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14.11.2015

23:53 Uhr

+++Live-Blog +++

Das Grauen von Paris

Nach den Terroranschlägen in Paris trauern die Menschen weltweit um mindestens 129 Opfer. Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Weltweit nehmen die Menschen Anteil. Reuters, Sascha Rheker

Frankreich-Flagge vor der französischen Botschaft in Berlin

Weltweit nehmen die Menschen Anteil.

Nach den Terroranschlägen in Paris trauern die Menschen weltweit um mindestens 129 Opfer. Ermittler suchen nach Hinweisen auf die Attentäter – die Stadt ist im Ausnahmezustand. Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

+++ Das Wichtigste vom Tage in Kürze +++

  • Die Terroranschläge von Paris mit mindestens 129 Toten sind von Extremisten verübt worden, die in drei Gruppen unterwegs waren und sich offenbar abstimmten.
  • Insgesamt erlitten 352 Menschen Verletzungen, 99 befanden sich am Samstagabend in kritischem Zustand.
  • Sieben Attentäter hätten sich in die Luft gesprengt, was in Frankreich eine neue Terrortaktik ist.
  • Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich verantwortlich für die Anschläge an sechs Orten gezeigt.
  • Einem Attentäter ist es nicht gelungen, ins Stade de France zum Länderspiel Frankreich gegen Deutschland zu kommen.
  • Frankreich will seinen Kampf gegen den IS mit noch größerer Härte fortführen.
  • Eine Spur zu möglichen Hintermännern der Attentäter führt nach Brüssel.

Hier die Ereignisse des Tages zum Nachlesen:

Nach der verheerenden Anschlagsserie von Paris hat Frankreich dem islamischen Terrorismus offen den Krieg erklärt. Die Massaker mit 129 Toten und mehr als 350 Verletzten waren nach ersten Ermittlungen eine minutiös koordinierte Kommandoaktion von Anhängern der Miliz Islamischer Staat (IS). Erste Spuren weisen nach Belgien.

Frankreichs Kampf gegen den IS: „Ja, wir sind im Krieg“

Frankreichs Kampf gegen den IS

„Ja, wir sind im Krieg“

Die blutigsten Terrorakte in Europa seit gut zehn Jahren schockieren die Welt. Frankreich nimmt nach den beispiellosen Anschlägen den Islamischen Staat ins Visier. Womöglich wurde sogar noch Schlimmeres verhindert.

Womöglich wollten die Attentäter ein noch größeres Blutbad anrichten. Nach einem Medienbericht könnte ein Anschlag direkt im mit knapp 80.000 Fans besetzten Stadion versucht worden sein, in dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Lesen Sie hier eine Tageszusammenfassung.

+++ Schweigeminute der US-Demokraten +++

Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat die internationale Gemeinschaft nach den Anschlägen in Paris zum gemeinsamen Kampf gegen den Dschihadismus aufgerufen. Die Welt müsse zusammenstehen, um "die radikale dschihadistische Ideologie auszumerzen, die Gruppen wie den IS antreibt", sagte die frühere Außenministerin in Des Moines bei der zweiten TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei. Der Schlagabtausch der Demokraten begann mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschlagsserie in Paris.

Pariser Staatsanwaltschaft: „Wir suchen die Auftraggeber und ihre Finanziers“

Pariser Staatsanwaltschaft

„Wir suchen die Auftraggeber und ihre Finanziers“

Staatsanwalt François Molins befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt. Er schildert den Ablauf der Anschläge und sagt, welche Spur die Ermittler verfolgen. Zeitgleich äußert sich Premier Manuel Valls im TV.

+++ Attentäter am Stadioneingang von Ordner aufgehalten +++
Die Attentäter von Paris wollten einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge offenbar einen Anschlag direkt im Fußballstadion beim Länderspiel Deutschland-Frankreich verüben. Mindestens ein Attentäter habe ein Ticket für das Spiel gehabt. Er sei von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten. Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht. Der Polizist vermutetet laut „Wall Street Journal“, dass der Angreifer den Sprengstoff im Stadion zünden wollte. Ziel sei vermutlich eine Massenpanik bei den Zuschauern gewesen, hieß es weiter.

