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04.09.2012

14:11 Uhr

Luis de Guindos

„Schlacht um Europa wird in Spanien geschlagen“

VonAnne Grüttner

ExklusivTrotz Krise hat Spanien bisher noch keine offizielle Hilfe beantragt. Im Interview spricht Finanzminister Luis de Guindos über die Bedeutung des Euro und die Rolle seines Landes im Kampf um die europäische Währung.

Luis de Guindos ist Wirtschaftsminister von Spanien. Reuters

Luis de Guindos ist Wirtschaftsminister von Spanien.

MadridHandelsblatt: Herr Minister, Spanien kann sich nur noch zu hohen Zinsen Geld leihen. Wie lange hält Madrid das noch aus?

Luis de Guindos: Spanien hat nie den Marktzugang verloren, aber natürlich schlagen sich diese Risikoaufschläge in den Finanzierungskosten des öffentlichen Sektors nieder. Und nicht nur das: Solche hohen Zinssätze erschweren auch die Finanzierung der gesamten Volkswirtschaft, was die Erholung erschwert.

Was muss geschehen, damit die Finanzierungskosten sinken?

In den Zinsaufschlägen von Spanien oder Italien sind etwa 200 Basispunkte durch Zweifel an dem Projekt Euro begründet, das steht auch in den Berichten des IWF und der EZB. Wir müssen deshalb die Bankenunion und die Fiskalunion vorantreiben. Und natürlich müssen wir die Haushaltsdefizite reduzieren und Wirtschaftsreformen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durchziehen.

Aber die Bankenunion steht frühestens Anfang nächsten Jahres, muss nicht schneller etwas geschehen? Aber die Bankenunion steht frühestens Anfang nächsten Jahres, muss nicht schneller etwas geschehen?

Wenn Sie auf die Intervention der EZB auf dem Anleihemarkt anspielen: Die spanische Regierung respektiert die Unabhängigkeit der Notenbank absolut. Wir teilen aber auch die Diagnose der EZB, dass die derzeitigen Risikoprämien unter anderem ein Ausdruck dafür sind, dass grundsätzliche Zweifel am Euro bestehen.

Die EZB wird aber nur intervenieren, wenn die Länder ein Hilfsgesuch an den EU-Rettungsfonds stellen.

Die spanische Regierung teilt die Ansicht, dass die Reduzierung des öffentlichen Defizits und der Schuldenabbau mittel- und langfristig die fundamentalen Instrumente gegen die Krise sind. Die EZB kann diese Anstrengungen nicht ersetzen. Aber derzeit gilt es, die Zweifel über den Euro auszuräumen und klarzumachen, dass der Euro irreversibel ist. Dafür könnte es kurzfristig nötig sein, dass die EZB agiert.

Wann wird Spanien Hilfe beantragen?

Erst einmal müssen die Bedingungen geklärt sein, ich denke nach dieser und der nächsten Woche werden wir schon sehr viel klarer sehen. Die EZB-Ratssitzung diese Woche und die Sitzung der Euro-Finanzminister in zwei Wochen werden da Klärung bringen.

Kommentare (6)

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Ben-Wa

04.09.2012, 14:32 Uhr

"Schlacht um den Euro". O Gott, das ist analog der Wortwahl der Nazis 1945. "Euro irreversibel"... ja, kennt man alles. Das letzte Aufgebot wird aufgestellt.
Die Katastrophe ist damit nicht aufzuhalten.

Account gelöscht!

04.09.2012, 14:39 Uhr


Die internationale Mafia schlägt noch viele lukrative Schlachten angesichts solcher "Volkssturmtrollländern"...

Soll mal einfach seine steuerfreien korrupten Parteigänger einfangen.... Bevor er andere auf Linie bringt....

Tabu

04.09.2012, 14:46 Uhr

ich habe keine Zweifel, dass der ESM in den nächsten Monaten die Arbeit aufnimmt. Ich weiß, dass es in einigen Ländern verfassungsrechtliche Fragen gibt, aber es herrscht politische Einigkeit, dass der ESM bald in Kraft treten muss.
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Aha..dazu hier aus einem Artikel vom Mai 2012 aus dem Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/standard-und-poors-spanien-hat-zu-viele-banken/6572782-2.html

Man könnte den Eindruck gewinnen, man befinde sich im Bankenzentrum Frankfurts, und nicht in einem der Viertel in San Sebastián, wo Obdachlose vor heruntergekommenen Supermärkten schlafen. Das Problem wird hier ganz deutlich: Spanien ist bereits seit Jahren over-banked, das Land hat zu viele Banken.

Und nun noch mal zu der martialischen Drohgebärde der
Pleitiers..
Luis de Guindos
„Schlacht um Europa wird in Spanien geschlagen“

Das behaupten die Griechen rein geopolitisch von sich auch.
Da wird sich angeboten wie auf dem Basar..kauft unseren
Ramsch..
Italiens Monti droht ja auch ziemlich dreist..und über
diese schwebt Frankreichs Hollande..nur stark mit
seinen Brüdern des Südens..
Was könnte Europa stark sein,hätte es diese Brut nicht
an der Brust..



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