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12.08.2013

17:22 Uhr

Machtkampf in Ägypten

Räumung von Pro-Mursi-Lager vorerst verschoben

Die Räumung der Protestlager in Kairo bleibt vorerst aus. Die Regierung will offenbar ein Blutvergießen vermeiden und verschiebt den Polizeieinsatz. Ein Aufeinandertreffen mit den Islamisten scheint unausweichlich.

Ägypten

Pro-Mursi-Camps sollen geräumt werden

Ägypten: Pro-Mursi-Camps sollen  geräumt werden

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KairoDie ägyptische Regierung verzichtet vorerst auf eine gewaltsame Räumung der beiden Protestlager von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi. Die Auflösung der Camps vor einer Moschee und einer Universität sei verschoben worden, um ein Blutvergießen zu vermeiden, sagte ein Mitarbeiter der ägyptischen Sicherheitskräfte am Montag. Derweil verlängerte ein Richter Mursis Untersuchungshaft um weitere 15 Tage.

Der Aufschub der Räumung sei beschlossen worden, nachdem die Pläne an die Medien durchgesickert seien, hieß es zur Begründung. Ein Behördenvertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, die Polizei habe geplant, die Protestlager ab Montagmorgen einzukreisen. Am Sonntagabend hatten die Behörden den Mursi-Anhängern ein Ultimatum gestellt, ihre Stellungen freiwillig aufzugeben. Da die Mursi-Anhänger dies ablehnen, war mit einer harten Konfrontation gerechnet worden. Nun könnte sich die Lage in Kairo fürs Erste wieder entspannen.

Die Sicherheitskräfte bereiteten sich derweil auf Zusammenstöße mit den Islamisten vor, die weiter hinter ihren selbst errichteten Barrikaden ausharren. Aus Kreisen den Innenministeriums verlautete zuvor, dass Sanitäter bereit stünden, um etwaige Verletzte zu versorgen. Es wird erwartet, dass eine Spezialeinheit der Bereitschaftspolizei die Räumung vornehmen soll.

Nach Mursis Sturz am 3. Juli hatten die Demonstranten mitgeteilt, so lange in ihren Lagern zu bleiben, bis Mursi wieder als Präsident des Landes eingesetzt sei. Inzwischen haben die Demonstranten massive Befestigungsanlagen um ihre Stellungen errichtet. Hüfthohe Barrieren aus Zement und Holz sollen Panzerfahrzeuge daran hindern, die Camps niederzuwalzen. Straßenhändler berichteten, sie hätten Hunderte Gasmasken, Schwimmbrillen und Handschuhe an die Demonstranten verkauft, die sich für den Einsatz von Tränengas durch die Polizei rüsten wollten.

Ägypten: Protestlager in Kairo sollen geräumt werden

Ägypten

Protestlager in Kairo sollen geräumt werden

Die ägyptische Übergangsregierung will die Demonstrationen der Muslimbrüder beenden. Die Protestcamps sollen geräumt werden. Ausländische Diplomaten fürchten ein Blutvergießen.

Eine Verhandlungslösung zwischen den Islamisten und der Regierung ist bislang nicht in Sicht. Ministerpräsident Hasem al-Beblawi machte am Sonntag noch einmal klar, dass die Räumung nicht mehr zu verhindern sei. Mehrere einflussreiche Mitglieder von Mursis Muslimbruderschaft lehnten unterdessen eine Verhandlungslösung ab.

Ein ägyptisches Gericht verlängerte derweil die Untersuchungshaft gegen Mursi um 15 Tage. Richter Hassan Samir habe entschieden, dass die Ermittlungen über eine mögliche Verschwörung Mursis mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas bei einem Gefängnisausbruch 2011 noch Zeit in Anspruch nehmen würden, verlautete aus Justizkreisen.

Mursi wird vorgeworfen, mit der Hamas zusammengearbeitet zu haben, als er und 33 andere Mitglieder seiner Muslimbruderschaft während des Aufstands gegen Ex-Präsident Husni Mubarak aus dem Wadi al-Natrun-Gefängnis westlich von Kairo ausbrachen. Damals wurden mindestens 14 Sicherheitskräfte getötet.

Gegen Mursi war Ende Juli eine erste 15-tägige Untersuchungshaft verhängt worden. In den Wochen nach seinem Sturz hatte ihn die neue Führung des Landes zunächst ohne offizielle Anschuldigungen festgehalten. Der Ex-Präsident wird mit kaum Kontakt zur Außenwelt an einem unbekannten Ort festgehalten.

Von

ap

Kommentare (5)

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dschungelmann

12.08.2013, 08:11 Uhr

Die Mubarakisten werde nicht aufgeben. Polizei und Armee ist gedrillt auf gnadenloses Vorgehen seit 30 Jahren. Hier wird die Haelfte der Aegypter zu Terroristen erklaehrt. Nein, Herr Sissi , das wird nicht gut gehen. Um die Situation zu entschaerfen muesste Mursi umgehend freigelassen werden und oeffentlich auftreten duerfen. Ich befuercht allerdings, das er dazu wohl nicht mehr im Stande ist nach den "Befragungen". Hier ist mit Wissen und Billigung der USA und der EU eine brutale Militaerdiktatur am Werk. ALLE offentlichen Aemter sind nun wieder in der Hand der Alten Garde. Die Presse totalzensiert incl. TV. Das KEINEN Mitlitaerputsch zu nennen und die Putschisten noch finanziell zu unterstuetzen ist schon ein starkes Stueck. Die MB koennen nicht zurueck und wollen nicht. Verstandlich. Sofortige Neuwahlen mit ALLEN Kandidaten ist die einzige Loesung. Aber das ist nicht im Sinne des Westens. so wird der offene Buergerkrieg immer warscheinlicher.

elly

12.08.2013, 10:20 Uhr

@dschungelmann
aber gerade Neuwahlen hat die überwiegende Mehrheit der Ägypter vor dem Einsatz des Militärs gefordert!!!!!
Wer war dagegen???????
Mursi mit seinen Anhängern!

Also sich jetzt in der Opferrolle so darstellen als wenn alles so gut gelaufen wäre in Ägypten, ist mehr als daneben!

Warum wollen wohl die Muslimbrüder nicht an den Verhandlungstisch?
Sie bleiben stur und wollen die Konfrontation, denn das ist es was ihnen wohl mehr dient!

Nicht das Wohl des gesamten Volkes ist ihnen wichtig und dazu zählen auch Menschen die gegen einen sogenannten Gottesstaat sind!

So einer Partei kann kein Land anvertraut werden, die in ihrem gelenkten und jetzt geschlossenen TV zu Mordaufrufen fähig ist!

Account gelöscht!

12.08.2013, 10:42 Uhr

@elly

Der Westen ist nicht in der Position zu urteilen und zu bewerten welcher Partei nun ein Land anvertraut werden kann und welcher nicht.

Man kann sich nicht als Gott und Richter aller Reusen aufspielen.

Nursi ist demokratisch legitimiert und wenn es die Ägypter selber nicht hinbekommen, Pech dann muss es in einem Bürgerkrieg final geklärt werden. Es ist aber ausschließlich Sache der Ägypter, - nicht des Westens der vermeint die politische Architektur des Nahen Ostens zu gestalten.

Und machen wir uns nichts vor - allem im Sinne und zu Gunsten Israels !!!

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