+++ 129 Tote und mehr als 350 Verletzte in Paris +++
Bei der Terrorserie in Paris sind nach neuen offiziellen Angaben 129 Menschen getötet worden. Diese Zahl sei angesichts der vielen Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins in der französischen Hauptstadt. Es gebe 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle. Es habe drei Teams von Terroristen gegeben, die koordiniert vorgegangen seien. Sieben Terroristen seien gestorben. Diese benutzten demnach Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow. Außerdem hätten sie die absolut gleiche Art von Sprengstoffwesten getragen, sagte Molins.


+++ „Mit gleicher Münze heimzahlen“ +++
Am Abend sagte Premier Manuel Valls im TV, Frankreich sei „im Krieg, weil es angegriffen wird in einer asymmetrischen Auseinandersetzung von gut organisierten Terroristen“. Die Regierung werde zurückschlagen und mit gleicher Münze heimzahlen: „Wir sind entschlossen, sie zu zerstören, hier in Frankreich und im Irak und Syrien.“ Staatspräsident François Hollande werde am Montag vor der Nationalversammlung und dem Senat, die sich zum Kongress vereinen, genauer sagen, wie die Regierung zu handeln gedenke.

Der Terror von Paris – Was wir wissen

Täter

Die Attacken wurden von drei Terrorkommandos verübt. Sie schlugen am Freitagabend an sechs Orten in Paris und dem Vorort Saint-Denis koordiniert zu, schossen wahllos auf Menschen oder sprengten sich selbst in die Luft. Die Angreifer benutzten Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow und trugen identische Sprengstoffwesten. Sieben Terroristen starben. Einer wurde erschossen, sechs sprengten sich in die Luft. Mindestens einem Terrorkommando scheint zunächst die Flucht gelungen zu sein. Ermittler stellten am Sonntagmorgen östlich von Paris den schwarzen Seat sicher, aus dem heraus die Attentäter die Cafés und Restaurants beschossen hatten. Darin wurden nach Medienberichten drei Kalaschnikows gefunden.

Ziele

Die mit Abstand meisten Opfer gab es beim Überfall auf ein ausverkauftes Rockkonzert im Musikclub „Bataclan“, dort wurden Geiseln genommen. Auch mehrere Cafés und Restaurants in der Nähe wurden beschossen. Drei Selbstmordattentäter sprengten sich vor dem Fußball-Stadion Stade de France in die Luft, wo die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Mindestens einer von ihnen soll zuvor vergeblich versucht haben, ins Stadion zu kommen.

Opfer

Mindestens 129 Menschen wurden getötet, 352 weitere teils lebensgefährlich verletzt. Unter den Toten ist ein Deutscher.

Terror

Frankreichs Präsident François Hollande machte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich und sprach von einem „Kriegsakt“. Der IS bekannte sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung im Internet zu den Anschlägen. Die Angreifer sollen beim Überfall auf das „Bataclan“ „Allah ist groß“ gerufen und ihre Taten mit der Situation in Syrien und im Irak begründet haben. In beiden Ländern fliegt Frankreich Luftangriffe.

Pass

Bei den Überresten eines der Selbstmordattentäter vom Stade de France wurde ein syrischer Pass gefunden. Es verdichten sich die Hinweise, dass dieser Mann und ein weiterer Attentäter gemeinsam als Flüchtlinge getarnt in die EU einreisten. Einer von ihnen, ein 25-Jähriger namens Ahmed Almuhamed, soll am 7. Oktober in Serbien eingetroffen sein. Am 3. Oktober war er laut griechischen Behörden als Flüchtling auf der Insel Leros registriert worden. Nach Medieninformationen aus Polizeikreisen könnte auch sein mutmaßlicher Komplize über die Türkei nach Griechenland eingereist sein. Beide sollen zusammen von Leros aus die Fähre nach Piräus genommen haben.

