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16.06.2011

07:13 Uhr

Libyen

Nato fliegt Angriffe um Gaddafis Anwesen

Ein mutmaßlicher Luftangriff der Nato in Tripolis hat am frühen Donnerstagmorgen wieder Ziele in der Nähe eines Anwesens des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi ins Visier genommen.

Rauch steigt auf nach einem Nato-Luftangriff in Tripolis. Quelle: dpa

Rauch steigt auf nach einem Nato-Luftangriff in Tripolis.

Tripolis/WashingtonDie libysche Hauptstadt Tripolis ist Medienberichten zufolge von einer Serie schwerer Explosionen erschüttert worden. Kurz vor 05.00 Uhr war kurz hintereinander mindestens zwei Mal ein lauter Knall zu hören. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira online berichtete, stieg über der Residenz von Machthaber Muammar al-Gaddafi eine Rauchsäule in den Himmel. Was getroffen wurde, war nicht klar. Das Gelände auf dem Stützpunkt Bab al-Asisija war in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel von Nato-Luftangriffen.

Das Weiße Haus hatte erst am Mittwoch die Kritik mehrerer Kongressabgeordneter gegen Präsident Barack Obama wegen der Beteiligung der USA am Militäreinsatz in Libyen zurückgewiesen. Obama habe nicht gegen Gesetze verstoßen, heißt es in einem veröffentlichten Regierungsbericht zum Libyen-Einsatz. Zehn Abgeordnete hatten Obama verklagt, weil er ihrer Meinung nach beim Kongress eine Genehmigung für den Waffengang hätte einholen müssen.

Dem Bericht zufolge belaufen sich die Kosten für die US-Beteiligung an dem Einsatz bis zum 3. Juni auf rund 714 Millionen Dollar (500 Millionen Euro). Bis Ende September rechnet die Regierung mit Gesamtkosten von 1,1 Milliarden Dollar (770 Milliarden Euro). Für humanitäre Hilfe innerhalb des Einsatzes seien bislang hingegen rund eine Million Dollar ausgegeben worden. Wie aus dem an den Kongress übermittelten Bericht weiter hervorgeht, wurden seit Mitte März mehr als 10 000 Luftangriffe geflogen, drei Viertel davon von Nato-Partnern der USA. 20 Schiffe, allesamt europäisch oder kanadisch, setzten das Waffenembargo gegen Libyen durch. Die USA stellten indes rund 70 Prozent der geheimdienstlichen Kapazität und würden den größten Teil der Betankung der eingesetzten Kampfflugzeuge tragen.

Von

dpa

/ dapd

Kommentare (1)

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Korrektur

16.06.2011, 08:50 Uhr

Die Kosten bis Ende September liegen wohl bei 770 Millionen Euro; nicht 770 Milliarden.

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