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10.05.2016

16:42 Uhr

LuxLeaks-Skandal

Haftstrafen für zwei Angeklagte gefordert

Die Vorwürfe reichen von Diebstahl und Verletzung von Geschäftsgeheimnissen bis zur Verletzung des Berufsgeheimnisses. Zwei Ex-PwC-Berater und ein Journalist müssen sich nach den LuxLeaks nun vor Gericht verantworten.

Journalist Edouard Perrin (v.l.) soll freigesprochen werden, den ehemaligen PwC-Mitarbeitern Raphael Halet and Antoine Deltour drohen Haftstrafen. AFP; Files; Francois Guillot

Die drei Angeklagten im LuxLeaks-Prozess

Journalist Edouard Perrin (v.l.) soll freigesprochen werden, den ehemaligen PwC-Mitarbeitern Raphael Halet and Antoine Deltour drohen Haftstrafen.

LuxemburgIm Prozess um die Enthüllungen im LuxLeaks-Skandal hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag gegen zwei Angeklagte eine Haftstrafe beantragt. Die Anklagebehörde forderte jeweils 18 Monate Haft für die beiden ehemaligen Mitarbeiter der Unternehmensberatung PwC. Der dritte Angeklagte, ein Journalist, solle hingegen freigesprochen werden. Das Urteil in dem Verfahren wird nicht vor Mitte Juni erwartet.

Die Vorwürfe gegen die drei angeklagten Franzosen reichen von Diebstahl und Verletzung von Geschäftsgeheimnissen bis zur Verletzung des Berufsgeheimnisses. Die beiden ehemaligen Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers (PwC), Antoine Deltour und Raphaël Halet, werden beschuldigt, tausende Dokumente über die dubiosen Steuerpraktiken multinationaler Konzerne in Luxemburg entwendet und an den Journalisten Edouard Perrin weitergegeben zu haben.

Die Dokumente enthüllen, wie Luxemburg den Großkonzernen dabei half, Milliarden an Steuerzahlungen zu vermeiden. Perrin berichtete im Mai 2012 als erster über die dubiosen Praktiken, ohne dass dies großes Aufsehen erregte.

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Erst die LuxLeaks-Enthüllungen des internationalen Recherchenetzwerks ICIJ knapp zwei Jahre später sorgten europaweit für Wirbel. Das Recherchenetzwerk hatte Ende 2014 aufgedeckt, dass rund 340 Unternehmen mit Luxemburg für sie teils extrem vorteilhafte Steuerabsprachen getroffen hatten.

Diese erlaubten ihnen, ihre Steuern in dem Großherzogtum auf teils ein Prozent zu drücken und damit in anderen Ländern Steuern zu sparen. Zu den Konzernen gehörten Apple, Ikea und Pepsi. Nach den Enthüllungen leitete die EU-Kommission Prüfverfahren zum Steuergebaren mehrerer Konzerne ein.

Von

afp

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