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27.11.2013

10:32 Uhr

Luftverteidigungszone

China „beobachtet“ US-Bomber über umstrittener Inselgruppe

Die USA sind mit zwei B-52-Bombern in Chinas neue „Luftverteidigungszone“ geflogen. Das Reich der Mitte hat mit Gelassenheit reagiert. Die Flugzeuge seien „beobachtet“ worden, heißt es aus dem zuständigen Ministerium.

Senkaku auf Japanisch, Diaoyu auf Chinesisch: Die Inselgruppe sorgt für Dauerzoff. ap

Senkaku auf Japanisch, Diaoyu auf Chinesisch: Die Inselgruppe sorgt für Dauerzoff.

PekingMit Gelassenheit hat China darauf reagiert, dass zwei US-Bomber vom Typ B-52 unvorangemeldet durch die neu eingerichtete „Luftverteidigungszone“ über dem Ostchinesischen Meer geflogen sind. Die US-Flugzeuge seien „beobachtet“ und „identifiziert“ worden, sagte der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Gen Yansheng, am Mittwoch. Im Prinzip erwartet die Volksrepublik China neuerdings, dass alle Flugzeuge, die in diese Zone eindringen, zuvor ihre Flugroute und die staatliche Zugehörigkeit mitteilen. Zudem sollen sie eine fortlaufende Funkkontrolle gewährleisten.

„China ist in der Lage, seinen Luftraum effektiv zu kontrollieren“, sagte der Ministeriumssprecher in Peking. Aus Regierungskreisen in Washington verlautete am Dienstag, der Überflug der B-52-Bomber sei als Teil eines Routinemanövers in der Region „lange geplant“ gewesen.

Senkaku-Inseln: USA schicken Bomber in umstrittenes Seegebiet

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Die USA schalten sich im Inselstreit zwischen China und Japan ein: Ohne Ankündigung haben sie zwei Langstreckenbomber in das Gebiet geschickt. Die Anspannung in dem rohstoffreichen Seegebiet steigt deutlich.

Die beiden unbewaffneten Bomber starteten den US-Angaben zufolge von einem Stützpunkt auf dem US-Überseegebiet Guam im Pazifik und erreichten in der Nacht zum Dienstag das vermeintliche Sperrgebiet über einer umstrittenen Inselgruppe. Der Flug verlief den Angaben zufolge „ohne Zwischenfälle“, die Bomber landeten wieder sicher auf Guam. Am Montag hatte das Weiße Haus die Einrichtung der „Luftverteidigungszone“ durch China als „unnötig aufrührerisch“ kritisiert.

Peking erhebt seit Jahren Anspruch auf die von Tokio kontrollierte Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird. Die chinesische Regierung entsendet immer wieder Kriegsschiffe in das Gebiet um die unbewohnten Inseln. Angesichts der aufgeheizten Stimmung besteht international die Sorge, dass es zwischen den beiden Ländern eine militärische Konfrontation geben könnte.

Das chinesische Verteidigungsministerium hatte am Samstag erklärt, die „Luftverteidigungszone“ solle dem „Schutz vor möglichen Luftangriffen“ dienen. Peking veröffentlichte Anweisungen, welche die Flugzeuge in der betroffenen Zone unter Androhung militärischer Mittel künftig zu beachten hätten. Die Regierung in Tokio erklärte, dass sie die „Luftverteidigungszone“ nicht anerkennen werde. Japan ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA im pazifischen Raum.

Von

afp

Kommentare (1)

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RumpelstilzchenA

27.11.2013, 12:49 Uhr

China soll auf der Hut sein. Amerikaner sind wie unberechenbare aggressive Kampfhunde zu betrachten - zumindest was die obere Führungsschicht anbelangt!

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