Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.04.2014

23:56 Uhr

Liveblog

USA geben Ukraine Milliardenkredit

Das Ultimatum der ukrainischen Regierung an die pro-russischen Separatisten ist abgelaufen. Der Westen plant weitere Sanktionen und stützt Kiew, ein russischer Kampf-Jet nähert sich einem US-Kriegsschiff im Tiefflug.

Trotz Eskalation im Osten des Landes

Regierung in Kiew zu Volksabstimmung bereit

Trotz Eskalation im Osten des Landes: Regierung in Kiew zu Volksabstimmung bereit

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Im Ukraine-Konflikt haben prorussische Separatisten ein Ultimatum der Regierung in Kiew verstreichen lassen. Es habe um 9.00 Uhr Ortszeit (8.00 Uhr MESZ) keine Hinweise darauf gegeben, dass im Osten der Ex-Sowjetrepublik besetzte Verwaltungsgebäude geräumt und Waffen abgegeben worden seien, berichteten Medien am Montag in Kiew.

+++Demonstranten fordern Entschlossenheit von Kiew+++

Hunderte Demonstranten haben die ukrainische Übergangsregierung zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen die prorussichen Milizen im Osten des Landes aufgerufen. Zudem forderten sie den Rücktritt von Innenminister Arsen Awakow, wie die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine am Montag meldete. Die Demonstranten zogen demnach vom Maidan im Zentrum der Hauptstadt Kiews zum Sitz des Parlaments.

+++Putin: Einmischungsanschuldigungen sind Spekulationen+++
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Anschuldigungen der USA im Zusammenhang mit der Rolle Moskaus bei den Unruhen in in der Ukraine zurückgewiesen. In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama habe Putin deutlich gemacht, dass es sich bei dem Vorwurf, Moskau greife in den Konflikt im Südosten des Nachbarlandes ein, um „Spekulationen“ handele, die „auf unbegründete Informationen“ beruhten, teilte der Kreml am Montag mit.

+++Ukraine kämpft gegen Währungsabsturz – Leitzins erhöht+++
Die ukrainische Zentralbank kämpft mit einer Zinserhöhung gegen den Verfall der Landeswährung Hrywnja. Der maßgebliche Satz steigt auf 9,5 Prozent von 6,5 Prozent, wie die Währungshüter am Montagabend mitteilten. Es ist die erste Änderung des Leitzinses seit August 2013. Mit dem Schritt will die Notenbank nach eigenem Bekunden auch die Inflation bekämpfen und den Geldmarkt stabilisieren. Der Wert der ukrainischen Währung seit Jahresbeginn im Vergleich zum Dollar 38 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

+++ USA verabschieden Finanzhilfe für Ukraine +++

US-Finanzminister Jacob Lew hat am Montag den Hilfskredit für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Dollar (725 Millionen Euro) unterzeichnet. Die Ukrainer hätten auf ihrem Weg zu einem unabhängigen politischen Kurs „enormen Mut“ bewiesen, sagte Lew laut einer Mitteilung des Finanzministeriums. Zuvor traf er sich mit seinem ukrainischen Amtskollegen Alexander Schlapak, um über die Lage in dem finanziell angeschlagenen Land zu beraten. Lew lobte Schlapak für die Fortschritte bei den dringend benötigten Wirtschaftsreformen. Mit den Kredithilfen, die der Kongress vor zwei Wochen gebilligt hatte, sollen wichtige Dienstleistungen sichergestellt werden. Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, lobte die Bemühungen der Ukrainer. Bei einem Treffen mit Schlapak und Nationalbankchef Stepan Kubiw begrüßte sie die jüngsten Reformen, teilte der IWF mit, der „in den kommenden Wochen“ über Milliardenhilfen für die Ukraine entscheiden wolle. Der IWF will die Ukraine mit einem weiteren Hilfspaket mit bis zu 18 Milliarden Dollar (13 Mrd Euro) unterstützen.

