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26.03.2011

13:55 Uhr

Libyen

Regimegegner drängen Gaddafis Truppen zurück

Die Angriffe der Alliierten zeigen Wirkung: Die libyschen Regierungsgegner haben in der Stadt Adschdabija im Osten des Landes die Kontrolle übernommen. US-Präsident Obama lobt die Fortschritte - und warnt Gaddafi.

Die libyschen Rebellen rücken weiter gegen die Gaddafi-Truppen vor. Quelle: dpa

Die libyschen Rebellen rücken weiter gegen die Gaddafi-Truppen vor.

Tripolis/KairoMithilfe alliierter Kampfflugzeuge haben libysche Rebellen am Samstag nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Stadt Adschdabija zurückerobert. „Ohne die Flugzeuge hätten wir es nicht geschafft“, sagte ein 38-jähriger Kämpfer aus der zwischen Bengasi und Misrata gelegenen Stadt, Ahmed Faradsch, der Nachrichtenagentur AP. „Mithilfe der Flugzeuge stoßen wir weiter bis Tripolis vor, so Gott will.“

Ein Kämpfer, Said Sadawi, sagte, der östliche Zugang zur Stadt sei in der Nacht und der westliche am Morgen nach britischen und französischen Luftangriffen auf Truppen Muammar al Gaddafis in die Hand der Rebellen gefallen. „Ganz Adschdabija ist frei“, sagte
Sadawi.

Auf der Straße nach Adschdabija zählten Reporter mindestens acht ausgebrannte Panzer Gaddafis. Bei Luftangriffen am Freitag wurden Artilleriestellungen und gepanzerte Fahrzeuge in den Randbezirken der Stadt zerstört. Am Freitag hatte noch der US-Kommandeur des internationalen Einsatzes, General Carter Ham, der Nachrichtenagentur AP erklärt: „Wir könnten ganz leicht alle Regime-Truppen in Adschdabija zerstören.“ Dabei würde aber auch die gesamte Stadt in Schutt und Trümmer gelegt. „Wir würden genau die Leute töten, die wir schützen sollen.“ 

Deshalb müssen die schlecht ausgerüsteten Rebellen - sie verfügen kaum über schwere Waffen - selbst versuchen, die Belagerungen von Gaddafi-Truppen in mehreren Städten zu durchbrechen. 

Bürger Adschdabijas fuhren nach dem Einzug der Rebellen mit Autos hupend und feiernd durch die Straßen. Ihre Stadt war mehr als eine Woche von Gaddafis Truppen belagert worden, die vor dem Eingreifen der internationalen Koalition am 19. März kurz davor standen, die auf dem Weg nach Bengasi gelegene Stadt endgültig unter ihre Kontrolle zu bringen.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

26.03.2011, 10:31 Uhr

Hm, ich dachte immer, dass der Eingriff von extern nur dazu diene, dass sich die beiden Parteien nicht mehr gegenseitig töten sondern dass es zur Ruhe kommt, um von hier aus zu verhandeln.
Es sieht aber doch stark danach aus, dass hier extrem Partei für eine Seite ergriffen wird, von der wir noch gar nicht wirklich wissen, wofür sie stehen.
Das Volk sollte sich, wie die UN es im Grundsatz vorsieht, von innen selbst regulieren, auch wenn es Tote dabei gibt. Aber die gibt es durch den aktuellen Eingrigg ja auch. Und vermutlich noch viele mehr, weil es noch länger braucht.
So sehen wir nur ein weiteres Irak, wo von außen die Hand aufs Öl gelegt wird.

Geheimrat

26.03.2011, 10:58 Uhr

Alles klar, wenn im Bahnhof 2 Schläger jemanden traktieren,
warten wir mal, bis die das intern geklärt haben.
wenn dann der eine tot ist, dann war das Völkermord,
die Bedingung fürs eingreifen (Westerwelle, der FREIE Demokrat.

Account gelöscht!

26.03.2011, 11:41 Uhr

Schlechtes Beispiel; gehen Sie mal in eine richtige Schlägerei dazwischen, da riskieren Sie ihr Leben: das will ich sehen.

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