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07.06.2012

20:15 Uhr

Luis María Linde

Technokrat soll Spaniens Zentralbank führen

Inmitten der heftigen Bankenkrise bekommt Spanien einen neuen Zentralbank-Gouverneur. Dessen Bürde ist es nun, den Finanzsektor zu sanieren. Ohne Milliardenhilfen aus Brüssel wird er wohl nicht auskommen.

Luis Maria Linde, hier auf einem Foto aus dem Jahr 1992, soll drei Jahre lang die spanische Zentralbank führen. dpa

Luis Maria Linde, hier auf einem Foto aus dem Jahr 1992, soll drei Jahre lang die spanische Zentralbank führen.

MadridDer Technokrat und frühere Regierungsbeamte Luis María Linde wird neuer Gouverneur der spanischen Zentralbank. Dies gab Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Donnerstag im Madrider Parlament bekannt. Der 67-Jährige tritt die Nachfolge von Miguel Angel Fernández Ordóñez an, der in der kommenden Woche aus dem Amt scheiden wird. Die Amtszeit des bisherigen Zentralbankchefs läuft eigentlich erst im Juli ab, aber nach einem Zwist mit der Regierung hatte Fernández Ordóñez seinen Abschied um einen Monat vorgezogen.

Der neue Gouverneur der Zentralbank (Banco de España) übernimmt sein Amt in einer schweren Krise des spanischen Bankensektors. Spanien wird für die Sanierung maroder Geldhäuser wahrscheinlich Hilfen in Milliardenhöhe von der EU benötigen. Dem Vorgänger wurde vorgeworfen, die massive Vergabe von Immobilienkrediten durch die spanischen Geldhäuser nicht rechtzeitig gebremst zu haben. Außerdem wurde ihm angekreidet, dass er seine Zustimmung zur Gründung der Großbank Bankia gab, die heute im Zentrum der Krise steht.

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Das Institut entstand vor gut einem Jahr aus einem Zusammenschluss von sieben Banken.

Linde wird nur drei Jahre im Amt bleiben, weil er dann die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht. Er war Beamter im spanischen Wirtschaftsministerium gewesen, hatte von 1987 bis 2000 in der Zentralbank die internationale Abteilung geleitet und später als Spanien-Direktor für die Interamerikanische Entwicklungsbank gearbeitet.

Offiziell muss er noch von König Juan Carlos zum Gouverneur ernannt werden. Dies gilt aber als eine Formalität. Nach spanischen Medienberichten wäre es der Europäischen Zentralbank (EZB) lieber gewesen, wenn José Manuel González-Páramo, der bis Mai dem EZB-Direktorium angehörte, den Posten bekommen hätte.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Realwerteinvestment

07.06.2012, 20:49 Uhr

Was, gar kein ehemaliger Goldman Sucks Mitarbeiter. Das kann ja nur schief gehen. Aber da werden die Amis bald einen neuen Regierungschef in Spanien einsetzen, welcher Goldman Suckers-Erfahrung hat, und Spanien für den totalen Ausverkauf vorbereitet. Wer wird diese Rolle in Deutschland übernehmen?

Account gelöscht!

07.06.2012, 21:36 Uhr

Otmar Issing-er ist 'Goldman Sachs Senior Advisor for Europe'.Es gibt noch ein Paar Ex-Bundesbank Funktionäre die für GS arbeiten-die Auswahl ist groß.

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