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07.03.2014

15:14 Uhr

Macheten-Massaker im Kongo

Weltstrafgericht spricht Ex-Warlord schuldig

Mit Gewehren und Macheten marschierte die Miliz in das Dorf Bogoro im Kongo ein. Mehr als 200 Menschen wurden niedergemetzelt. Den Befehl soll der Warlord Germain Katanga gegeben haben – nun wurde er schuldig gesprochen.

Der berüchtigte Warlord Germain Katanga trägt den Beinamen „Simba“ (Löwe). dpa

Der berüchtigte Warlord Germain Katanga trägt den Beinamen „Simba“ (Löwe).

Den HaagDer Internationale Strafgerichtshof hat den ehemaligen kongolesischen Warlord Germain Katanga für Beihilfe an einem Massenmord schuldig gesprochen. Im erst dritten Urteil seines zwölfjährigen Bestehens sprach das Weltstrafgericht ihn jedoch am Freitag in Den Haag vom Vorwurf der Rekrutierung von Kindersoldaten und der Vergewaltigung frei. Das Strafmaß wird bei einer späteren Sitzung festgelegt.

Der ehemals berüchtigte Warlord mit dem Beinamen „Simba“ (Löwe) leistete nach Ansicht der Richter einen „entscheidenden Beitrag“ zu schweren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er wurde insbesondere für ein Massaker im Dorf Bogoro Anfang 2003 verurteilt.

Der in einen blauen Anzug gekleidete 35-jährige Familienvater folgte der Verlesung des Urteils konzentriert, aber ohne Zeichen von Emotionen. Zunächst schien es so, als würde er ebenso wie bereits Ende 2012 sein mitangeklagter Ex-Milizenchef Mathieu Ngudjolo Chui freigesprochen.

Bei sechs Anklagepunkten lautete das Urteil „Freispruch“. Es sei nicht erwiesen, dass Katanga tatsächlich absolute Befehlsgewalt über die Miliz „Kräfte des patriotischen Widerstands in Ituri“ hatte, stellten die Richter fest. Doch dann kam es doch zum Schuldspruch. Denn während des Prozesses war die Anklage um Beihilfe und Komplizenschaft erweitert worden.

Nach knapp 75 Minuten forderte der Vorsitzende Richter Bruno Cotte den Angeklagten auf, sich zu erheben. Kerzengerade, die Hände hinter dem Rücken gefaltet, nahm er das Urteil fast wie einen militärischen Befehl entgegen. „Das Gericht spricht Germain Kantaga mehrheitlich schuldig, für Komplizenschaft bei den Verbrechen am 24. Februar 2003.“

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