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17.03.2017

16:22 Uhr

Luftangriff im Roten Meer

31 Flüchtlinge sterben bei Bootsangriff

Nicht nur über das Mittelmeer versuchen Flüchtlinge ihre Heimatländer zu verlassen. Auch im Roten Meer steigen Menschen in Boote, um vor dem Krieg zu fliehen. Doch auch dort sind sie nicht vor Angriffen sicher.

Bei einem Angriff auf ein Flüchtlingsboot sind mindestens 31 Somalier getötet worden. dpa

Luftangriff in Jemen

Bei einem Angriff auf ein Flüchtlingsboot sind mindestens 31 Somalier getötet worden.

SanaaBeim Beschuss eines Flüchtlingsbootes vor der Westküste des Jemens sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 31 Somalier getötet worden. Etwa 80 Überlebende seien in Krankenhäuser im Jemen gebracht worden, sagte IOM-Sprecher Joel Millman am Freitag in Genf. Er bezog sich dabei auf Berichte von Mitarbeitern der Organisation im Jemen.

An Bord des Schiffes seien 145 Migranten aus Somalia und dem Jemen gewesen, sagte Daoud Fadel, ein Sicherheitsbeamter des Fischereihafens der Provinz Hodeida. Das Boot sei auf dem Weg in Richtung Sudan gewesen, als es vor der Küste der Provinz von einem Militärhubschrauber angegriffen worden sei.

Krisenherde in der arabischen Welt

SYRIEN

Seit 2011 wird das Land von einem Bürgerkrieg und dem Terror des Islamischen Staates (IS) erschüttert, mehr als 400.000 Menschen kamen bereits ums Leben. Millionen wurden vertrieben.

IRAK

Der zeitweilige Vormarsch des IS hat viele Menschenleben gekostet. 2015 starben in dem zerrütteten Land mehr als 7.500 Zivilpersonen eines gewaltsamen Todes. Dieses Jahr waren es bis September mehr als 4.000.

GAZA

Seit 2008 gab es drei Gaza-Kriege. Allein während des jüngsten Konflikts im Sommer 2014 wurden mehr als 2.200 Menschen getötet.

TÜRKISCHES KURDISTAN

Im Kurdenkonflikt starben seit 1984 mehr als 40.000 Menschen. Er strahlt in Nachbarländer ab. Seit 2015 eine Waffenruhe endete, herrschen in Teilen der Südosttürkei bürgerkriegsähnliche Zustände.

JEMEN

Im Bürgerkrieg zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten sunnitischen Regierung und den schiitischen Huthi-Rebellen sind seit März 2015 mehr als 4.000 Zivilisten getötet worden.

SINAI

Das ägyptische Militär kämpft auf der Halbinsel gegen das Terrornetzwerk Islamischer Staat. Hunderte Menschen starben seit 2011 bei Anschlägen radikaler Islamisten auf der Halbinsel und in Kairo.

LIBYEN

Libyen ist nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 in Chaos und Bürgerkrieg versunken. Das Land gilt als Sammelbecken für IS-Kader aus dem Kerngebiet in Syrien und dem Irak.

Die Region im Westen des Jemens wird überwiegend von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert. Im Jahr 2014 hatten die Huthis große Teile des Nordjemens eingenommen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Seit März 2015 fliegt Saudi-Arabien zusammen mit verbündeten sunnitisch-arabischen Staaten Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt die international anerkannte sunnitische Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi.

Die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba machte die von Saudi-Arabien geführte und von den USA unterstützte Koalition für den Angriff auf das Flüchtlingsboot verantwortlich.

In den vergangenen Jahren machen sich immer mehr Menschen auf die Flucht vor dem Bürgerkrieg. In kleinen Fischerbooten versuchen sie, die Meerenge zu überqueren, die das Rote Meer vom Indischen Ozean trennt. Während die meisten Flüchtlinge aus dem Jemen nach Süden in Richtung Dschibuti fliehen, versuchen Flüchtlinge aus Afrika das Rote Meer in Richtung Ägypten zu überqueren.

In der Provinz Hodeida waren erst vor rund einer Woche mindestens 22 Zivilisten bei einem Luftangriff auf einen Marktplatz getötet worden. In den vergangenen Tagen hatten die Vereinten Nationen eindringlich vor einer Hungerkrise im Jemen gewarnt.

Von

dpa

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