Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2013

14:47 Uhr

Logistische Unterstützung

Deutschland hilft französischer Armee in Mali

Die französische Armee geht in Mali gegen die Islamisten vor. Mehrere EU-Staaten und die USA unterstützen den Einsatz. Auch Deutschland sagt Hilfe zu – allerdings sollen keine Kampftruppen entsendet werden.

Französische Soldaten sind mittlerweile in Mali im Einsatz. dpa

Französische Soldaten sind mittlerweile in Mali im Einsatz.

New YorkAußenminister Guido Westerwelle hat Frankreich deutsche Unterstützung beim Militäreinsatz in Mali zugesagt. Allerdings sollen keine Kampftruppen entsendet werden, sagte Westerwelle am Montag. „Wir haben in der Bundesregierung verabredet, dass wir jetzt in Gespräche mit Frankreich eintreten, inwieweit wir auch das Engagement Frankreichs jenseits der Entsendung von Kampftruppen unterstützen können, zum Beispiel politisch, zum Beispiel logistisch oder auch humanitär oder im medizinischen Bereich“, sagte Westerwelle.
Es sei für die Bundesregierung sei klar, dass Deutschland Frankreich „in dieser schwierigen Situation“ nicht allein lässt, sagte am Vormittag ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. „Es ist unser aller Interesse, dass die Lage in Mali so schnell wie möglich stabilisiert werden kann.“ Daher setze sich Westerwelle auch dafür ein, die bereits laufenden Planungen für eine EU-Mission zur Unterstützung und Ausbildung des malischen Militärs zu beschleunigen.

An dieser Ausbildungsmission will die EU laut ihrer Außenbeauftragten Catherine Ashton auch festhalten. „Die Vorbereitungen werden beschleunigt, in der zweiten Februarhälfte oder Anfang März soll es losgehen“, sagte ihr Sprecher. Bis zu 250 Ausbilder aus mehreren EU-Staaten, darunter aus Deutschland, sollen die heimischen Streitkräfte. An einem Kampfeinsatz in dem Krisenstaat will sich die EU aber auch nach dem militärischen Eingreifen Frankreichs in Mali nicht beteiligen. Die Pläne sollten nicht geändert werden, ein EU-Kampfeinsatz sei ausgeschlossen.

Mali: Frankreichs Luftwaffe attackiert Islamisten

Mali

Frankreichs Luftwaffe attackiert Islamisten

Eine Geiselbefreiung französischer Soldaten in Somalia endete jedoch in einem Desaster.


Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte zuvor das Eingreifen Frankreichs in Malis entschieden verteidigt, sich zu einem möglichen deutschen Engagement aber zurückhaltend geäußert. „Frankreich hat gehandelt, das war konsequent und richtig und verdient unsere Unterstützung“, sagte de Maizière am Montag im Deutschlandfunk. Es sei Eile geboten gewesen, da die Islamisten nicht nur den Norden Malis besetzt hätten, sondern dabei gewesen seien, auch den Süden zu erobern.

De Maizière sagte, die Rebellen wollten den Norden „umstrukturieren zu einem fundamentalistischen islamischen Staat“ und hätten die „Reste der malischen Armee aufgerieben“. „Frankreich war als einziges Land in der Lage, das zu stoppen“, betonte der Minister. Über die Ziele des Einsatzes sei Berlin informiert, doch solle Paris selber darüber Auskunft geben. Zu etwaigen Risiken sagte de Maizière: „Es gibt keinen Einsatz ohne Risiko und Warnungen vor Gefahren hört man jeden Tag.“

Frankreich greift in Mali Konflikt ein

Video: Frankreich greift in Mali Konflikt ein

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Zu einer deutschen Beteiligung sagte der Minister, Frankreich sei viel stärker engagiert in Afrika wegen seiner „Tradition und Geschichte“. „Frankreich hat Kräfte vor Ort, wir nicht“, sagte de Maizière. Eine eventuelle logistische Unterstützung des Einsatzes durch die Bundeswehr werfe „komplizierte politische und rechtliche Fragen“ auf. Zur Entsendung von Bundeswehrsoldaten zur Ausbildung malischer Soldaten sei bisher nur entschieden, dass ein „Planungskonzept“ aufgesetzt werde. Es sei kein „Operationsplan“ beschlossen worden.

Die SPD schloss sich weitgehend der Haltung der Bundesregierung an. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sprach nach der Sitzung des SPD-Bundesvorstandes in Braunschweig am Montag von einer einmütigen Haltung, dass für die SPD ein Kampfeinsatz deutscher Soldaten nicht infrage komme. Er verwies unter anderem darauf, dass der Einsatz keine Nato-Aktion ist. Steinbrück fügte hinzu: „Für den Fall, dass die Franzosen logistische Unterstützung brauchen, sind wir selbstverständlich als Partner und Freunde Frankreichs bereit, das zu prüfen.

Kampf gegen Rebellen: USA erwägen offenbar Hilfe für Mali

Kampf gegen Rebellen

USA erwägen offenbar Hilfe für Mali

Frankreichs Präsident Hollande will den Kampf solange führen, wie es notwendig sei.

Die islamistischen Rebellen, die seit April weite Teile des Nordens Malis kontrollieren, hatten vergangene Woche die Stadt Konna erobert und waren weiter nach Süden vorgerückt. Die malische Armee hatte daraufhin eine Gegenoffensive gestartet und dabei erstmals Unterstützung der französischen Luftstreitkräfte erhalten. Am Sonntag griff die französische Luftwaffe Ziele in den Hochburgen der Rebellen im Norden an. In Frankreich selbst wurden aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Gruppen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) beschloss ebenfalls die Entsendung von Kampftruppen.

Kommentare (23)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.01.2013, 08:20 Uhr

Jetzt unterstützen/richten Mitgliedsländer der EU,der Friedensnobelpreis ist noch nicht mal kalt, ein Blutbad in Mali an. Das die USA dabei sind versteht sich natürlich von selbst. Noch mehr Doppelmoral mit Blick auf Syrien geht wohl nicht ! Wie krank das alles ist lässt sich gar nicht mehr in Worte fassen !!!

Account gelöscht!

14.01.2013, 09:03 Uhr

Einst gab es ein VÖLKERRECHT. Heute greift die NATO einfach jeden an, der dem westlichen Wertgefüge nicht entspricht.

Es reicht ein abqualifizierender Ausdruck wie "Islamisten" und schon ist die Lizenz zum Töten gegeben.

Welche Bodenschätze gibt es denn in Mali?

Account gelöscht!

14.01.2013, 09:20 Uhr

um einen besseren Überblick sowie Einschätzung der Lage zu bekommen, empfehle ich beate und georg, denn nächsten Urlaub dort zu planen.

Mich persönlich interessiert dieses Land nicht. Was ich von dem da halte was dort bei den einheimischen abgeht,kann ich auch hier nicht aus Zensurgründen schreiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×