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28.06.2012

17:43 Uhr

Luxemburger Notenbankchef

Yves Mersch zieht in EZB-Direktorium ein

Yves Mersch, Chef der luxemburgischen Notenbank, wird neues Mitglied des EZB-Direktoriums. Der 62-jährige Zentralbanker gilt als Urgestein der Währungsunion - und als Verfechter von stabilitätsorientierter Geldpolitik.

Yves Mersch (rechts) mit dem ehemaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet.

Yves Mersch (rechts) mit dem ehemaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet.

Frankfurt/BrüsselLuxemburgs Notenbankchef Yves Mersch übernimmt den freien Platz im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB). Das sagten zwei Vertreter der Euro-Zone am Donnerstag zu Reuters. Dies sei beim EU-Gipfel in Brüssel verabredet worden. Der 62 Jahre alte Zentralbanker nimmt den Platz des Spaniers Jose Manuel Gonzalez-Paramo ein, der bereits Ende Mai nach acht Jahren turnusmäßig den sechsköpfigen EZB-Vorstand verlassen hatte. Seitdem war der Platz vakant, weil sich die Regierungen, die das Besetzungsrecht haben, nicht auf einen Kandidaten einigen konnten.

Yves Mersch ist ein Urgestein der Europäischen Währungsunion. Gemeinsam mit dem französischen Notenbankchef Christian Noyer sitzt er so lange im für die Geldpolitik entscheidenden EZB-Rat wie kein anderer Zentralbanker in Europa. Die Notenbank des kleinen Luxemburgs führt der 62 Jahre alte Jurist seit ihrer Gründung Ende der 90er.

Wenn Mersch seine Karriere jetzt nach einer langen Hängepartie mit dem Einzug ins sechsköpfige Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) krönen kann, zieht auf den ersten Blick ein Verbündeter der stabilitätspolitischen Tradition der Bundesbank in den Vorstand der Euro-Notenbank ein.

Allerdings darf Bundesbank-Präsident Jens Weidmann wiederum auch nicht hoffen, dass Mersch in den kommenden acht Jahren eine Art „Nibelungentreue" zu den hehren Prinzipien der Bundesbank an den Tag legen wird. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gab der Jazzfan mit dem Schnauzbart vor ein paar Monaten zu Protokoll, stabilitätsorientierte Geldpolitik sei für ihn beileibe „kein deutscher Exportartikel, der den anderen aufgezwungen würde". Ein Vermittler ist er, sagen die, die ihn näher kennen; einer, der durch Wissen, Erfahrung und politisches Geschick überzeugt, der alle wieder an einen Tisch holt im Zweifelsfall und den Konsens sucht; einer, der um Rat gefragt wird; kein Dogmatiker, sondern ein Pragmatiker.

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