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23.09.2014

16:40 Uhr

Liveblog – Krieg gegen IS

Auch Khorasan plant Attacken gegen den Westen

Die USA greifen den Islamischen Staat aus der Luft an, doch nicht nur IS gilt es im Irak und in Syrien zu bekämpfen. Auch die radikale Gruppe Khorasan droht offenbar mit Anschlägen im Westen. Der Tag im Liveblog.

Präsident zum Syrien-Angriff

Obama: „Das ist nicht allein Amerikas Kampf“

Präsident zum Syrien-Angriff: Obama: „Das ist nicht allein Amerikas Kampf“

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Die USA und ihre Verbündeten aus dem arabischen Raum – Jordanien, Bahrain, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar – fliegen Angriffe auf die Islamisten in Syrien. Die Briten zögern noch, ob sie sich beteiligen sollen. 49 Geiseln des Islamischen Staats (IS) kommen frei. Doch die Miliz hat bereits auf die Luftangriffe reagiert und droht den USA sowie Saudi-Arabien mit Vergeltung. Der erste Tag der Offensive im Liveblog.

+++Iran nennt Manöver „illegal“+++

Der Iran hat die ersten amerikanisch-arabischen Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien scharf kritisiert. Der iranische Präsident Hassan Ruhani sagte am Dienstag in New York, die Angriffe seien illegal, weil sie von der syrischen Regierung nicht vorab genehmigt worden seien. Der stellvertretende iranische Außenminister Hossein Amir Abdollahjan sagte, die Angriffe hätten die Souveränität Syriens verletzt. Jede Militäraktion in Syrien ohne Zustimmung Damaskus' sei inakzeptabel.

+++Kurden fordern Luftangriffe in Grenzgebiet+++

Ein Sprecher der syrischen Kurdenmiliz ruft zu Luftangriffen auf die IS-Einheiten auf, die die strategisch wichtige Stadt Kobani an der Grenze zur Türkei belagern. Der IS verlege seine Kämpfer aus den am Dienstag beim US-koordinierten Einsatz angegriffenen Regionen in das von Kurden kontrollierte Gebiet, sagt der Sprecher.

+++Details zu den US-Luftangriffen+++

Bei ihren Luftangriffen nahmen die USA in der Nacht neben dem Islamischen Staat nach neusten Informationen auch die Dschihadisten-Gruppe Khorasan ins Visier. Grund seien „drohende Anschlagspläne“ gegen Amerika und Europa von dieser Gruppe gewesen. Deshalb wurden ihre Trainingslager, eine Produktionsstätte für Waffen und Sprengstoff und ein Kommandozentrum bombardiert. „Wir glauben, dass wir die an dem Plot beteiligten Individuen mit den Angriffen getroffen haben“, sagte Admiral John Kirby, Sprecher der Pentagon, in einem ABC-Interview. Dieser Teil der Attacken und die Hinweise auf mögliche Terrorattacken kam überraschend: Die erst im vergangenen Jahr gegründeten Miliz sei ein „Netzwerk erfahrener Al-Kaida-Veteranen“, hieß es vom Pentagon. Sprecher John Kirby sprach am Dienstag von „sehr, sehr effektiven“ Angriffen. Die USA und ihre fünf Verbündeten flogen gegen die IS-Ziele mit Kampfjets, 47 „Tomahawk“-Marschflugkörpern, Kampfdrohnen und dem Jagdflugzeug F-22 „Raptor“.

Einsatz in Syrien

USA fliegen Luftangriffe auf IS-Stellungen

Einsatz in Syrien: USA fliegen Luftangriffe auf IS-Stellungen

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+++Deutschland schickt erste Waffen in den Irak+++

Deutschland bringt die erste Waffenlieferung an die Kurden im Nordirak auf den Weg. Ein niederländisches Transportflugzeug mit Panzerfäusten, Maschinengewehren und Munition aus Bundeswehr-Beständen an Bord werde am Mittwoch vom Flughafen Leipzig starten, kündigte die Bundeswehr am Dienstag an. Insgesamt überlassen die deutschen Streitkräfte der Kurden-Armee in ihrem Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) mehr als 600 Tonnen militärische Ausrüstung und Waffen.

