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28.05.2011

14:32 Uhr

Luftangriffe

Nato nimmt Tripolis stärker ins Visier

Die Nato verstärkt die Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis – und will nun auch Kampfhubschrauber einsetzen. Auch diplomatisch soll der Druck erhöht werden

Gaddafi-Anhänger protestieren vor einer zerstörten Villa des Diktators in Tripolis. Quelle: dpa

Gaddafi-Anhänger protestieren vor einer zerstörten Villa des Diktators in Tripolis.

TripolisDie Nato nimmt in Libyen verstärkt Tripolis ins Visier. Am Samstag flog die Allianz nach fünf Nächten in Folge auch am hellen Tage einen Luftangriff auf die Hauptstadt, was bislang selten vorkam. Am Vormittag erschütterte eine schwere Explosion die Stadt. Unklar war, ob es sich um einen Raketen- oder Bombeneinschlag handelte. Auch weitere Informationen lagen zunächst nicht vor. In der Nacht zuvor hatte die Nato nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens und des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija erneut mehrere Ziele in Tripolis bombardiert. Die Nato griff zum Wochenende nach Berichten des libyschen Staatsfernsehens auch Misda im Süden an. Dabei kamen dem Sender zufolge Menschen zu Schaden. 

Tripolis ist eine Hochburg von Machthaber Muammar Gaddafi, der seit mehreren Monaten versucht, einen Aufstand gegen seine 41-jährige Herrschaft gewaltsam niederzuschlagen. Die Nato unterstützt mit ihren Luftschlägen faktisch die Rebellen. Das Bündnis bereitet inzwischen auch erstmals den Einsatz von Kampfhubschraubern vor, um Gaddafis Bodentruppen gezielter angreifen zu können. 

Es lägen Anzeichen vor, dass die Kampagne gegen Gaddafi zunehmend in Schwung komme, sagte der britische Premierminister David Cameron am Freitag auf einem G8-Gipfel im französischen Deauville. „Also ist es richtig, dass wir den militärischen, den wirtschaftlichen und den politischen Druck erhöhen.“ Unterstützung erhält die Nato dabei überraschend nun auch von Russland. Präsident Dmitri Medwedew - bislang ein entschiedener Kritiker des seit zehn Wochen andauernden internationalen Militäreinsatzes - schlug am Rande des Treffens in Frankreich einen neuen Ton an, als er sagte, Gaddafi „muss weg“. Zugleich kündigte er an, einen Sondergesandten nach Libyen zu schicken.

Von

rtr

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