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02.04.2011

18:40 Uhr

Luftangriffe

Kämpfe stürzen Libyen ins Chaos

Die libyschen Rebellen werden nicht nur von Gaddafis Truppen bedrängt. Durch die unklare Lage kam es jetzt auch zu einem Luftangriff durch alliierte Maschinen. Zehn Menschen kamen um.

Das Chaos der Kämpfe nahe Brega wird an diesem Checkpoint deutlich. Quelle: dpa

Das Chaos der Kämpfe nahe Brega wird an diesem Checkpoint deutlich.

BregaDer Kampf um die libysche Ölstadt Brega nimmt zunehmend chaotische Züge an. Mitten in einer verwirrenden Lage am Boden flog die internationale Allianz einen Luftangriff auf Ziele am Rande der Stadt und tötete dabei mindestens zehn Rebellen. Die Aufständischen machten am Samstag unterschiedliche Angaben, wie es zu dem Beschuss gekommen war.

Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi setzten ihre Angriffe auf Brega auch am Wochenende fort. Sie beschossen die Küstenstadt in der Nacht zum Samstag mit Raketen. Kämpfe am westlichen Stadtrand hielten auch noch am frühen Morgen an.

Hunderte Freiwillige auf Seiten der Rebellen flüchteten vor dem Beschuss in Richtung Adschdabijah. Am späten Nachmittag sammelten sich die Kämpfer aber wieder am östlichen Stadtrand und warteten dort auf die Lieferung schwerer Waffen, mit denen sie einen neuen Vorstoß unternehmen wollten. Am Himmel waren gelegentlich Flugzeuge zu hören. Das staatliche Fernsehen berichtete von nächtlichen Luftangriffen auch auf die westlichen Städte Choms und Arrudschban, bei denen Zivilisten getötet worden seien.

In Brega wurden bei dem Nato-Angriff am Freitagabend nach Angaben der Aufständischen bis zu 14 Menschen getötet worden. Mindestens vier Fahrzeuge wurden von den Raketen getroffen, darunter auch ein Rettungswagen. Sie standen ausgebrannt am Rande einer Straße an der östlichen Zufahrt zu der Stadt. Männer beteten an direkt am Angriffsort ausgehobenen Gräbern, die mit Fahnen in den Rebellenfarben rot, schwarz und grün bedeckt waren. 

Einige Aufständische machten Handlanger Gaddafis dafür verantwortlich, dass die Rebellen-Gruppe das Feuer der Allianz auf sich zog. „Einige von den Leuten Gaddafis haben sich unter die Aufständischen geschmuggelt und mit Luftabwehr-Waffen in die Luft geschossen“, sagte Mustafa Ali Omar. „Dann kamen die Nato-Kräfte und haben sie angegriffen.“ Andere sagten, Kämpfer aus den eigenen Reihen hätten aus Versehen in die Luft geschossen und damit den Angriff provoziert. „Wir haben selbst den Fehler gemacht“, sagte einer der Rebellen. Eine Nato-Sprecherin in Brüssel erklärte, die Militärallianz werde die Angaben überprüfen.

Trotz des Vorfalls appellierten die Rebellen an die internationalen Kräfte, mit den Angriffen nicht nachzulassen. „Man darf den großen Zusammenhang nicht aus den Augen verlieren“, sagte ein Sprecher im Rebellen-Hauptquartier in der östlichen Stadt Benghasi. „Fehler passieren, aber worauf es ankommt, ist, dass wir Gaddafi loswerden.“

Seit Beginn der alliierten Luftangriffe vor zwei Wochen haben die gut ausgerüsteten und ausgebildeten Gaddafi-Truppen wiederholt Vorstöße der Rebellen entlang der Küstenstraße von Bengasi in den Westen des Landes zurückgeschlagen. Brega wechselte mehrfach die Kontrolle. Die Aufständischen haben zuletzt bei Bewaffnung und Organisation aufgeholt, sind jedoch insgesamt unterlegen. Dies schürte Spekulationen über eine stärkere Unterstützung der Gaddafi-Gegner aus dem Ausland. Nach den Kämpfen der vergangenen Tage sah es so aus, als ob das Land auf ein militärisches Patt zwischen den Truppen Gaddafis und den Rebellen zusteuert.

Einen Vorschlag der Rebellen zur Waffenruhe wies das Regime in Tripolis zurück. Die Forderung, die Soldaten sollten sich aus den Städten zurückziehen, sei verrückt, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim am Freitag. Die Truppen würden das nicht tun.

Von

rtr

Kommentare (3)

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aruba

03.04.2011, 07:13 Uhr

Guten Tag,.... Haben Sie mal Krieg oder noch Schlimmer ,... Buergerkrieg erlebt. Ich ... ja; vor ueber 35 Jahren. Alle tragen Raeuberzivil oder Schlafanzuege, alle haben Waffen. Die Uniformierten sind schlimmer als die Banditen. Alte Rechnungen werden beglichen. Jeder Moerder nennt sich Patriot. Die Weissen scheissen sich die Hosen voll;... dabei waren sie bis vor einigen Tagen noch Gut-Freund mit jedem Drecksack. es endet immer gleich. Furchtbares Gemetzel und das groesste aller Schweine laesst mann laufen oder ins Exil ziehen. Der Teufel hole alle. besten Dank

Markus

03.04.2011, 09:43 Uhr

Und die Menschen lassen sich weiter das alles gefallen.
Wählen immer wieder die verlogenen und korrupten Politiker.
Geben die VERANTWORTUNG ab aus bequemlichkeit, dummheit und desinteresse
Sehr bald kommt das große Jammern und Wehklagen - nämlich dann wenn es endlich kracht- weltweit - geplanterweise !!!!
Aber die Menschen habe es sich wohl verdient

Morchel

03.04.2011, 10:49 Uhr

Der Mensch ist böse es liegt in seiner natur. Genug hat der Bauer auf sein Wagen, niemals der Börsianer. was ich den Engländern, Franzosen, Amerikanern sebst Belgien hoch anrechne schnell stellten sie sich auf die Seite des Scwachen, denn mit diesen Gaddafi kann sich niemand mehr abgeben. Was geschen sollte ist die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens. Dann kommts glaubwürdig rüber. Da DE da nicht mitmacht ist selbstverständlich wo es sich doch auch im eigenen Land damit brüsten kann gegen die schwachen in der Gesellschaft zu treten.

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