+++Beobachter: 300 Tote und Verletzte durch Luftangriffe+++

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtergruppe für Menschenrechte beziffert die Zahl der Toten und Verletzten auf über 300. Mindestens 70 IS-Kämpfer seien bei den Luftangriffen getötet worden, sagt der Chef der Organisation, Rami Abdulrahman, zu Reuters. Unter den Opfern seien auch 50 Kämpfer der radikal-islamischen Al-Nusra-Front, einem syrischen Ableger von Al-Kaida. Die Extremisten seien westlich der nordsyrischen Stadt Aleppo getötet worden, teilte die NGO mit. Die Opfer seien vor allem Ausländer.

Gewaltsame Befreiung von Geiseln

Algerien, Januar 2013

Mit der Erstürmung des Gasfelds In Amenas beendet die algerische Armee eine Terroraktion islamistischer Terroristen. Mindestens 80 Menschen sterben während der Geiselnahme und der Befreiung. Rund 700 algerische Beschäftigte und mehr als 100 ausländische Mitarbeiter können sich während des mehrtägigen Dramas selbst retten oder werden befreit.

Somalia, Januar 2013

Bei der versuchten Befreiung eines seit 2009 von der Islamistenmiliz Al-Shabaab festgehaltenen französischen Geheimagenten sterben die Geisel und mindestens ein französischer Soldat. Bei dem Militäreinsatz nahe Mogadischu werden nach Angaben von Anwohnern auch fünf Zivilisten und mehrere Islamisten getötet.

Nigeria, März 2012

Bei einer missglückten Befreiungsaktion kommen eine britische und eine italienische Geisel ums Leben. Die Männer hatten für eine italienische Baufirma gearbeitet und waren seit zehn Monaten in der Gewalt nigerianischer Terroristen.

Irak, März 2011:

Extremisten überfallen das Provinzparlament in der Stadt Tikrit und nehmen dort tagende Abgeordnete als Geiseln. Irakische Sicherheitskräfte stürmen wenige Stunden später das Gebäude, um sie zu befreien. Insgesamt sterben 65 Menschen.

IRAK, Oktober 2010

Mitglieder des irakischen Al-Kaida-Ablegers besetzen eine katholische Kirche und verschanzen sich dort mit zahlreichen Geiseln. Als die irakische Polizei die Kirche stürmt, kommen mindestens 50 Geiseln und fünf Geiselnehmer ums Leben.

Kolumbien, Juli 2008

Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, drei US-Amerikaner und weitere Geiseln werden aus der Gewalt von Farc-Rebellen befreit. Soldaten hatten sich als Vertreter einer regierungsunabhängigen Organisation ausgegeben und waren in einem Hubschrauber zu einem vermeintlichen Treffen mit einer internationalen Kommission geflogen. In der Luft wurden mitfliegende Rebellen überwältigt und die Geiseln waren frei.

Afghanistan, August 2007

Eine in Kabul entführte deutsche Mitarbeiterin der Hilfsorganisation ora international wird von afghanischen Sicherheitskräften befreit.

Russland, September 2008

Mehr als 30 Bewaffnete überfallen eine Schule in Beslan in der russischen Kaukasusregion Nordossetien und nehmen über 1100 Kinder, Eltern und Lehrer 52 Stunden lang als Geiseln. Bei Erstürmung der durch russische Sicherheitskräfte werden 331 Menschen getötet. Unter den 318 getöteten Geiseln sind 186 Kinder.

Russland, Oktober 2002:

41 tschetschenische Terroristen überfallen ein Moskauer Musicaltheater und nehmen mehr als 800 Geiseln. Nach drei Tagen stürmt die Polizei das Gebäude. 129 Geiseln und alle Terroristen sterben, die meisten durch von Sicherheitskräften eingesetztes Gas.

