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12.02.2015

01:46 Uhr

Liveblog zum Krisengipfel in Minsk

„Es sind Fortschritte erreicht worden“

In Minsk verhandeln Putin, Poroschenko, Merkel und Hollande über ein Friedensabkommen im Ukraine-Konflikt. Nach russischen Angaben gab es etwas Bewegung. Dann brachte Putin die Verhandlungen scheinbar ins Stocken.

Können Putin (v.l.), Hollande, Merkel und Poroschenko eine Lösung finden? dpa

Friedensgespräche in Minsk

Können Putin (v.l.), Hollande, Merkel und Poroschenko eine Lösung finden?

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk sind am Mittwoch die Staats- und Regierungschefs aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen, um eine friedliche Lösung im Ukraine-Konflikt zu verhandeln. Parallel zu dem Treffen gehen die Kämpfe in der Ostukraine mit unverminderter Härte weiter. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++ Putin bringt Verhandlungen ins Stocken+++

Der Ukraine-Krisengipfel ist in der Nacht wieder ins Stocken geraten. Nachdem die russische Seite am Abend Zuversicht verbreitet hatte, verlautete weit nach Mitternacht aus Kreisen der anderen Delegationen, Kremlchef Wladimir Putin stelle sich quer. Ein Ende der Verhandlungen sei nicht absehbar.

+++ Lawrow verbreitet Zuversicht +++

Im dramatischen Ringen um Frieden für die Ostukraine in Minsk hat es am Mittwochabend erste Zeichen für einen möglichen Erfolg gegeben. Der russische Außenminister Sergej Lawrow verbreitete nach gut vierstündigen Verhandlungen Zuversicht. Lawrow sagte, die Gespräche verliefen „aktiv“. Dies bedeute „besser als super“.

+++ Separatisten dämpfen Hoffnung auf schnelle Waffenruhe +++

Im Ringen um eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts haben die prorussischen Separatisten Hoffnungen auf eine rasche Waffenruhe gedämpft. „Eine vollständige Feuerpause sofort an der ganzen Front umzusetzen, ist unmöglich“, sagte Separatistenführer Andrej Purgin dem russischen Staatsfernsehen am Mittwoch. Dafür seien mindestens anderthalb Tage nötig.

+++ Russischer Botschafter meldet „Fortschritte“ +++
Beim Friedensgipfel zur Ukraine in Minsk gibt es nach russischen Angaben etwas Bewegung. „Es sind Fortschritte erreicht worden“, sagte der russische Botschafter in Weißrussland, Alexander Surikow, am Mittwochabend der Nachrichtenagentur AP. Details gab er nicht preis.


+++ Krankenhaus in Donezk offenbar in Flammen +++
Beim Beschuss eines Krankenhauses in der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk ist am Mittwochabend mindestens ein Mensch getötet worden. Die Klinik sei in Flammen aufgegangen, sagte eine Sprecherin der prorussischen Rebellen der Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Todesopfer handle es sich um einen Fußgänger, der sich vor dem Gebäude aufgehalten habe. In der Klinik wurde demnach eine Mitarbeiterin verletzt. Fünf Patienten seien in Sicherheit gebracht worden, während die Feuerwehr den Brand bekämpft habe.

+++ Prorussische Separatistenanführer nach Minsk gereist +++
Die Anführer der prorussischen Aufständischen in der Ostukraine, Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki, sind überraschend zu den Friedensgesprächen nach Minsk gereist. Sollte es bei dem Gipfeltreffen unter deutsch-französischer Vermittlung zu einem Erfolg kommen, seien die beiden bereit, ein Abkommen zu unterzeichnen, sagte Separatistensprecher Andrej Purgin in Donezk der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Zagreb bestätigt Präsenz kroatischer Kämpfer in Ukraine +++
Die kroatische Regierung hat die Beteiligung freiwilliger Kämpfer aus dem Land am gewaltsamen Konflikt in der Ostukraine bestätigt. Der Regierung lägen Informationen vor, dass „eine gewisse Zahl“ kroatischer Kämpfer sich der ukrainischen Armee angeschlossen habe, sagte die kroatische Außenministerin Vesna Pusic am Mittwoch in Zagreb nach entsprechenden Medienberichten. Bisher hätten die Freiwilligen sich aber nicht den Paramilitärs angeschlossen. Der Geheimdienst verfolge diese Problematik, sagte Pusic.

