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27.05.2017

14:33 Uhr

Manchester-Attentat

Großbritannien senkt Terrorwarnstufe

Die britische Polizei hat nach dem Anschlag in Manchester weitere Verdächtige festgenommen. Zuletzt evakuierte die Polizei ein kleineres Areal innerhalb der Stadt. Die Terrorwarnstufe wurde auf „ernst“ gesenkt.

Foto zu Manchester-Täter veröffentlicht

Was tat der Terrorist vor dem Anschlag?

Foto zu Manchester-Täter veröffentlicht: Was tat der Terrorist vor dem Anschlag?

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London/ManchesterGroßbritannien hat die Terrorwarnstufe am Samstag gesenkt. Damit gilt nicht mehr die höchste Warnstufe, „kritisch“, sondern die zweithöchste, „ernst“, wie Premierministerin Theresa May erklärte. In den Ermittlungen nach dem Terroranschlag von Manchester seien große Fortschritte erzielt worden, sagte sie. Dennoch sollten die Menschen aufmerksam bleiben.

Die Polizei in Manchester evakuiert zurzeit ein kleines Areal in der Stadt. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem Terroranschlag vom Montagabend. Es handele sich um eine „Sicherheitsmaßnahme“, twitterte die Behörde am Samstagvormittag.

Bei der Attacke auf Besucher eines Pop-Konzerts hatte ein 22-jähriger Brite libyscher Abstammung 22 Menschen ermordet. Die Polizei vermutet, dass ein Netzwerk hinter dem Anschlag steckt.

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Fünf Tage nach dem Anschlag von Manchester hat die Polizei zwei weitere Männer festgenommen. Damit befinden sich im Zusammenhang mit dem Selbstmordattentat des 22-jährigen Salman Abedi inzwischen elf Verdächtige in Gewahrsam und werden von den Ermittlern befragt. Zu den jüngsten Festnahmen kam es am Samstag im Norden der Großstadt. Nach Polizeiangaben verschafften sich die Beamten dort mittels einer kontrollierten Explosion Zugang.

Der Chef der Anti-Terror-Polizei, Mark Rowley, hatte am Freitagabend von großen Fortschritten gesprochen. Seinen Worten zufolge wurde bereits ein großer Teil des Netzwerks hinter Abedi gefasst. „Sie sind sehr wichtig, diese Festnahmen“, sagte Rowley. „Wir sind sehr glücklich, dass wir einige der Schlüsselfiguren gefasst haben, die wir im Visier hatten.“

Nach früheren Behördenangaben zählen wurden Abedis Vater sowie zwei Brüder in Großbritannien und Libyen festgenommen. Die Zeitung „Guardian“ berichtete ferner von drei Brüdern, die vermutlich Cousins des Attentäters seien. Laut „Times“ haben die Geheimdienste 23.000 dschihadistische Extremisten ausgemacht, die in Großbritannien leben.

Terror aus dem eigenen Land

„Homegrown Terrorism“

Stammt ein Attentäter aus dem angegriffenen Land – so wie beim jüngsten islamistischen Terroranschlag in Großbritannien – spricht man von „homegrown terrorism“. Übersetzt bedeutet der englischsprachige Begriff: „selbstgezüchteter Terrorismus“ oder „hausgemachter Terrorismus“.

Im Westen sozialisiert

Es kann sich bei den Tätern um Kinder von Einwanderern handeln, die über Jahrzehnte in Ländern mit westlicher Staats- und Gesellschaftsordnung sozialisiert wurden – oder um Staatsbürger, die zum Islam übertraten und sich immer weiter radikalisierten.

Radikalisierung im Netz

Die Täter kennen sich besonders gut mit der Sprache, den Regeln und der Umgebung in den Zielländern aus. Eine Radikalisierung geschieht häufig über Internetpropaganda. Gibt es eine praktische „Ausbildung“ zum Terroristen, findet sie oft in Trainingslagern im Ausland statt.

Viele Fälle in Europa

Zu den „homegrown“-Terroristen zählen etwa einige der Angreifer bei der Anschlagsserie in Paris im November 2015 unter anderem auf den Club „Bataclan“. Auch die Attacke auf die Londoner U-Bahn 2005 und die Bombenanschläge auf Pendlerzüge in Madrid 2004 werden in der Regel dem „homegrown“-Terrorismus zugerechnet.

Auch Deutschland ist betroffen

In Deutschland wird die 2007 gefasste Sauerland-Gruppe dazugezählt, die Anschläge auf Diskotheken und Flughäfen plante. Ebenso wuchsen etwa die IS-Sympathisantin Safia S., die Angreifer auf einen Sikh-Tempel in Essen und der Attentäter vom Frankfurter Flughafen, Arid Uka, in Deutschland auf.

Abedi hatte sich am Montagabend nach einem Popkonzert in die Luft gesprengt und 22 Menschen in den Tod gerissen. In Großbritannien gilt erstmals seit zehn Jahren wieder die höchste Terror-Warnstufe. Dies bedeutet, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte. Allerdings haben die Sicherheitsbehörden nach eigener Auskunft keine konkreten Hinweise auf Anschlagsgefahren für Großveranstaltungen an diesem Wochenende. Darunter sind Fußball-Pokalfinal-Endspiele in London und Glasgow sowie eine große Laufveranstaltung in Manchester.

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