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24.03.2013

22:38 Uhr

Lou Jiwei

Chinas Finanzminister zweifelt an Lösung der Euro-Krise

China blickt mit Sorge auf die europäische Schuldenkrise. Finanzminister Lou Jiwei glaubt nicht, dass Europa die Probleme schnell in den Griff bekommen kann. Das habe auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft.

Chinas Finanzminister Lou Jiwei. Reuters

Chinas Finanzminister Lou Jiwei.

PekingChinas Finanzminister Lou Jiwei zweifelt daran, dass Europa seine Schuldenkrise schnell in den Griff bekommt. „Ich bin sehr in Sorge um Europa. Ich mache mir Gedanken, ob sie aus dem Ärger in den kommenden zehn Jahren herauskommen", sagte Lou am Sonntag auf einem Wirtschaftsforum. Zugleich wies der erst seit Kurzem im Amt befindliche Finanzminister darauf hin, dass Probleme im Ausland auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft hätten. Diese ist immer stärker von der Auslandsnachfrage abhängig.

Sollten sich die äußeren Bedingungen verbessern, könne die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schneller einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, sagte Lou. Sei dies nicht der Fall wäre es schwierig, das Haushaltsdefizit schnell zu reduzieren. Die Ausgaben des Staates stiegen stetig und die Einnahmen legten lediglich im einstelligen Prozentbereich zu. China hat zuletzt vor allem stark in den Aufbau der Infrastruktur investiert.

Die neue Regierung in Peking hat für die Wirtschaft 2013 ein Wachstumsziel von 7,5 Prozent ausgegeben. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt noch um 7,8 Prozent gestiegen. Von solchen Werten können westliche Industriestaaten nur träumen - für China war es jedoch das schlechteste Ergebnis seit 1999. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die Wachstumsraten Ende des Jahrzehnts näher an fünf Prozent dran sind als an den zehn Prozent im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Radek

24.03.2013, 23:13 Uhr

Wenn es keine grundlegende Modifizierung der Euro-Zone gibt, entweder zu kleineren Währungsverbünden oder einem Nord-Süd-Euro, kommen "sie" auch in 10 Jahren nicht aus der Misere. Der Euro in seiner jetzigen Verfassung ist ein
Fehlkonstrukt. Es war als ein plitisches "Friedensprojekt" gestartet worden, ohne dass man auf eine optimale Währungszone geachtet hätte.
Aus dem "Friedensprojekt" ist ein "Unfriedensprojekt" geworden. Wirtschafträume, die nicht unter einer Korsettwährung vernünftige Ökonomie betreiben können, wurden gewaltsam zusammengeschweißt ohne zukünftige Bruchlinien zu berücksichtigen.
Für mache Länder ist der Euro viel zu hoch bewertet, für andere z.B.Deutschland zu niedrig. Frankreich, Italien und andere benötigten einen Kurs von 1,15- 1,20, deutschland kann auch mit einem Kurs von 1,50 und mehr leben.
Hier wurde etwas zusammengekleistert was nicht zusammengehört, nicht in einer gemeinsamen Währung.
Deshalb ist das Experiment zu beenden und zu dekonstruieren , um etwas bessres zu rekonstruieren.

Account gelöscht!

24.03.2013, 23:18 Uhr

China hat Zweifel zu den nächsten 10 Jahren. Da sollte Schäuble schnell mal hinfahren und sagen: "Wir haften bloß. Mit der Finanzmarkttransaktionsteuer und dem Fiskalpakt haben wir die Grundlagen geschaffen der Krise zu begegnen." Was Schäuble nicht weiß: Sogar in China wird die eurokritische website fortunanetz gelesen, die ihn Lügen straft. Angesichts des Zeithorizontes der Chinesen wird man wohl sagen können, dass Schäuble das Ende der Krise nur noch dann mitbekommt, wenn sie baldigst in einer ungeordnmeten Staatspleite endet. Alle 14 Tage Gipfel die ganzen Nächte durch, hält man auf Dauer nicht aus.

kit_fisto

25.03.2013, 00:43 Uhr

@Radek, in 10 Jahren hat die Euro-Zone einige bisherige Mitglieder weniger, dafür neue in Skandinavien und Ost-Europa.

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