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21.04.2011

19:30 Uhr

Libyen

„Wir werden die Hölle lostreten“

Die Ankündigung der Briten, Militärberater zur Unterstützung der Rebellen nach Misrata zu schicken, alarmiert Libyens Regime. Ein Sprecher drohte mit Volksbewaffnung. UN-Generalsekretär Ban ist besorgt.

Brennendes Gebäude in Tripolis: "Zehn Mal härter als im Irak". Quelle: Reuters

Brennendes Gebäude in Tripolis: "Zehn Mal härter als im Irak".

MisrataAngesichts der schweren Kämpfe in der libyschen Rebellen-Enklave Misrata hat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon an Machthaber Muammar Gaddafi appelliert, dem Töten Einhalt zu gebieten. "Ich fordere die libysche Führung auf, das Kämpfen und das Töten von Menschen zu beenden", sagte Ban am Donnerstag in Moskau. Die seit sieben Wochen belagerte Stadt im Westen des nordafrikanischen Landes lag weiter im Feuer der Truppen Gaddafis. Die Regierung in Tripolis kündigte die Bewaffnung der gesamten Bevölkerung mit Gewehren und anderen leichten Waffen an, um sich gegen einen Einsatz westlicher Bodentruppen zu wappnen. Frankreich, Großbritannien und möglicherweise auch Italien wollen den Rebellen Militärexperten zur Seite stellen.

In Misrata wurden nach Angaben der Rebellen drei Aufständische getötet. Auch der britische Star-Fotograf Jim Hetherington und sein amerikanischer Kollege Chris Hondros kamen am Mittwoch durch Granatwerferbeschuss zu Tode. Gaddafis Truppen zeigten sich unbeeindruckt von westlichen Drohungen, den Militäreinsatz gegen sie auszuweiten. Nach Angaben der Rebellen machten auch Scharfschützen Jagd auf Zivilisten, was Gaddafis Regierung bestreitet. Seit Beginn der Kämpfe vor sieben Wochen wurden nach Angaben von Ärzten 365 Menschen, darunter mindestens 85 Zivilisten getötet. Verletzt wurden 4000 Personen.

In der seit sieben Wochen umkämpften drittgrößten Stadt des nordafrikanischen Landes werden mittlerweile Lebensmittel und Medikamente knapp. Auch an den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, zur Stromversorgung sind die Einwohner auf Generatoren angewiesen.

US-Außenministerin Hillary Clinton warf Gaddafis Truppen brutale Angriffe vor. Möglicherweise hätten sie auch Streubomben eingesetzt. Diese Munition wirft unzählige kleine Bomben und Granaten aus. Da diese häufig nicht explodieren, stellen die Blindgänger noch Jahre nach Ende der Kämpfe eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Der Einsatz von Streubomben ist weltweit geächtet, jedoch haben die USA ein entsprechendes Abkommen nicht unterzeichnet.

Kommentare (5)

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21.04.2011, 20:26 Uhr

Weshalb kann nicht einfach eine Libysche provisorische Regierung der Befreiungsstreitkräfte gebildet werden, die befristet der NATO beitritt, so daß der Bündnisfall gegen ist? Wir könnten dann unseren würdigen Nachfolger des legendären Königs-Tigers in den Farben des Deutschen Afrika Korps in soldatischer Manier zum Einsatz bringen und die russische Militärechnik Gaddafis zu Schrott verwandeln lassen... Lavrov Jammern ist verständlich: Demnächst eine Kunde weniger für den russische Hauptindustriezweig!

hierda

21.04.2011, 20:33 Uhr

Das Gaddafi die Bevölkerung bewaffen will, kann doch nur gut sein. Will man doch die Bevölkerung von Gaddafi befreien, da kann diese sich doch endlich auch gegen Gaddafi wehren. Oder ?

Gewaltlos

21.04.2011, 21:20 Uhr

Natürlich kann man Schieß- und Waffencouchs nach Libyen schicken. Nur sind das dann keine offiziellen Kriegsteilnehmer und können im Falle einer Gefangennahme so verarbeitet werden, dass sie in einer Apfelsinenkiste heimwärts transportiert werden können. Dann ist sicher die Aufregung groß.

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