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14.10.2014

13:18 Uhr

Luftschlag gegen PKK

Türkei bombardiert kurdische Rebellen

Der Konflikt zwischen Türken und Kurden droht zu eskalieren: Die türkische Luftwaffe hat Stellungen kurdischer Rebellen im Südosten des Landes angegriffen. Zuvor sollen Kurden einen Militärposten angegriffen haben.

Kampfjet vom Typ F-16: Die türkische Luftwaffe greift kurdische Rebellen im Südosten des Landes an. Reuters

Kampfjet vom Typ F-16: Die türkische Luftwaffe greift kurdische Rebellen im Südosten des Landes an.

IstanbulVor dem Hintergrund heftiger Kämpfe um die Kurdenstadt Kobane in Syrien bombardiert die türkische Luftwaffe einem Medienbericht zufolge PKK-Stellungen in der Türkei. Wie die Zeitung „Hürriyet“ am Dienstag berichtete, flogen F-16- und F-4-Kampfflugzeuge Angriffe gegen Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Südosten des Landes.

PKK-Kämpfer hätten zuvor mehrfach eine Polizeistation in Daglica in der Grenzregion zum Irak unter Beschuss genommen, schrieb die Zeitung. Es sei der „erste umfassende Luftschlag“ gegen die PKK gewesen, seit die Organisation im März vergangenen Jahres einen Waffenstillstand erklärt hatte.

Erdogan und der IS: Der Mann mit den zwei Gesichtern

Erdogan und der IS

Der Mann mit den zwei Gesichtern

Kobane steht kurz davor, an den IS zu fallen – und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan lässt die Terrormiliz gewähren. Das schürt die Wut im eigenen Land. Der Türkei droht ein neuer Kurdenkrieg.

Der PKK, die eng mit den in Kobane kämpfenden kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Syrien verbunden sind, seien mit den Luftschlägen „schwere Verluste“ zugefügt worden. Die verbliebenen Rebellen hätten das Weite gesucht. Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Zwischen den USA und der türkischen Regierung gibt es derzeit Streit über die Nutzung türkischer Stützpunkte durch die US-geführte internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Regierung in Ankara lehnt einen Alleingang mit Bodentruppen in Nordsyrien ab. Die Türkei pocht auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad richtet.

Kommentare (57)

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Herr Theo Gantenbein

14.10.2014, 10:52 Uhr

Erdogan ist halt ein lupenreiner Demokrat, der seinen Platz in Europa verdient hat.

Herr Fred Meisenkaiser

14.10.2014, 11:03 Uhr

Damit hat sich Erdogan klar auf die Seite der IS gestellt. Nun bin ich gespannt auf die Reaktion der Europäer!

Herr C. Falk

14.10.2014, 11:20 Uhr

Für Erdogan und die Türkei gibt es zwei Hauptfeinde, die Kurden und Assad. Die Kurden müssen ruhig gestellt werden, entweder durch Gewalt oder mit leichten Zugeständnissen, also Zuckerbrot und Peitsche, Assad muß beseitigt werden.

Der IS ist für die Türkei ein Bauer im Schachspiel, den man nach Belieben einsetzten kann oder auch nicht, so wie es die pol. Lage erfordert.

Der IS ist sunnitisch, Erdogan ist ebenfalls sunnitisch, Assad ist Alavite. Die Alaviten sind traditionell Gegner der Sunniten und Verbündete der Schiiten.

Das Spiel in der Region ist einerseits machtpolitisch
bestimmt, andererseits laufen die Linien der Auseinandersetzung in den Spannungsbögen der verschiedenen Fraktionen innerhalb des Islam, sind also religiös motiviert.

Das sollte man wissen, um zu einer objektiven Beurteilung zu kommen.


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