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26.01.2012

08:22 Uhr

Liveblog Davos

Cameron, Jagger und andere Helden

VonGeorg Watzlawek, Torsten Riecke

Handelsblatt Online berichtet live vom World Economic Forum in Davos. Hier tragen wir zusammen, was unsere Reporter vor Ort zu bieten haben - und was Sie zum Geschehen in den Schweizer Bergen wissen müssen.

AFP

Kommentare (4)

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WFriedrich

26.01.2012, 10:50 Uhr

Die Physikerin Angela Merkel scheint in Davos eine der ganz wenigen Ökonomen zu sein. Zwar hat sich die Jahrestagung ein wohlklingendes Motto gegeben; zutreffender wäre aber das Motto "Von der Hand in den Mund" gewesen. Im Kern prallt dort ein unversöhnliches Verständnis vom Gütergleichgewicht aufeinander. Anders als Merkel streben einige Anwesende an, die Einheit von Angebot und Nachfrage der Beliebigkeit preis zu geben, in dem sie das Nachfragepotential gezielt von seiner Entstehung in der Güterproduktion entkoppeln und Neuverschuldung und Geldmengenausweitung wie das goldene Kalb anbeten. Obwohl jeder der Anwesenden weiß, dass das Nachfragepotential zuvor durch produktive Wertschöpfung generiert werden muss, beschäftigt man sich nicht mit der Wiederherstellung des Gleichgewichts. So stellt sich die Frage, ob das Forum in dieser Zusammensetzung geeignet ist, mehr zu leisten, als Stückwerk. Ungeachtet des politischen Drucks, der infolge hoher Arbeitslosigkeit und geringer Kapazitätenauslastung in vielen Teilen der Welt besteht, muss von so einem Forum mehr erwartet werden als Vorstellungen von "Lieschen Müller", die in den engen Grenzen ihres Monatsbudgets denkt. Fakt ist, dass wir weltweit nicht mehr garantieren können, dass die Wertschöpfungsprozesse - zugleich die notwendige Kaufkraft (ohne Geldmengenausweitung und Neuverschuldung) generieren, damit der Konsum der geschaffenen Werte im gesunden Kreislauf gesichert wird. Mangels ökonomischen Vorlaufwissens wird weiterhin das Heil in der Ausweitung der Kaufkraft mittels Schulden gesucht, obwohl sich die Schulden längst verselbständigt haben. Vermeintliches Heil ist Unheil, das die Leistungs- und Finanzierungsprozesse weltweit auseinander treibt. Ja, ich bin für Erfahrungsaustausche wie Davos und Zusammenkünfte der (zu Unrecht verschmähten) Bilderberger - aber zugleich erwarte ich von dort richtungsweisende Lösungsvorstellungen.

Rene

26.01.2012, 12:45 Uhr

Wen interessiert der Applaus?

Es ist zwar nicht populär, aber Frau Merkel vertritt uns doch ganz gut!

Die Schönredner haben in ihrern Ländern viel größere Probleme, und wollen vermutlich mit Rhetorik davon ablenken...

Account gelöscht!

26.01.2012, 13:46 Uhr

Die Rede von Cameron war eine Rede im Geiste des vergangenen Jahrhunderts. Die Briten sind noch zu stark in der Nationalstaatlichkeit und der Konfrontation verhaftet. Für sie ist noch Krieg. Cameron hob hervor was UK plant, plant am Rande des Abgrundes an dem sie sich befinden. Die Wirtschaft in USA und England wird zu sehr von der Finanzwirtschaft bestimmt. Die Finanzwirtschaft kann nur Geld verdienen, wenn Wachstum da ist oder zumindest sich vortäuschen lässt. Cameron stellte heraus was sie planen zu tun, was Deutschland seit Jahren umgesetzt hat und hielt eine Werberede für sein Land und für Wachstum, damit seine City was zu spielen hat in ihren Casinos. Das Gespenst an der Wand, die Finanztransaktionssteuer malt er in düsteren Farben, weil seine City darunter mehr leiden wird, als er zugeben will.
Der Ansatz von Frau Merkel war sehr gehemmt. Ihre Rede spröde, so hatte ich den Eindruck. Sie war sehr davon geprägt keine Erwartungen zu wecken und gleichzeitig niemanden zu brüskieren. Diesen schmalen Grad hat sie geschafft. Sie hat meines Erachtens zu wenig über die Chancen gesprochen, die ihr Weg zur Bewältigung der Verschuldungskrise bietet.
Inzwischen mehren sich die Stimmen wichtiger Wirtschaftsführer und Professoren, die sagen, der Weg von Angela Merkel ist der Richtige: keine Ausweitung der Hilfen bevor nicht Verpflichtungen eingegangen werden. Nur Austerity bringt langfristig eine Lösung. Die Schuldenberge können nicht weiter wachsen. Der Euro in Gefahr? Blödsinn....

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