+++ USA bestätigen: CIA-Chef in Kiew +++

Die USA haben bestätigt, dass sich CIA-Chef John Brennan am vergangenen Wochenende in Kiew aufgehalten hat. „Normalerweise äußern wir uns nicht zu den Reisen des CIA-Direktors“, sagte ein Sprecher des US-Präsidialamtes am Montag in Washington. „Angesichts der besonderen Umstände in diesem Fall und wegen der von Russland vorgebrachten Unterstellungen hinsichtlich der CIA bestätigen wir, dass der Direktor als Teil seines Europabesuchs in Kiew war.“ Russland hatte Medienberichten zufolge die USA aufgefordert, sie sollten erklären, was Brennan in der Ukraine gemacht habe. Das US-Präsidialamt erklärte dazu, dass Besuche ranghoher Geheimdienstmitarbeiter ein übliches Mittel seien, um eine gegenseitig nützlich Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich voranzubringen. Auch zwischen den USA und Russland habe es über Jahre hinweg solche Treffen und eine Kooperation gegeben.

+++ Hague erweitert Sanktionsliste +++

Als Reaktion auf die Spannungen in der Ostukraine erweitert die Europäische Union die Liste der Sanktionen gegen Russland. Darauf hätten sich die EU-Außenminister geeinigt, sagte der britische Außenamtschef William Hague am Montag in Luxemburg. Nun werde erarbeitet, wer genau von den Maßnahmen betroffen sein solle. Auf der Liste stehen bereits 33 Russen und Ukrainer, die wegen der vom Westen als illegitim angesehenen Einnahme der Krim durch Russland angelegt wurde. Nach Angaben von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius könnten weitergehende Maßnahmen gegen Russland in der kommenden Woche auf einem EU-Gipfel beschlossen werden. Die EU hat diese Stufe, die auch Wirtschaftssanktionen beinhaltet, davon abhängig gemacht, ob Russland den Osten der Ukraine aktiv destabilisiert. Zugleich setzten die Außenminister in Luxemburg ihre Hoffnungen darauf, dass vom geplanten Treffen zwischen Vertretern der EU, der Ukraine, der Vereinigten Staaten und Russlands am Donnerstag in Genf Zeichen der Entspannung ausgehen.

+++ Spitzenpolitiker mahnen Zurückhaltung an +++

US-Präsident Barack Obama, sein französischer Kollege François Hollande und der britische Premierminister David Cameron haben die Konfliktparteien in der Ukraine zur Zurückhaltung aufgerufen. Nach einem Gespräch mit Obama forderte Hollande am Montag in Paris dazu auf, Provokationen zu vermeiden. Nach Angaben aus dem Élysée-Palast halten die Staatsspitzen an entschlossenen, abgestuften Sanktionen fest. Hollande setzt auch darauf, dass die USA einen Dialog zwischen Russland und der Ukraine voranbringen können, um zu einer Deeskalation zu kommen.

+++ Kampfflugzeug nähert sich US-Kriegsschiff +++

Ein russisches Kampfflugzeug ist nach Angaben des Pentagon mehrfach in geringer Höhe an einem US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer vorbeigedonnert. „Wir nennen das unprofessionell und provokativ“, sagte ein Beamter des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Die russische Maschine sei in unmittelbarer Nähe der „USS Donald Cook“ vorbeigeflogen, die sich in internationalen Gewässern befunden habe. „Der Zwischenfall dauerte 90 Minuten.“ US-Medien berichteten, der Jet sei in einer Höhe von rund 150 Metern über dem Meer geflogen. Das US-Schiff war kürzlich wegen des Anschlusses der Krim an Russland in die Region beordert worden.

+++ EU will über härtere Sanktionen beraten +++
Die Europäische Union könnte nach den Worten des französischen Außenministers Laurent Fabius in der kommenden Woche weitere Sanktionen gegen Russland verhängen. Falls notwendig, könnte dann ein EU-Gipfel stattfinden, bei dem über Strafmaßnahmen entschieden werde.

