Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.08.2011

20:09 Uhr

Mailänder Börse

Italienische Justiz ermittelt gegen Ratingagenturen

Ermittler durchsuchen Moody's und Standard + Poor's. Der Grund: Strafanzeigen von Verbraucherverbänden. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sich die Ratingagenturen nicht an die Regeln bei Bewertungen gehalten haben.

Im Blick der Staatsanwalt: Die italienische Justiz ermittelt gegen die Agentur. Quelle: dpa

Im Blick der Staatsanwalt: Die italienische Justiz ermittelt gegen die Agentur.

MailandMitten in der Schuldenkrise ermittelt die italienische Justiz gegen die Ratingagenturen Moody's und Standard + Poor's im Zusammenhang mit ungewöhnlichen Kursbewegungen an der Mailänder Börse. Es gehe um die Frage, ob sich die beiden Agenturen in ihrer täglichen Arbeit an die Regeln des Geschäfts gehalten hätten, teilte die Staatsanwaltschaft im süditalienischen Trani mit. Am Mittwoch hätten Ermittler Geschäftsräume der Agenturen in Mailand durchsucht und Material beschlagnahmt. S+P und Moody's betonten, sich stets korrekt verhalten zu haben, und erklärten sich zur Zusammenarbeit mit den Staatsanwälten bereit.

Den Ermittlungen liegen Strafanzeigen zweier Verbraucherverbände vor. In einer der Anzeigen wird die Veröffentlichung eines Moody's-Bericht im Mai 2010 bemängelt, in dem vor Ansteckungsgefahren der Griechenland-Krise für die italienischen Banken gewarnt wird. Die zweite Anzeige richtet gegen S+P, nachdem die Agentur im Mai dieses Jahres mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens gedroht hatte. Untersucht wird laut Staatsanwaltschaft auch, ob hinter Kursstürzen am 8. und 11. Juli kriminelle Machenschaften stecken. Damals waren viele Anleger aus Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise aus den Aktien geflüchtet.

Erst Anfang Juli hatte die italienische Börsenaufsicht Consob die Ratingagenturen Standard + Poor's und Moody's unter die Lupe genommen. Spitzenvertreter von Moody's mussten sich zu ihrer Stellungnahme vom 23. Juni äußern, in der 16 italienische Banken mit einer Herabstufung ihres Ratings gedroht wird. Zuvor hatte die Consob bereits Vertreter der US-Ratingagentur S+P zur Rede gestellt. Der italienischen Finanzaufsicht ist es dabei um die schnelle Kritik von S+P an dem jüngsten Sparpaket der Regierung von Silvio Berlusconi gegangen.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Schimanski

04.08.2011, 20:48 Uhr

Diese Klagen machen die Bewertungen von S&P nur glaubwuerdiger. Da wird gerade mit Gewalt versucht, die unangenehme Wahrheit zu korrigieren.

Rainer_J

04.08.2011, 21:07 Uhr

Für Italien wird doch alles gut wenn erstmal Herr Dracula EZB-Chef wird. Dann kauft die größte Bad Bank der Welt italienische Staatsanleihen bis zur Oberkante Unterlippe!

Ratings spielen dann eh keine Rolle mehr.

Immer_wieder

04.08.2011, 21:21 Uhr

Hör mal Rainer, Leute wie DU gehören hinter Gitter. Keine Ahnung, aber ständig dummes Zeug hier schreiben. Teilweise rassistisch, teilweise unwahr. Dann sag doch mal wer deiner Meinung für irgentetwas geiegnet ist. Hanns Werner Sinn, bist DU es am Ende vielleicht wirklich selbst ?
Europa ist mehr Wert als Du und alle deiner mitquatscher.
Leg dich endlich schlafen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×