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05.02.2017

09:33 Uhr

Macron in Lyon

Zwischen Rockkonzert und Kirchentag

VonThomas Hanke

Frankreichs Präsidentschaftskandidat Macron schafft bei seiner Rede in Lyon einen neuen Zuschauerrekord für den laufenden Wahlkampf. Als einer der wenigen französischen Politiker bezieht er sich positiv auf Deutschland.

Frankreichs politisches System könne von „einer Lepra“ befallen werden, die die Demokratie gefährde. dpa

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron während einer Wahlkampfveranstaltung in Lyon

Frankreichs politisches System könne von „einer Lepra“ befallen werden, die die Demokratie gefährde.

Emmanuel Macron wird als das „freie Elektron“ der französischen Politik beschrieben, weil er keiner der klassischen Parteien angehört. Wenn die Metapher zutrifft, dann hat das Elektron am Wochenende einen höheren Orbit erreicht. 16 000 Menschen haben nach eigenen Angaben an seinem Meeting in Lyon teilgenommen. Selbst wenn es ein paar Tausend weniger waren, ist es ein neuer Rekord für den laufenden Wahlkampf.

Der 39-jährige Ex-Wirtschaftsminister profitiert von einer Dynamik, die durch den Finanzskandal des früheren konservativen Favoriten François Fillon verstärkt wird. Macron erscheint von Woche zu Woche mehr als der Politiker, der den Aufstieg der rechtspopulistischen Marine Le Pen stoppen und ihren Wahlsieg verhindern kann.

Front National: Die Partei von Nebenan

Front National

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In Lyon feiert der Front National seinen Wahlkampfauftakt. Von Rassismus und dumpfer Anti-Migranten-Rhetorik ist nichts mehr zu hören. Stattdessen präsentiert sich die Partei als wählbare Alternative für normale Bürger.

Der Sportpalast im Süden von Lyon war bereits gerammelt voll, als noch tausende Franzosen vor der Halle warteten. Macron schnappte sich ein Mikro, gesellte sich zu den Wartenden und tröstete sie: „Die Veranstaltung wird in zwei anderen Hallen live übertragen, und ihr könnt sagen, dass ihr dabei gewesen seid.“

Lyon ist am Wochenende Schauplatz eines Duells, eigentlich einer Auseinandersetzung zu Dritt: Macron am Samstag, die rechtspopulistische Front National am Samstag und Sonntag und Jean-Luc Mélenchon mit seiner Linksfront am Sonntag. Marine Le Pen stellt die Grundzüge ihres Programms vor, das sich vor allem um nationale Souveränität und Präferenz für nationale Produkte und Arbeitskräfte dreht. Mélenchon muss versuchen, nicht weiter hinter den ebenfalls ganz links angesiedelten Kandidaten der Sozialisten Benoît Hamon zurückzufallen, der ihn überholt hat. Und für Macron ging es darum, zu beweisen, dass er sich dauerhaft als einer der Top-Favoriten dieser Wahl etabliert hat.

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