+++ Putin zeigt sich besorgt über Lage in der Ost-Ukraine +++

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach den Worten seines Sprechers sehr besorgt über die Entwicklung im Osten der Ukraine. Auf die Frage nach einem Hilfsappell der Separatisten dort an die Adresse Putins antwortete Präsidentensprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau ausweichend: "Leider richten sich sehr viele derartige Anfragen aus den Regionen im Osten der Ukraine direkt an Putin, in denen die Absender in der einen oder anderen Form um ein Eingreifen bitten", sagte er. "Der Präsident beobachtet die Entwicklung in der Ost-Ukraine mit großer Sorge." Die Separatisten hatten Putins Hilfe gegen die ukrainische Armee gefordert

+++Separatisten-Anführer bittet Putin um Unterstützung+++
Der Anführer der pro-russischen Separatisten im ostukrainischen Slawjansk wendet sich an Russlands Präsident Wladimir Putin. Putin solle die „Volksrepublik Donezk“ unterstützen, fordert er.

Klick der Woche

Kommt jetzt der Bürgerkrieg?

Klick der Woche: Kommt jetzt der Bürgerkrieg?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

+++USA erwägen Waffenlieferungen an Ukraine+++

Die USA erwägen Waffenlieferungen an die Ukraine. „Wir betrachten das als eine Option“, sagte der US-Diplomat und Berater von Außenminister John Kerry, Thomas Shannon, am Montag in Berlin. „Es ist aber noch nicht klar, ob wir es tun werden oder nicht.“ Die ukrainische Führung hat die USA nach Angaben aus US-Regierungskreisen bereits vor einiger Zeit um die Lieferung von Waffen gebeten. Dieser Bitte kam die Regierung in Washington zunächst jedoch nicht nach, sondern beschloss lediglich, die ukrainische Armee mit Lebensmitteln zu unterstützen.

+++Timoschenko fordert militärische Hilfe für die Ukraine+++
Angesichts der unruhigen Lage in der Ostukraine hat Präsidentenkandidatin Julia Timoschenko die internationale Gemeinschaft zu „direkter militärischer Hilfe“ aufgefordert. Das ukrainische Volk kämpfe um seine Freiheit, betonte die Ex-Regierungschefin am Montag in einer Mitteilung. „Die Zeit ist gekommen, die Organisation des gesamtnationalen Widerstandes gegen den russischen Aggressor mit allen verfügbaren Methoden auszurufen.“ Dazu gehöre auch eine allgemeine Mobilmachung.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.04.2014, 13:45 Uhr

und woher kommt diese Milliarde ? Der EU und den Bürgern der EU muss es ja wirklich gut gehen wenn wir eine Milliarde an eine Putsch Regierung verschenken können

Account gelöscht!

14.04.2014, 14:11 Uhr

Kann die Erweiterungs-nimmersatte EUdSSR sich nicht mal mit dem Verschenken von Steuermilliarden zurückhalten?

Was hat der Deutsche Steuerbürger von der Ukraine? Nichts! Die Ukraine gehört kulturell und sprachlich zu Russland.

Wir müssen bei der Wahl im Mai unbedingt klar machen, dass wir diese erweiterungs-geile EU nicht wollen.
Es gilt "Alternativen" zu wählen!

Account gelöscht!

14.04.2014, 14:23 Uhr

Ich vermute mal, dass sie damit nicht irgendwelche offenen Gasrechnungen, zumindest als Abschlag, bezahlen werden. Das Fass machen die erst auf, wenn wir die ersten Bilder von erfrorenen Menschen in der Ukraine im Staatsfernsehen gezeigt bekommen.
Dann müssen wir wieder Solidarität demonstrieren und richtiges Geld in die Hand nehmen.
Unsere Superstrategen im Bundeskanzleramt haben mit ihrem planlosen, blinden handeln bis jetzt was erreicht?
Jetzt haben wir das überschuldete Land an der Backe und nicht mehr Russland. Gazprom bekommt endlich seine offenen Gasrechnungen bezahlt und wir dürfen dann auch noch zum Dank die normalen Weltmarktpreise für das Gas in der Ukraine bezahlen.
Russland wird auch die Kredite zurückfordern und wer wird die dann wohl bezahlen? Bestimmt nicht unsere amerikanischen Freunde, denn die werden der Ukraine zwar Kredite geben, jedoch nur gegen Gas und Öl-Förderrechte. Man hilft ja wo man kann.
Wir werden die Ukraine durchfüttern und die Amis machen den Reibach.
Ich stelle mir gerade vor, wie Putin bei diesen Sanktionen der Angstschweiß ausbricht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×