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25.09.2011

13:56 Uhr

Libyen

Neuer Vorstoß auf Gaddafi-Hochburg Sirte

Mit einem neuen Vorstoß verschärft die libysche Führung die Belagerung von Sirte, der Heimatstadt des ehemaligen Machthabers Gaddafi. Auch die Nato hat die Stadt wieder unter Feuer genommen.

Mit schweren Waffen versuchen die Belagerer, Gaddafis Truppen in die Knie zu zwingen. Reuters

Mit schweren Waffen versuchen die Belagerer, Gaddafis Truppen in die Knie zu zwingen.

TripolisNach einer fehlgeschlagenen Offensive in Sirte haben die Truppen der neuen libyschen Führung einen neuen Vorstoß auf die Heimatstadt des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi gestartet. Die Kämpfer stellten am Sonntag neue Straßensperren und Kontrollpunkte auf, mit denen die Stadt noch mehr als bisher von der Außenwelt abgeschnitten werden soll. Auch Scharfschützen wurden an wichtigen Stellen positioniert.

Dutzende Flüchtlinge sprachen bereits am Samstag von immer dramatischeren Zuständen in Sirte. Ganze Familien versteckten sich in Kellern und viele Kinder litten wegen des Mangels an sauberem Wasser an Durchfall, erklärten sie. Nach Angaben von Soldaten der neuen libyschen Führung haben im Laufe der vergangenen Woche mehr als 1.300 Familien die Stadt verlassen.

Bei ihrer Offensive gegen die Gaddafi-Anhänger hatten die Revolutionsstreitkräfte am Samstag gegenüber Gaddafis Männer abermals nicht die Oberhand gewinnen können. Sieben Kämpfer wurden in den erbittert geführten Straßenkämpfen getötet, bei denen die früheren Rebellen zunächst bis an den Rand des Zentrums von Sirte vordrangen, mindestens 150 wurden verletzt. Explosionen erschütterten die Stadt, über den Straßen stieg Rauch auf.

Es war seit einer Woche der erste größere Vorstoß auf Sirte, eine von drei verbliebenen Hochburgen Gaddafis. Am frühen Sonntagmorgen habe auch die NATO wieder vier Ziele in der Stadt getroffen, sagte der Offizier Osama Nuttaua al Swehli.

In Tripolis kam es am Samstag zu einer Serie von Explosionen in einem Depot für Militärfahrzeuge. Aus dem Gebäude in der Nähe des Hafens quoll dichter schwarzer Rauch. Die Ursache der Explosionen war zunächst nicht bekannt.

Kommentare (4)

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Ricki

25.09.2011, 15:04 Uhr

Ach ja, wir sind als NATO in Lybien tätig um Menschen zu retten.
Realtiät ist wohl eher, das wir um ein Vielfaches dessen abschlachten, was wir der Ulknudel Gaddafi unterstellt haben.
Es zeigt sich im Grunde ein neuer Rassismus unserer Kolonialisten aus dem Westen: Die Guten, denen wir die vollen Ölquellen nachher abnehmen können für einen Appel und ein Ei, gegen die Bösen, die uns einfach nicht willfährig genug waren.
Die haben Pech gehabt. Für die gibt es keine Menschenrechte. Folter und Massengräber für sie inklusive. Da schaun wir dann halt weg.

Alphawoelfchen

25.09.2011, 17:45 Uhr

Mit welchem Recht zerbombt die Nato (besser Frankreich und Großbritannien)immer noch libanesische Städte? Wo bleibt der Aufschrei der Gutmenschen?

Jochen

25.09.2011, 20:45 Uhr

Kommentare sollte man immer nüchtern schreiben, dann wird es den Lesern bei solchen innhaltslosem Schwachsinn nicht schlecht.

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