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26.02.2011

16:27 Uhr

Libyscher Uno-Botschafter

Ein Plädoyer für Intervention

Ergreifende Ansprache: der libysche Uno-Botschafter hat am Freitag die Weltöffentlichkeit gebeten, sein Land vom Despoten Gaddafi zu befreien.

Bewegender Moment: die libyschen Uno-Botschafter fallen sich nach der Ansprache in die Arme. Quelle: Reuters

Bewegender Moment: die libyschen Uno-Botschafter fallen sich nach der Ansprache in die Arme.

New YorkPol Pot, Hitler, Mussolini: Libyens Botschafter Abdulraman Shalgham sparte nicht an Beispielen für Despoten, die ihr Volk einem Wahn geopfert hätten. Jetzt drohe seinen Landsleuten das gleiche Schicksal, warnte er den Weltsicherheitsrat am Freitagabend in New York. Das libysche Volk brauche internationalen Beistand, „wir brauchen eine mutige Resolution“, appellierte der Diplomat an das mächtige UN-Gremium. „Bitte, Vereinte Nationen, rettet Libyen!“. Gaddafi und seine Söhne ließen keine Zweifel an ihrer Absicht: „Entweder ihr lasst uns über euch herrschen oder ihr seid tot“.

Shalghams Worte saßen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahm den Libyer in die Arme und klopfte ihm auf den Rücken, als wolle er ihn seiner Unterstützung versichern. Ratspräsidentin Maria Luiza Ribeiro Viotti (Brasilien) und andere Botschafter des 15-Länder-Gremiums folgten dem Beispiel. Bei der libyschen Delegation, die sich schon vor Tagen offiziell von Gaddafi getrennt hatten, flossen die Tränen. Es war eine ergreifende und für die Weltbühne der Diplomatie seltene Szene.

Sie signalisiert, wie sehr New York nach anfänglichem Zögern entschlossen ist, dem Blutvergießen durch Staatschef Muammar al-Gaddafi einen Riegel vorzuschieben. Die westlichen Vetomächte im Sicherheitsrat haben bereits Flagge gezeigt. Die USA preschten am Freitag voran und verhängten als erstes Land scharfe Strafmaßnahmen gegen den Gaddafi-Clan. Großbritannien und Frankreich entwarfen zusammen mit Deutschland über Nacht den Text für eine UN-Resolution.

Sie stellt den Gaddafis bei weiteren Gräueltaten ein striktes Waffenembargo, Einreiseverbote und das Einfrieren ihrer Konten in Aussicht. Diese klassischen Sanktionsmaßnahmen werden auch von China und Russland, den beiden anderen Vetomächten mitgetragen, hieß es am Samstag aus diplomatischen Kreisen in New York.

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