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15.12.2013

17:11 Uhr

Mandela-Begräbnis

Würdevoller Abschied von einem großen Staatsmann

VonWolfgang Drechsler

Die Familie und die engsten Angehörigen haben Abschied genommen von Nelson Mandela, der in seinem Heimatort Qunu bestattet worden ist. Die große Prominenz sparte sich fast durchgehend die weite Reise in die Provinz.

Der große Abschied am Grab von Nelson Mandela. Reuters

Der große Abschied am Grab von Nelson Mandela.

KapstadtSanft fällt der Hang ins Tal hinab, sanft steigt er auf der anderen Seite wieder empor, bis er in der Ferne an den weiten Himmel stößt. Von der Anhöhe über Qunu fällt der Blick auf die vom Regen der letzten Tage getränkten Maisfelder und auf Dutzende von Rundhütten, die sich wie weiße Farbkleckse in die Landschaft schmiegen. Ganz unten in der Senke, direkt neben der Nationalstraße 2, liegt ein mächtiges sandfarbenes Haus, das bis vor einem Jahr der Alterssitz des Mannes war, um den die ganze Welt seit zehn Tagen trauert – und der gestern hier in einer Mischung aus Staatsakt und Stammeszeremonie zu Grabe getragen wurde. Bis in die ersten Dezembertage des vergangenen Jahres hat Nelson Mandela hier seinen Ruhestand verbracht. Wegen einer lebensgefährlichen Lungeninfektion musste er dann nach Johannesburg verlegt werden, wo er am 5. Dezember an den Folgen der Krankheit aber auch an Altersschwäche verstorben war.

Gleich neben dem Haus, das sich Mandela hier 1999 bauen ließ und das eine fast exakte Kopie der Unterkunft ist, in dem er im Victor Verster-Gefängnis von Paarl das letzte Haftjahr verbrachte, haben Arbeiter in der letzten Woche ein gigantisches Festzelt aus dem Boden gestampft. „Komm heim, Mandela, die Sonne ist untergangen“, wehklagten Frauen, als die Entourage aus Motorrädern und Militärfahrzeugen am Samstag Nachmittag seinen Alterssitz in Qunu erreichte, wo der Sarg mit Mandelas Leichnam die letzte Nacht verbrachte.

Zu Tausenden hatten die Menschen, viele von ihnen in der traditionellen Kluft der hier ansässigen Xhosa, zuvor entlang der Route gestanden, auf der Mandelas Leichnam am Samstag vom Flughafen der heruntergekommenen Provinzhauptstadt Mthatha ins 30 km entfernte Qunu gebracht worden war.

In dem Festzelt selbst hatte am Sonntag Vormittag der erste Teil der Beerdigungsfeier stattgefunden, zu der fast 4500 geladene Gäste aus aller Welt auf das Familienanwesen Mandelas gekommen waren, darunter der britische Thronfolger Prinz Charles und die US-Talkshow-Moderation Oprah Winfrey. Im Inneren des Zeltes war ein überlebensgroßes Porträt Mandelas aufgebaut, vor dem 95 Kerzen brannten – eine für jedes Lebensjahr Mandelas. Mitglieder der Familie hatten am Leichnam eine Nachtwache gehalten. Im Morgengrauen war der in eine südafrikanische Fahne gehüllte Sarg dann auf einer Lafette von seinem Wohnsitz in das nahgelegene Großzelt gezogen worden.

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