Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2011

01:04 Uhr

Haitis Ex-Präsident Jean Bertrand Aristide (rechts) und seine Frau Mildred (Mitte) bei der Ankunft in Haiti. Quelle: dpa

Haitis Ex-Präsident Jean Bertrand Aristide (rechts) und seine Frau Mildred (Mitte) bei der Ankunft in Haiti.

Port-au-PrinceZwei Tage vor der Wahl des neuen Staatsoberhauptes Haitis ist der 2004 gestürzte Präsident Jean-Bertrand Aristide nach Port-au-Prince zurückgekehrt.

Unmittelbar nach der Landung auf dem Flughafen der Hauptstadt meldete er am Freitag Ansprüche an und forderte, seine Bewegung Fanmi Lavalas wieder in die Politik aufzunehmen. Die Bewegung ist nicht zur Wahl am Sonntag zugelassen.

Mit der Präsidentenwahl sollen endlich die Weichen für den Beginn des Wiederaufbaus des erdbebenzerstörten Landes gestellt werden. Um das höchste Amt im ärmsten Land Amerikas bewerben sich in der Stichwahl die ehemalige First Lady Mirlande Manigat (70) und der Musiker und Unterhaltungskünstler Michel Martelly (50). Sie waren als die beiden Erstplatzierten aus dem ersten Wahlgang im November vergangenen Jahres hervorgegangen. Die 4,7 Millionen Wahlberechtigten entscheiden zudem über die Zusammensetzung des aus Senat und Unterhaus bestehenden Kongresses.

Internationale Organisationen äußerten die Befürchtung, dass durch Aristides Anwesenheit die Lage in Haiti zusätzlich destabilisiert werden könnte. Vor allem die USA wollten verhindern, dass Aristide noch vor der entscheidenden Stichwahl zurückkehrt. Bereits im Januar hatte der ehemalige Diktator Jean-Claude Duvalier mit seiner überraschenden Rückkehr für Aufregung in Haiti gesorgt.

Aristide war am Morgen zusammen mit seiner Frau Mildred und Freunden an Bord einer Sondermaschine aus dem südafrikanischen Exil zurückgekehrt. Auf dem Flughafen von Port-au-Prince wurde er nach Angaben lokaler Medien vom Generalsekretär des Nationalpalastes, Fritz Longchamps, begrüßt. Seine Rückkehr wurde von langer Hand vorbereitet. Die internationale Presse war schon vor Tagen immer wieder nach Port-au-Prince gebeten worden, um über die Heimkehr des Ex-Präsidenten zu berichten.

Aristide war 2004 durch eine Rebellion gestürzt worden. Der ehemalige Armenpriester hinterließ ein wirtschaftlich und politisch zerrüttetes Land. Im Februar hatten mehrere Tausend Anhänger Aristides bei Demonstrationen in Port-au-Prince dessen Heimkehr und Neuwahlen gefordert. Aristides seit Februar 2004 unbewohnte Residenz in Tabarre wurde bereits für die Rückkehr des Hausherrn herausgeputzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×