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11.04.2011

13:11 Uhr

Lieber Sex statt Steuern

Berlusconi übernimmt das Zepter im Gericht

Erst Sex, dann Steuern - Berlusconi hangelt sich von einem Prozess zum nächsten. In einem Steuerbetrugsverfahren nutzte der 74-jährige die Gunst der Stunde und sagte aus - nicht zu Steuern, sondern zur Sexaffäre.

Berlusconi vor seinem Prozess im Justiz-Palast Mailand. Quelle: Reuters

Berlusconi vor seinem Prozess im Justiz-Palast Mailand.

MailandZum zweiten Mal in 14 Tagen ist der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi persönlich in einem Gerichtssaal erschienen. Unter dem tosenden Beifall seiner Anhänger betrat der Medienmogul am Montagmorgen das abgesperrte Mailänder Gerichtsgebäude - nicht ohne vorher zu den nach draußen verbannten Journalisten zu sprechen. Dabei ging es Berlusconi weniger um die anstehende Verhandlung wegen Steuerbetrugs, sondern vor allem um seinen Sexprozess im Fall "Ruby".

In diesem am vergangenen Mittwoch eröffneten Prozess wird dem 74-Jährigen Amtsmissbrauch und Sex mit der damals minderjährigen, marokkanischen Prostituierten "Ruby Rubacuori" (Ruby Herzensdieb) alias Karima el-Marough vorgeworfen.

Er habe dem Mädchen nur Geld gegeben, "damit sie nicht zur Prostitution gezwungen ist", erklärte der Premier lächelnd. Die Vorwürfe seien schlicht "paradox". "Das Mädchen selbst hat erklärt, geschworen, unterzeichnet, niemals Annäherungsversuche meinerseits erhalten zu haben".

Parteifreunde hatten vor dem Gerichts eine kleine Kundgebung für Berlusconi organisiert - mit dem Lied seiner Regierungspartei PdL "Gott sei Dank gibt es Silvio". Dazu gab es anfeuernde Spruchbänder "Silvio, halte durch" und Luftballons in Partei-Blau. Eine Gegendemonstrantin mit einem Plakat "Ab ins Gefängnis" sei von der Polizei zum Gehen gezwungen worden, berichteten italienische Medien.

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