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28.12.2016

15:55 Uhr

Madrid

Erstmals Fahrverbote wegen dicker Luft

Smog-Alarm in Europas Städten: In Paris sorgen sich Ärzte, in Madrid verhängt das Rathaus Fahrverbote. Fahrzeuge mit Nummernschildern, die auf eine gerade Zahl enden, müssen stehen bleiben. Nicht die einzige Maßnahme.

Madrid kämpft gegen die anhaltende Luftverschmutzung. AFP; Files; Francois Guillot

Unter einer Glocke

Madrid kämpft gegen die anhaltende Luftverschmutzung.

Verschmutze Luft setzt den Bewohnern in Spaniens Hauptstadt Madrid zu. Die Folge: Erstmals wurde ein Fahrverbot für bestimmte Autos und Lkw verhängt. Fahrzeuge mit Nummernschildern, die auf eine gerade Zahl enden, dürfen am Donnerstag zwischen 6.30 Uhr und 21 Uhr innerhalb des Autobahnrings M-30 nicht bewegt werden. Das teilte Vizebürgermeisterin Marta Higueras mit.

Erst an diesem Mittwoch war in Madrid der Smogalarm „2“ in Kraft getreten. Auf den Stadtautobahnen und den Zufahrtsstraßen wurde das Tempolimit von normalerweise 90 auf 70 Kilometer pro Stunde gesenkt. Außerdem durften nur Anwohner in der Innenstadt parken. Diese Einschränkungen, die es in Madrid erstmals Ende 2015 gegeben hatte, sollen auch am Donnerstag andauern. Wie lange die einzelnen Einschränkungen nach dem Donnerstag in Kraft bleiben, werde von den nächsten Messungen abhängen, sagte Higueras.

Ein Hochdruckgebiet hatte dazu geführt, dass sich über der Stadt eine Dunstglocke bildete und erhöhte Werte des Schadstoffs Stickstoffdioxid gemessen wurden. In Madrid regiert seit eineinhalb Jahren die linke Bürgermeisterin Manuela Carmena. Die früheren konservativen Stadtregierungen hatten bei Smog keine Verkehrs-Einschränkungen angeordnet.

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Die Pariser schnappen nach Luft, während ihre Verantwortlichen sich im Polit-Kindergarten streiten. Seit einer Woche hält über der Hauptstadtregion eine Kuppel aus warmer Luft die Schadstoffe am Boden fest.

Madrid ist nicht die erste europäische Großstadt, die mit einer extremen Luftverschmutzung zu kämpfen hat. Zuletzt hatte sich Anfang Dezember eine Smog-Glocke über die französische Hauptstadt Paris gelegt. Asthma-Patienten mussten verstärkt im Krankenhaus behandelt werden, Einwohnern wurde geraten, körperliche Aktivitäten im Freien zu begrenzen. Die Schadstoffbelastung war nach amtlichen Angaben die höchste seit zehn Jahren. In Paris und auch Lyon beschränkten die Behörden den Autoverkehr, was aber nur teilweise befolgt wurde.

Bislang waren solche Verbote vor allem aus China bekannt. In Peking und weiteren chinesischen Städten wird regelmäßig die Zahl der Autos auf den Straßen begrenzt. Zuletzt mussten vorübergehend sogar mehrere Fabriken den Betrieb einstellen lassen. Mehr als 700 Unternehmen hätten Mitte Dezember ihre Produktion in der Millionenmetropole gestoppt, berichteten chinesische Staatsmedien. Für Chinas anhaltende Luftverschmutzung werden das Vertrauen des Landes in die Kohleenergie sowie die Emissionen älterer Fahrzeuge verantwortlich gemacht.

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