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06.07.2011

20:28 Uhr

Libyen

Rebellen nehmen wichtige Ortschaft ein

Nach sechsstündigem Kampf haben libysche Rebellen ein strategisch wichtiges Dorf eingenommen. Die Nato stärkt unterdes ihre Beziehungen zur politischen Führung der Aufständischen.

Libysche Rebellen an einem Checkpoint (Archivbild). Quelle: Reuters

Libysche Rebellen an einem Checkpoint (Archivbild).

Al-Kawalisch/Tripolis/BrüsselLibysche Rebellen haben auf dem Weg nach Tripolis eine wichtige Ortschaft eingenommen. Nach sechsstündigem Kampf stürmten sie am Mittwoch das Dorf Al-Kawalisch, in dessen Nähe die zur Hauptstadt führende Autobahn verläuft. Die Aufständischen feuerten aus Freude über ihren Erfolg Schüsse in die Luft ab und riefen „Gott ist groß“. Im Dorf gab es Anzeichen für eine überstürzte Flucht der Soldaten von Machthaber Muammar Gaddafi. In der Nähe eines Kontrollpunktes lagen eingestürzte Zelte und angebissene Brote. Ein Kleinlaster und eine Transformatorenstation standen in Flammen.

Auf Kleinlastern, die zum Teil mit Maschinengewehren oder selbst gebauten Raketenwerfern bestückt waren, hatten sich Hunderte Kämpfer am Mittwoch mit dem ersten Tageslicht in der gebirgigen Region um Al-Kalaa in Bewegung gesetzt. Zusammen mit Rebellen zu Fuß rückten sie nach Al-Kawalisch vor. In der Nähe des Dorfes liegt die Stadt Garjan, von der man die Autobahn nach Tripolis kontrollieren kann.

Die Offensive begann im Morgengrauen mit Raketen- und Granatenfeuer auf mutmaßliche Stellungen des Gegners. Jeder Schuss wurde mit dem Ruf „Gott ist groß“ kommentiert. Gaddafis Truppen feuerten als Antwort „Grad“-Raketen russischer Bauart auf die Rebellen ab.

Auch von Misrata aus rückten die Rebellen nach Darstellung von Kommandeuren rund 20 Kilometer Richtung Hauptstadt vor. Sie gerieten unter Beschuss der Truppen Gaddafis. Nach Angaben von Ärzten kamen bei Kämpfen nahe Misrata mindestens 14 Aufständische ums Leben.

Die libysche Regierung kündigte an, mehrere Rebellenführer wegen Hochverrats vor Gericht zu stellen. 21 Vertreter der Aufständischen im Osten des Landes sollten angeklagt werden, sagte der mit dem Fall beauftragte Richter Chalifa Isa Chalifa am Mittwoch. Die Prozesse sollen in ihrer Abwesenheit stattfinden. Bei einer Verurteilung werde sich Tripolis dann um internationale Unterstützung beispielsweise von Interpol bemühen, erklärte der Richter.

Kommentare (3)

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06.07.2011, 21:32 Uhr

Rebellen also, kommt darauf an, aus welchen Blickwinkel man das Treiben beobachtet... In Afghanistan und anderswo sind es Terroristen nicht wahr ihr Heuchler!
Khadaffi und nicht "Ghadaffi" hat Libyen über Jahrzehnte Wohlstand und Frieden beschert, mal schauen was danach noch kommt, ich fürchte nichts Gutes, siehe Irak!!!

Account gelöscht!

06.07.2011, 22:17 Uhr

Wo bekommen die Rebellen eigentlich die ganzen Waffen her und wieso respektiert der Westen diese?

Da sind doch bestimmt Öl-Interessen, die die Rebellen unterstützen.

Eigentlich macht Gaddafi alles richtig....indem er sich dem verlogenen Westen widersetzt. Klar, über Demokratie lässt sich streiten, doch Deutschland hat ebenso keine Demokratie nüchtern betrachtet. Also lasst Lybien in Ruhe. Immerhin sorgt Gaddafi gut für sein Volk und er verarscht es nicht..

Nachdenker

06.07.2011, 23:38 Uhr

Strategisch wichtiges Dorf...bestimmt sogar mit geöffneter Tankstelle.
Kommt dann sicher gleich nach Stalingrad in die Annalen der NATO.
LOL!

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