Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2011

10:13 Uhr

Live-Ticker

DNA-Test soll Bin Ladens Identität beweisen

Osama bin Laden ist tot. Er gilt als der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Verteidigungsministerium bei Washington.

Liveticker

Der Liveticker aus der Handelsblatt-Redaktion zu den aktuellen Ereignissen.

+++ 14:13 Uhr: Das Weiße Haus hat nach Informationen des US-Fernsehsenders CNN noch nicht entschieden, ob es Fotos des toten Terroristenchefs Osama bin Laden veröffentlicht. Auf den Bilder sei zu sehen, dass Bin Laden eine Schusswunde am Kopf erlitten habe, so der Sender. Bin Laden sei auf den Aufnahmen eindeutig zu erkennen, zitiert CNN US-Regierungsbeamte. Am Montag lief den Angaben zufolge ein Abgleich des Erbgutes des Terroristenchefs mit dem von Verwandten. Der Foto-Beweis sei jedoch so eindeutig, dass dies eigentlich nicht zwingend notwendig gewesen sei, sagte eine CNN-Korrespondentin.

+++ 14: 11 Uhr: Aus Sorge vor Vergeltungsanschlägen nach dem Tod des Terroristenführers Osama bin Laden sind die Kontrollen an den New Yorker Flughäfen am Montag „erheblich verstärkt“ worden. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde Port Authority of New York und New Jersey sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Maßnahmen „kurz nach der Rede von US-Präsident Barack Obama“ im Weißen Haus ergriffen worden seien. Außer an den Flughäfen John F. Kennedy, Newark Liberty und LaGuardia hat die Behörde auch die Sicherheitsvorkehrungen an den Brücken und Tunneln der 15-Millionen-Metropole ausgebaut. Über die Zahl der zusätzlich eingesetzten Polizisten machte der Sprecher keine Angaben.

+++ 14:02 Uhr: Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat am Montag die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden verurteilt. Ministerpräsident Ismail Hanija beschrieb den Kommandoeinsatz in Pakistan als eine Fortsetzung der amerikanischen Unterdrückung und des Blutvergießens von Muslimen und Arabern. Die Hamas bete, dass bin Ladens Seele in Frieden Ruhe. Hanija erklärte vor Journalisten, die Hamas habe ihre Differenzen mit der Al Kaida gehabt. Sie verurteile jedoch den Anschlag auf „einen muslimischen und arabischen Krieger“. Die Hamas hat wiederholt erklärt, sie unterhalte keine Beziehungen zur Al Kaida. Ihr Kampf richte sich gegen Israel und nicht den Westen als Ganzes.

+++ 13:42 Uhr: Ein Ideologe der Al-Kaida hat am Montag Vergeltung für die Tötung von Osama bin Laden angekündigt. Der Kommentator, der sich im Netz „Assad al-Jihad2“ nennt, veröffentlichte auf extremistischen Webseiten einen langen Nachruf auf bin Laden und versprach, „die Tötung des Scheichs des Islams zu rächen“. Jeder, der glaube, dass der Dschihad beendet sei, müsse nur „ein bisschen warten“. Militante Webseiten veröffentlichen regelmäßig lange Interviews mit al-Jihad2 über den sogenannten „Heiligen Krieg“, oft äußert er sich auch zu Streitfragen der Glaubenslehre. Die Stellungnahme von al-Jihad2 war die erste vonseiten der Al Kaida, in der das Terrornetzwerk den Tod bin Ladens einräumt.

+++ 13:40 Uhr: Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Tötung des Top-Terroristen rechtlich abgesichert war. Dies machte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin deutlich. Weil die genauen Umstände der Operation aber noch
nicht bekannt seien, wäre es für eine abschließende rechtliche Bewertung noch zu früh. Tatsache sei jedenfalls, dass mit Bin Laden „einem der Drahtzieher des internationalen Terrorismus das Handwerk gelegt“ worden sei, sagte der AA-Sprecher weiter. Gegen Bin Laden bestehe ein internationaler Haftbefehl und gegen den internationalen Terrorismus gebe es mehrere Resolutionen des Sicherheitsrats. Al-Kaida sei eine weltweit geächtete und gelistete Terror-Organisation. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums machte deutlich, die Operation gegen Bin Laden in Pakistan habe für den Einsatz der Bundeswehr im Nachbarland Afghanistan keine absehbaren Konsequenzen. Es gebe keinen Anlass, die Sicherheitslage der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan anzupassen.

