Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.10.2011

14:32 Uhr

Libyen

Rebellen erobern Gaddafis Geburtsort

Die Milizen des Übergangsrats in Libyen haben Gaddafis Geburtsort eingenommen. Jetzt bereiten sie den Kampf um eine der letzten Hochburgen seiner Anhänger vor: die Hafenstadt Sirte.

Libysche Rebellen positionieren sich in der Nähe der Hafenstadt Sirte. dapd

Libysche Rebellen positionieren sich in der Nähe der Hafenstadt Sirte.

Misrata / KairoTruppen des libyschen Übergangsrates bereiten sich auf die entscheidenden Kämpfe in der seit Wochen belagerten Stadt Sirte vor. Zivilisten sei bis Donnerstag Zeit gegeben worden, sich in Sicherheit zu bringen, sagte ein Sprecher der Truppe am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

„Militärisch wäre es für uns kein Problem, die Stadt jetzt schon komplett einzunehmen“, sagte der Sprecher. „Aber wir wollen eine große Zahl ziviler Opfer vermeiden, denn letztlich sind die Einwohner von Sirte unsere Nachbarn.“ Zuvor hatten Milizen des Übergangsrates den Geburtsort von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi erobert. Die Kämpfer rückten in Kasr Abu Hadi, einem Vorort von Sirte, ein. Dort soll der gestürzte Diktator 1942 in einem Beduinenzelt geboren worden sein.

Die „Revolutionäre“ kontrollierten bislang den Hafen, eine Kaserne sowie mehrere Vororte von Sirte. Ins Zentrum der Stadt seien sie aber noch nicht vorgedrungen. Der Kommandeur sagte, der Übergangsrat sei sicher, dass sich Mutassim al-Gaddafi, einer der Söhne von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi, in Sirte aufhalte. „Das wissen wir aus dem von uns abgefangenen Funkverkehr“, sagte er.

Mutassim gehört zum engsten Kreis von Ex-Machthaber Gaddafi. Der Offizier war nationaler Sicherheitsberater in Libyen. Mutassim hatte zuletzt in Brega ehemalige Regierungstruppen befehligt. Nach dem Fall der Stadt soll er nach Sirte geflüchtet sein. Wo sich Gaddafi selbst aufhält, ist unbekannt. Er wird in der Wüste unweit der Stadt Gadames vermutet.

Sirte ist eine der letzten Hochburgen der Anhänger Gaddafis. Sie leisten seit Wochen erbitterten Widerstand gegen die vorrückenden Truppen der neuen Führung in Tripolis. Die humanitäre Lage in der Hafenstadt ist nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) katastrophal. Am Montag hatten tausende Bewohner eine Feuerpause zur Flucht genutzt. Mehr als 10.000 Menschen sollen Sirte laut IKRK inzwischen verlassen haben.

 

 

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×