+++ Bundesregierung lehnt Allianz mit Syriens Machthaber ab +++

Die Bundesregierung will sich nach Informationen von „Spiegel Online“ in den kommenden Wochen auf internationaler Ebene dagegen sperren, dass beim Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien einen Deal mit dem dortigen Diktator Bashar al-Assad geschlossen wird. In einem vertraulichen Strategiepapier des Auswärtigen Amts heißt es, „dass Assad kein Partner im Kampf gegen ISIS sein kann“. Dies werde Berlin bei internationalen Treffen zum Thema einfordern. Das Zurückdrängen des IS in Syrien sei „auch Teil der Strategie von Bashar al-Assad, in seinem Kampf gegen die legitimen Forderungen der gemäßigten Opposition“.

+++ Mehr als 60 Prozent der Deutschen fühlen sich vom IS bedroht+++
Fast zwei Drittel der Deutschen fühlen sich vom IS bedroht. 63 Prozent fürchten sich nach einer INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) vor Anschlägen der Extremisten auch in Deutschland. Demnach haben von den über 50-Jährigen 71 Prozent Angst vor Terroranschlägen, bei den 18 bis 24-Jährigen sind es 52 Prozent. 20 Prozent sehen laut der repräsentativen Umfrage keine Terrorgefahr. Die deutschen Sicherheitsbehörden warnen seit Wochen vor möglichen Terroraktionen islamistischer Syrien-Rückkehrer. Derzeit geht der Verfassungsschutz davon aus, dass mehr als 400 Menschen aus Deutschland ausgereist sind, um sich in Syrien und im Irak extremistischen Gruppen anzuschließen.

+++Syrien will Kooperation gegen IS+++

Die syrische Regierung hat sich hinter die Angriffe der US-geführten Koalition gegen die Dschihadisten in Syrien gestellt. Syrien unterstütze "jede internationale Bemühung, die zum Kampf gegen Terroristen beiträgt", seien es der IS, die Al-Nusra-Front oder andere, erklärte das syrische Außenministerium am Dienstag. Die Al-Nusra-Front ist der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Das Ministerium beharrte zugleich darauf, dass die syrische Souveränität gewahrt bleiben müsse. Washington lehnt eine Kooperation mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad weiterhin ab, informierte aber offenbar das Außenministerium über die geplanten Angriffe.

+++Cameron will Iran an Anti-IS-Kampf beteiligen+++

Der britische Premierminister David Cameron will nach Reuters-Informationen den Iran um Hilfe im Kampf gegen die Miliz Islamischer Staat (IS) bitten. Dazu werde Cameron am Rande der UN-Vollversammlung in New York mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani zusammenkommen, sagte eine Person aus Camerons Umfeld am Dienstag. Es wäre die erste Begegnung auf dieser Ebene zwischen beiden Ländern seit der iranischen Revolution 1979. Erwartet wird zudem, dass Cameron den iranischen Präsidenten dazu auffordert, den syrischen Staatschef Baschar al-Assad nicht länger zu unterstützen.

+++ Islamischer Staat kündigt Vergeltung an +++

Der IS macht Saudi-Arabien dafür verantwortlich, dass die USA mit Unterstützung arabischer Staaten ihre Luftangriffe vom Irak auf Syrien ausgeweitet haben, wie ein IS-Kämpfer der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die IS-Miliz kündigt Vergeltung für US-Luftangriffe in Syrien an. Die USA halten indes an ihrer Strategie einer internationalen Allianz gegen die Terroristen fest. Der IS hatte seine Anhänger am Montag aufgerufen, in Staaten, die zu der Koalition gegen den IS gehören, wahllos Bürger auf der Straße zu töten. Anhänger und Unterstützer des IS sollten "ungläubige Amerikaner oder Europäer" töten, hatte IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani erklärt. Der Mordaufruf wurde auf Arabisch sowie in englischen, französischen und hebräischen Übersetzungen veröffentlicht.

Kommentare (28)

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Herr Josef Schmidt

23.09.2014, 11:19 Uhr

Tja, die Geister die sie selbst gerufen haben.

Herr Andreas Bleibtreu

23.09.2014, 11:28 Uhr

Jetzt wird also fortgesetzt, was 2013 begann. Ein Angriff auf Syrien. Wenn nicht direkt, dann indirekt über ISIS. Soviele Unschuldige Leben vernichtet. Ist doch alles z. K..

Frau Ute Umlauf

23.09.2014, 11:30 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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