Spuren in Belgien

In der Nähe des „Bataclan“ war zuvor schon ein schwarzer Polo mit belgischem Kennzeichen gefunden worden. Dieser Wagen soll von einem Franzosen angemietet worden sein, der in Belgien lebt. Er geriet am Samstagmorgen in einem dritten Auto in eine Routinekontrolle, wurde zunächst aber nicht festgenommen. Mit im Wagen waren mehrere Personen mit Wohnsitz in der Region Brüssel. Ein weiterer verdächtiger Mietwagen mit belgischem Kennzeichen wurde in der Nähe des Pariser Friedhofs Père Lachaise entdeckt. Die Polizei durchsuchte am Samstagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek mehrere Wohnungen und nahm sieben Menschen fest. Einer der Festgenommenen soll am Freitagabend in Paris gewesen sein. Bei der Aktion wurde auch der Wagen sichergestellt, der am Morgen in die Routinekontrolle geraten war.

+++ Mehrere Festnahmen in Belgien +++
Die belgische Polizei hat bei einem Großeinsatz nach den Anschlägen von Paris mehrere Menschen festgenommen. Das sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens am Samstagabend nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Mindestens eine der Personen war am Freitagabend in Paris, bestätigte der belgische Premierminister Charles Michel. Zuvor durchkämmten die Sicherheitskräfte ein Viertel der Hauptstadt Brüssel. Der Fernsehsender RTBF berichtet von drei noch laufenden Razzien in Molenbeek. Die Boulevardzeitung „La Dernière Heure“ berichtet, die Razzien hätten in den Wohnungen dreier junger Männer stattgefunden, die an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein sollen. Aus der französischen Hauptstadt hatten mehrere Augenzeugen berichtet, die Angreifer vom Freitagabend seien in einem Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen gekommen.

Der Terror von Paris – Was wir noch nicht wissen

Komplizen

Offen ist nach wie vor, wie viele Terroristen es insgesamt gab - und damit auch, ob weitere Attentäter oder Komplizen noch auf freiem Fuß sind. Besteht womöglich noch akute Gefahr? Bisher teilten die Ermittler auch nicht mit, wer die in Brüssel Festgenommenen sind. Ob sie in die Anschläge verwickelt sind, werde untersucht, hieß es. Unklar ist auch, ob der Verdächtige aus der Routinekontrolle unter den Festgenommenen ist.

Identität

Bisher sind erst drei Attentäter offiziell identifiziert, Näheres wurde nur über Mostefaï bekannt. Kamen die anderen Angreifer aus dem Ausland oder lebten sie in Frankreich? In welcher Verbindung standen sie zueinander, wie organisierten sie sich? Und planten sie die Anschläge eigenständig, oder wurden sie von Hintermännern instruiert und gesteuert? Waren sie bisher völlig unauffällig oder womöglich bereits im Visier der Sicherheitsbehörden? Damit hängt auch die Frage nach eventuellen Versäumnissen zusammen. Fragen wirft auch der gefundene syrische Pass auf. Ist das Dokument echt oder gefälscht? Und warum hatte es der Attentäter überhaupt bei sich?

Verdächtiger

Rätsel gibt ein Mann aus Montenegro auf, der vor gut einer Woche von der Polizei in Oberbayern mit Maschinenpistolen, Handgranaten und Sprengstoff im Auto gestoppt wurde. Angeblich war er damit auf dem Weg nach Paris. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen wird geprüft.

+++ Höchste Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich +++
Nach den Terroranschlägen hat Frankreich „alle Sicherheitskräfte mobilisiert“, wie Innenminister Bernard Cazeneuve sagte. Insgesamt 3000 zusätzliche Soldaten sollen nach Regierungsangaben von Samstagabend in den kommenden drei Tagen zum Einsatz kommen. Alle Bahnhöfe werden überwacht, ebenso die Häfen und wichtige Straßen wie etwa Autobahnen. Auch die Grenzkontrollen wurden verschärft. Frankreich hat die europäischen Partner gebeten, Zug- und Flugreisende auf dem Weg ins Land stärker zu kontrollieren. Die neuen Kräfte werden zusätzlich zu 30.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten abgestellt, die bereits seit Monaten zum Schutz sensibler Einrichtungen im Einsatz sind, wie Cazeneuve erklärte. Behörden können zudem Ausgangssperren verhängen und Versammlungsorte und Gaststätten vorübergehend schließen und Kundgebungen verbieten.