+++ US-Heer trainiert ab März ukrainische Soldaten +++
Die US-Streitkräfte wollen ab März ukrainische Soldaten für den Kampf gegen prorussische Separatisten ausbilden. Dies kündigte amerikanische Heereskommandeur in Europa, Generalleutnant Ben Hodges, am Mittwoch an - ungeachtet der laufenden Bemühungen um einen Waffenstillstand in dem Konflikt in der Ostukraine.


+++ Ukraine muss in Minsk territoriale Ansprüche aufgeben +++
Um beim heutigen Treffen in Minsk einen Waffenstillstand mit Russland zu erreichen, sind territoriale Zugeständnisse der Ukraine notwendig. Das erklärte der Russlandbeauftragte der Bundesregierung Gernot Erler gegenüber Bloomberg News. „Einer der wichtigsten Punkte eines erneuerten Waffenstillstandes wird die Kontrolllinie sein“, sagt Erler. Es sei nicht davon auszugehen, dass die pro-russischen Separatisten die Gebiete von 1500 Quadratkilometern, die sie jenseits der im September 2014 vereinbarten Demarkationslinie unter ihre Kontrolle gebracht haben, wieder aufgeben werden.

Krisengipfel in Minsk: Krieg oder Frieden in der Ukraine?

Krisengipfel in Minsk

Krieg oder Frieden in der Ukraine?

Letzte Chance für den Frieden: In Minsk kommen Kreml-Chef Putin und der ukrainische Präsident Poroschenko zusammen und ringen um einen Weg aus der Krise. Keiner will nachgeben. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

„Für den ukrainischen Präsidenten wird es schwer sein, zu Hause zu erklären, dass ein erhebliches Territorium neu unter die Kontrolle der Separatisten kommt“, sagt Erler. Das werde ein „ganz schwieriger Punkt“ bei den heutigen Beratungen werden.

Kommentare (23)

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Herr Marc Otto

11.02.2015, 18:02 Uhr

Merkel kämpft an 2 Fronten. 1. sie als Taube hat mit dem schlimmsten Widerstand der Falken aus USa / England zu rechnen. 2. Amerika/ england wird alles machen, damit es nie zu einem Schulterschluss zwischen Russland und Deutschland kommt.

Herr Thomas Albers

11.02.2015, 18:09 Uhr

"Merkel kämpft an 2 Fronten"

Das verstehe ich jetzt aber nicht: Behaupten die Verschwörungstheoretiker nicht die ganze Zeit, Merkel sei eine US-Marionette? Keine eigene unabhängige Deutsche Politik möglich - ein Anruf aus Washington genüge... Und jetzt das: Wie kann es denn jetzt sein, dass Merkel sich doch gegen die angeblichen Interessen der USA wendet?

Ich glaube, die Theorien sind noch nicht so ganz ausgereift... *g*

Herr Edmund Stoiber

11.02.2015, 18:20 Uhr

"Ich glaube, die Theorien sind noch nicht so ganz ausgereift... *g*..."

Die Vernunft der letzten Jahrzehnte sagt einem, dass man "...auf das Ausreifen der Theorien..." nicht unbedingt auch noch warten sollte.

Wer's sehen will, kennt zwischenzeitlich das Lügengebilde an ihren Verfechtern und deren Rethorik. Es sind, und waren, immer die gleichen Lügen-Muster, mit denen das dumme Volk ruhiggehalten werden konnte und letztendlich mit den unausweichlichen Konsequenzen konfrontiert wurde, was i.d.R. immer im Bezahlen endete!

Geschichte wiederholt sich....leider!

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