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08.01.2010

09:53 Uhr

Machtkampf

Argentiniens Präsidentin feuert Zentralbank-Chef

In Argentinien ist der Machtkampf um die Verwendung von Währungsreserven zwischen der Regierung des Landes und der Zentralbank eskaliert. Die peronistische Präsidentin Cristina Kirchner setzte den Präsidenten der Zentralbank, Redrado, kurzerhand ab.

Und tschüs: Christina Kirchner hat den argentinischen Zentralbankchef abgesetzt. Reuters

Und tschüs: Christina Kirchner hat den argentinischen Zentralbankchef abgesetzt.

HB BUENOS AIRES. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez hat im Streit um Währungsreserven den Zentralbankchef des südamerikanischen Landes gefeuert. Die Regierungschefin unterzeichnete am Donnerstag ein Dekret, das die Absetzung des Notenbankgouverneurs Martin Redrado besiegelt. Das Staatsoberhaupt wirft dem Banker Fehlverhalten und Pflichtversäumnis vor.

Zuvor war es zwischen Notenbank und Regierung zum offenen Disput gekommen. Redrado hatte den von Fernandez geforderten Rücktritt abgelehnt. Redrado weigerte sich, ausländische Währungsreserven in Höhe von 6,6 Mrd. Dollar freizugeben. Mit dem Geld wollte die Präsidentin die steigenden Zahlungsverpflichtungen Argentiniens bedienen. Als Interimschef soll der derzeitige Vize-Präsident der Zentralbank, Miguel Pesce, einspringen.

Als Redrados Nachfolger schlug die Regierung Mario Blejer vor, der die Zentralbank bereits von 2001 bis 2003 während der schweren Wirtschaftskrise in Argentinien geleitet hatte.

Aus Kreisen der Bank verlautete später, Redrado werde der Anweisung der Präsidentin zwar folgen, aber rechtliche Schritte gegen seine Entlassung einleiten.

Redrado war 2004 unter Cristina Kirchners Amtsvorgänger und Ehemann Nestor Kirchner ins Amt gekommen. Seine Amtszeit sollte eigentlich im September enden.

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