Bani Walid verteidigen und vorrückende Kämpfer des Übergangsrates (NTC) mit Raketen beschießen. Bereits in die Stadt eingerückte Kämpfer berichteten, Gaddafi-Getreue hätten sich mit Raketenwerfern in Wohnhäusern verschanzt. Aus Sorge vor Nato-Luftangriffen zogen sich einige Kämpfer wieder aus der Stadt zurück. Die Militärallianz teilte aber mit, dem Übergangsrat keine entsprechenden Ankündigungen gemacht zu haben.

„Die Zivilisten werden geschützt“, betonte Abdullah Kanshil vom NTC. Auch in Gaddafis Geburtsstadt Sirte an der Küste war es am Freitag zu schweren Gefechten gekommen. Der Übergangsrat hat den Gefolgsleuten Gaddafis eine Frist bis Samstag gesetzt, Bani Walid und Sirte freiwillig zu übergeben - oder angegriffen zu werden. Ebenfalls noch in der Hand von Gaddafi-Kräften ist die Stadt Sabha im Süden des Landes. Auf Bitten des Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag schrieb Interpol Gaddafi, seinen Sohn Saif al-Islam und Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi zur Fahndung aus. Gaddafis Aufenthaltsort ist nach dem Fall der Hauptstadt Tripolis weiter unbekannt. Unlängst setzte sich eine weitere Gruppe seiner Gefolgsleuten in den Niger ab. Das Land grenzt an Burkina Faso, das Gaddafi und seiner Familie Asyl angeboten hatte.

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