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12.06.2011

14:30 Uhr

Literatur

Warum der Westen die Welt regiert - noch

VonThomas Hanke

Warum die westlichen Mächte die Welt regieren, erklärt der Historiker Ian Morris in seinem neuen Buch. In "Wer regiert die Welt?" analysiert Morris dazu ganze 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte.

Der chinesische Nachwuchs bereitet sich schon jetzt darauf vor, einmal die Herrschaft zu übernehmen. Quelle: ap

Der chinesische Nachwuchs bereitet sich schon jetzt darauf vor, einmal die Herrschaft zu übernehmen.

Berlin"Why the West Rules - for Now" lautet der englische Originaltitel des Buches von Ian Morris. Das ist wesentlich prägnanter als die deutsche Übersetzung. Nach Lektüre der 600 eng bedruckten Seiten kann man die Abschwächung in der deutschen Ausgabe aber nachvollziehen: Die Herrschaft des Westens steht weniger im Mittelpunkt, als es der englische Titel suggeriert und der Autor es vielleicht selber vorhatte.

Morris' überwältigende Fleißarbeit ist mehr eine Geschichte der Menschheit unter einem stets wiederkehrenden Blickwinkel: Warum konnten manche Zivilisationen weiter kommen als andere? Und warum begannen sie auf einem bestimmten Niveau, zu stagnieren oder gar zurückzufallen?

Wer nicht selber Historiker ist, lernt bei Morris ungeheuer viel dazu. Oft aber schwimmt man im Meer von Fakten, das der Historiker und Archäologe Morris ausbreitet, der in Chicago und Stanford lehrt. Nicht alles will man so detailliert wissen.

Vergleicht man die Ausführlichkeit, mit der Morris ganz am Ende die Titelfrage beantwortet, mit der Länge des Anlaufs, den er dazu nimmt, zeigt sich ein gewisses Missverhältnis. Doch das ist fast Programm, denn Morris' These lautet, dass man nicht nur die letzten 500 Jahre, sondern 10.000 Jahre menschlicher Geschichte studieren müsse, um die Ursachen der Herrschaft des Westens ergründen zu können.

Mit seinem eigenen Index, der sich auf Energieausbeute, Organisation/Urbanisierung, militärische Stärke und Informationstechniken bezieht, widerlegt er die zwei gängigen Theorien westlicher Überlegenheit: langfristige Determiniertheit und zufällige Dominanz.

Erfrischend ist dabei, dass für ihn der Westen keine willkürlich abgegrenzte "abendländische" Gesellschaft ist. Die westliche Zivilisation beginnt im fruchtbaren Halbmond (vom heutigen Israel über den Libanon, Syrien, die Türkei bis in den Nordirak reichend) und erreicht erst sehr spät Westeuropa. Dort allerdings findet mit der Industriellen Revolution der starke Entwicklungsschub statt, der Asiens vorübergehende Dominanz beendet.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

12.06.2011, 15:06 Uhr

"von faulen, habgierigen, verängstigten Menschen aus, die nach einem leichteren und profitableren Leben suchen".

Da kann ich nur sagen, der Sprit ist schon wieder teuerer geworden.
Die pösen Kameltreiber und Spekulanten, die pösen.
Die sind an allem Schuld.

Morchel

12.06.2011, 21:05 Uhr

Ja nach wie vor regiert der Westen die Welt denn ohne ihn gehts nicht. Die Rohstoffe sind vorhanden die technologien hat der Westen sie so effizent wie möglich einzusetzen. ersteinmal werden weltweit Autos gekauft die nun einmal bezahlt werden, davon lebt es sich ja nicht schlecht. Nun Ein Libyer wollte die Schweiz aufteilen und muss nun um seine Macht fürchten.

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