Augenzeuge

Le Monde-Reporter filmt schockierende Szenen des Attentats

Augenzeuge: Le Monde-Reporter filmt schockierende Szenen des Attentats

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+++Terrorist womöglich über Griechenland eingereist+++
Einer der mutmaßlichen Terroristen von Paris könnte Anfang Oktober als Flüchtling aus der Türkei nach Griechenland gekommen sein. „Der Inhaber des Passes, der an einem Tatort (in Paris) gefunden worden ist, war am 3. Oktober 2015 nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros (als Flüchtling) registriert worden“, teilte das Ministerium für Bürgerschutz in Athen am Samstagabend mit. Das Ministerium wisse nicht, durch welche andere Länder der Inhaber des Passes weitergereist sei, hieß es.

+++Bewaffneter Franzose in London festgenommen+++
Am Londoner Flughafen Gatwick ist ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Franzose festgenommen worden. Das meldete die britische Polizei am Samstag. Zuvor hatte die Polizei ein Terminal des Flughafens nach dem Fund eines verdächtigen Gepäckstücks geräumt.

+++Staatsanwalt informiert am Abend über die Anschläge+++
Der für Terrorismus zuständige französische Staatsanwalt François Molins hat für Samstagabend eine Pressekonferenz angekündigt. Molins will demnach um 19.00 Uhr im Justizpalast von Paris über die Anschläge vom Freitagabend mit mindestens 128 Toten informieren.

Übersicht über Attentate in Frankreich in der Vergangenheit

Mai 1978

Palästinensische Terroristen eröffnen am Flughafen Orly das Feuer auf Passagiere, die ein Flugzeug nach Tel Aviv besteigen wollen. Acht Menschen sterben, bei ihnen handelt es sich um drei Angreifer, zwei Polizisten und drei Passagiere. Drei weitere Passagiere werden verletzt.

Oktober 1980

Vor einer Synagoge in der Pariser Rue Copernic geht eine Bombe hoch - vier Menschen sterben, rund 20 weitere werden verletzt.

März 1982

Bei einem Anschlag auf einen Zug zwischen Toulouse und Paris werden fünf Menschen getötet und 77 verletzt. An Bord sollte ursprünglich der damalige Pariser Bürgermeister Jacques Chirac sein. Der Terrorist Carlos soll in den Anschlag verwickelt sein.

August 1982

Bei einem Anschlag auf das Restaurant "Goldenberg" im jüdischen Viertel von Paris werden sechs Menschen getötet und 22 verletzt. Bis heute ist nicht klar, wer für die Tat verantwortlich ist.

Juli 1983

Am Turkish-Airlines-Schalter am Flughafen Orly südlich von Paris explodiert ein Sprengsatz, wodurch acht Menschen getötet und 54 verletzt werden.

Dezember 1983

Zwei Menschen sterben und 34 werden verletzt, als eine Bombe am Bahnhof Saint Charles in Marseille explodiert. Nur wenige Minuten zuvor sterben bei einer Bombenexplosion in einem Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke Marseille-Paris drei Menschen. Zu beiden Anschlägen bekennt sich eine arabische Gruppe mit Verbindungen zu dem Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, besser bekannt als Carlos.

September 1986

Vor einem Kaufhaus in Paris explodiert eine Bombe - sieben Menschen werden getötet und rund 55 weitere verletzt. Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Attentaten eines proiranischen Terrornetzwerks in den Jahren 1985 und 1986 ein. Insgesamt sterben bei diesen Anschlägen 13 Menschen, mehr als 300 werden verletzt.