+++ 13:10 Uhr: Es sollen gefangene Terrorverdächtige gewesen sein, die die CIA auf Personen hinwiesen, die möglicherweise Bin Laden und dessen Vize, Ayman al-Zawahiri, nach deren Flucht direkt unterstützt hätten. Später erweckte ein Bin-Laden-Kurier die Aufmerksamkeit der Geheimdienstler. Gefangene identifizierten ihn als einen Schützling von Chalid Scheich Mohammed, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom11. September, und als einen von wenigen Al-Kaida-Kurieren, denen Bin Laden traute. Sie deuteten auch an, dass dieser Mann mit Bin Laden zusammenleben und als ein Bodyguard für ihn fungieren könnte. Und sogar einen Namen lieferten sie -aber es war leider nur ein Deckname. So gelang es den Agenten erst vor vier Jahren, die Identität des Kuriers herauszufinden. Vor zwei Jahren machten sie nach diesen Informationen dann Gebiete in Pakistan aus, in denen der Kurier zusammen mit einem Bruderoperierte. Aber wo die Beiden wohnten, blieb immer noch im Dunkeln - dank der intensiven Sicherheitsvorkehrungen des Gespanns, die die US-Geheimdienstler immer stärker davon überzeugten: „Wir sind auf der richtigen Spur.“ Der Durchbruch kam nach den US-Angaben im vergangenen August, als der Unterschlupf gefunden wurde. Es war ein Anwesen in einem Vorort von Abbottabad, etwa 60 Kilometer Luftlinienördlich von Islamabad.

+++ 12:52 Uhr: Die Nachfolger sind laut BBC News schon bereit, den Posten von Osama bin Laden zu übernehmen. Demnach könnte der Arzt Ayman al-Zawahiri nachrücken. Einige Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass der Ägypter auch beim Anschlag am 11. September 2001 die Finger im Spiel gehabt hat. Er gilt als einer der Vordenker des Al-Qaida-Terrors. Das FBI hat eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesprochen für Hinweise, die zu seiner Verhaftung führen. Die Berliner Morgenpist schreibt, sein Lebenslauf weise ihn als regelrechten Karriere-Islamisten aus: In Ägypten wandte er sich schon als Jugendlicher dem radikalen Islam zu. Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums an der Universität Kairo 1974 machte er sich mit leidenschaftlichen Plädoyers gegen den Westen und für eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Glaubens einen Namen im radikalislamischen Untergrund.

+++ 12:23 Uhr: Im Internet bringen die Menschen ihre Gefühle zum Ausdruck – insbesondere beim Kurznachrichtendienst Twitter und auf Facebook. Hier überschlagen sich die Kurznachrichten, die bisweilen sehr amüsant sind. So schreibt ein User: "So Osama Bin Laden is dead... Amazing what the Americans can do when the Playstation Network is down......", und: "Osama Bin Laden and Voldermort killed on the same day. Coinsidence? I think not." Die Fanzahl der Facebook-Seite „Osama Bin Laden is DEAD“ steigt im Sekundentakt. Aktuell sind es bereits über 270.000.

+++ 12:07 Uhr: Die Erschießung Osama bin Ladens durch US-Kommandos ist nach Auffassung des Vatikans kein Grund für Freudenfeiern. Vielmehr sei zu hoffen, dass der Tod des Al-Kaida-Chefs mehr Frieden als Hass bringen werde, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Montag in Rom. „Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen“, so Lombardi. Bin Laden habe schwere Verantwortung auf sich genommen, indem er Spaltung und Hass verbreitet habe. Das habe zum Tod zahlloser Menschen geführt, wobei die Differenzen zwischen den Religionen ausgenutzt worden seien, um diese Ziele zu erreichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×