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04.07.2011

02:42 Uhr

Libyen

Türkei macht lieber Geschäfte mit Rebellen

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ist in die libysche Rebellenhochburg Bengasi gereist. Dort sagt er Hilfen zu. Das bedeutet eine Kehrtwende für die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Libyen.

Ahmet Davutoglu (Mitte) beim Nationalen Übergangsrat in Bengasi. Quelle: dapd

Ahmet Davutoglu (Mitte) beim Nationalen Übergangsrat in Bengasi.

BengasiBei einem Besuch in Bengasi hat der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu am Sonntag den libyschen Rebellen seine Unterstützung ausgesprochen und Finanzhilfen in dreistelliger Millionenhöhe zugesagt.

Der Nationale Übergangsrat der Aufständischen sei der einzige legitime Vertreter des libyschen Volkes, sagte Davutoglu. Machthaber Muammar al Gaddafi müsse zurücktreten und den Weg für „Demokratie und Transparenz“ freimachen.

Zusätzlich zu einer bereits gewährten Unterstützung von 100 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) stellte der türkische Außenminister nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Übergangsrats, Mustafa Abdel Dschalil, eine weitere Zahlung über 200 Millionen Dollar (138 Millionen Euro) in Aussicht. Zwei Drittel sollen als Kredite gewährt werden, ein Drittel als Zuschuss.

Bislang haben unter anderen Frankreich und Katar die Aufständischen bereits als berechtigte Repräsentanten Libyens anerkannt. Davutoglus Reise nach Bengasi galt bereits zuvor als Zeichen dafür, dass sich die türkische Regierung trotz der langen und intensiven Wirtschaftsbeziehungen zum Regime von Machthaber Muammar al Gaddafi auf die Seite seiner Gegner stellt.

Die libysche Opposition forderte vom Ausland jüngst mehr Unterstützung durch Waffenlieferungen und Finanzhilfen. Zu der französischen Waffenlieferung an die Rebellen äußerte sich der türkische Außenminister zunächst nicht.

Von

dapd

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