Juli 1995

In einem RER am Bahnhof Saint-Michel im Zentrum von Paris explodiert eine Bombe. Acht Menschen sterben, 119 werden verletzt. Der Anschlag wird algerischen Extremisten zugeschrieben. Es ist das blutigste Attentat einer Reihe von Anschlägen in diesem Sommer, bei denen insgesamt acht Menschen sterben und mehr als 200 verletzt werden.

Dezember 1996

Bei einem Anschlag auf einen Regionalzug (RER) in Paris sterben vier Menschen. Weitere 91 werden verletzt. Es gibt Ähnlichkeiten zu einer Anschlagsserie vom Sommer 1995.

März 2012

Der 23-jährige Mohammed Merah erschießt innerhalb von vier Tagen in Toulouse und Montauban drei Soldaten auf offener Straße. Wenige Tage später erschießt er drei Kinder und einen Lehrer einer jüdischen Schule in Toulouse. Am 22. März wird Merah von einer Spezialeinheit getötet.

Januar 2015

Drei Extremisten töten bei einer mehrere Tage dauernden Terrorwelle in Paris 17 Menschen, bevor sie selbst erschossen werden. Zunächst greifen zwei Brüder das Büro der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ an und erschießen zwölf Menschen. In den Tagen darauf tötet ein weiterer Extremist eine Polizistin und nimmt in einem koscheren Supermarkt Geiseln. Vier jüdische Kunden sterben.

Juni 2015

Ein wegen seiner Kontakte zur Salafisten-Szene bekannter Mann enthauptet seinen Chef und bringt den Kopf neben islamistischen Flaggen am Zaun eines Gaslagers nahe Lyon an. Anschließend bringt er auf dem Industriegelände mehrere Gasflaschen zur Explosion, bevor er von Feuerwehrleuten überwältigt wird.

August 2015

Ein schwerbewaffneter Mann eröffnet in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris das Feuer und verletzt zwei Menschen schwer. Der radikale Islamist wird von US-Soldaten überwältigt, die zufällig an Bord des Zuges sind.

+++De Maiziere: „Deutschland im Fadenkreuz des Terrorismus“+++
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland nach den Anschlägen von Paris weiter im Visier des internationalen Terrorismus. „Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es, zusammenzustehen in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa“, sagte er am Samstag nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Ministern zu Konsequenzen aus den Terrorattacken von Paris. „Auch Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.“

+++Niederlande und Spanien verschärfen Sicherheitskontrollen+++
Die Niederlande haben nach den Terroranschlägen in Paris die Kontrollen an ihren Grenzen und auf allen Flughäfen verschärft. Zugleich wurden die Sicherheits- und Geheimdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das gab Ministerpräsident Mark Rutte am Samstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Den Haag bekannt. Er betonte die Solidarität der Niederlande mit Frankreich und bekundete den Opfern der Anschläge und deren Angehörigen tiefes Mitgefühl.

Die Regierung von Spanien hat nach den Anschlägen von Paris eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, den Terror-Alarm aber vorerst weiter auf der zweithöchsten Stufe gelassen. Die Sicherheit solle „in einigen Bereichen“ erhöht werden, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Samstag in Madrid. Unter Hinweis auf die nötige Vorsicht wollte er vor Journalisten aber keine Details der geplanten und schon durchgeführten Maßnahmen verraten.

+++Pariser Krankenhäuser behandelten 300 Menschen+++
Die Pariser Krankenhäuser haben nach der Terrorwelle 300 Menschen versorgt. 80 Opfer seien als akute Notfälle behandelt worden, teilte die Krankenhausverwaltung am Samstag mit. 43 Menschen wurden als Zeugen oder Angehörige von Opfern in Behandlung genommen. Bis zum frühen Nachmittag hätten 53 Menschen die Krankenhäuser bereits wieder verlassen können. Die Mehrheit der Betroffenen stehe unter Schock und litt unter Traumata, die eine längerfristige Versorgung nötig machen könnten.

+++Ein Attentäter identifiziert+++
Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen. Am Freitagabend hatten mindestens acht Angreifer sechs verschiedene Orte in Paris und im Norden der französischen Hauptstadt angegriffen und mindestens 128 Menschen getötet und weitere 300 verletzt.

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