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18.02.2014

07:17 Uhr

Machtwechsel in Italien

Renzi strebt an die Spitze der Regierung

Italien wartet auf eine Entscheidung von Staatspräsident Napolitano. Wer soll neuer Regierungschef werden? An diesem Montag könnte die Ungewissheit ein Ende haben. Denn Favorit Renzi hat einen Termin im Quirinale-Palast.

Matteo Renzi bastelt offenbar schon an seinem neuen Kabinett. AFP

Matteo Renzi bastelt offenbar schon an seinem neuen Kabinett.

RomNach mehrtägigen Konsultationen mit Vertretern der Parteien über eine neue Regierung ist Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano nun am Zug. Er empfängt am Montagmorgen den Chef der Demokratischen Partei (PD), Matteo Renzi, in seinem Quirinale-Palast. Der 39-Jährige gilt nach dem Rücktritt seines Parteifreunds Enrico Letta am Freitag als Favorit für das Amt des Ministerpräsidenten. Es wird daher erwartet, dass Napolitano ihm den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erteilt.

Am Sonntag traf der Staatspräsident überraschend noch keine Entscheidung. Zuvor hatte er sich am Freitag und Samstag mit Vertretern aller wichtigen Parteien getroffen, um über die Regierungsbildung zu reden. Die Oppositionsparteien Lega Nord und die 5-Sterne-Bewegung (M5S) hatten die Gespräche aus Protest gegen das außerparlamentarische Ende der Regierung boykottiert.

Politaufsteiger Renzi, der bisher Bürgermeister von Florenz war, kann voraussichtlich mit der selben Koalition regieren wie Letta, den er in einem innerparteilichen Machtkampf zum Rücktritt bewegt hatte. Nach seinem Treffen mit Napolitano am Montag dürfte er mit der formalen Suche nach einer Mehrheit im Parlament beginnen, noch in dieser Woche sein neues Kabinett präsentieren und sich danach den Vertrauensabstimmungen in den beiden Parlamentskammern stellen. Er wäre der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte Italiens.

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Renzi bastelte Medienberichten zufolge schon an seinem neuen Kabinett, traf sich am Wochenende mit einigen Kandidaten. Spekuliert wird unter anderem über eine Beteiligung von Ferrari-Chef Luca di Montezemolo. Dabei sollen sich den Berichten zufolge für Renzi erste Schwierigkeiten auf dem Weg zur Macht aufgetan haben - so verliefen die Gespräche nicht alle nach seinen Wünschen, wie es heißt.

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