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18.11.2014

17:03 Uhr

Margrethe Vestager

EU-Kommissarin will Steuerdeals bekämpfen

ExklusivDie neue EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will die teils umfangreichen Steuerprivilegien in der EU bekämpfen. Sie nimmt neben Luxemburg, den Niederlanden und Irland nun auch weitere Länder ins Visier.

Margrethe Vestager droht mit neuen Ermittlungsverfahren wegen Steuererleichterungen für Unternehmen. Reuters

Margrethe Vestager droht mit neuen Ermittlungsverfahren wegen Steuererleichterungen für Unternehmen.

BrüsselDie neue EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will massiv gegen Steuerprivilegien für Unternehmen in der EU vorgehen. „Es könnte neue Ermittlungsverfahren geben“, sagte die Dänin dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Wegen unerlaubter steuerlicher Beihilfen hatte Vestagers Vorgänger Joaquin Almunia bereits vier Verfahren eröffnet. Betroffen sind Luxemburg, die Niederlande und Irland.

Vestager nimmt nun weitere Länder ins Visier. „Wir haben auch Großbritannien, Belgien, Malta und Zypern um Informationen zu bestimmten Unternehmen gebeten. In diesen Fällen könnte es zu neuen Ermittlungsverfahren kommen. So wie es auch zu weiteren Verfahren in den drei Ländern, in denen es derzeit schon welche gibt, kommen kann“, sagte Vestager.

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In Luxemburg hat sich der Verdacht der EU-Wettbewerbsbehörde auf unerlaubte steuerliche Beihilfen für den Online-Händler Amazon und die Finanztochter des Autokonzerns Fiat offenbar erhärtet. „In beiden Fällen – also Amazon und Fiat – gibt es ernste Zweifel daran, ob diese Unternehmen genauso behandelt wurden wie andere Unternehmen in einer vergleichbaren Lage“, sagte Vestager.

Das vollständige Interview mit Margrethe Vestager finden Sie als Digitalpass-Kunde hier zum Download.

Von

rut

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

18.11.2014, 17:40 Uhr

Nachdem schon etliche nationale Unternehmen aus den jeweiligen Ländern vertrieben wurden, sind nun die anderen dran.

Weil es in der Welt niemanden gibt, der solchen Blödsinn wirklich mit zu machen bereit ist - übers bloß verbale hinaus -, schaut man draußen grinsend zu, wie sich national und europäisch die Ländern in der EU selbst kastrieren.

Niemand außerhalb der EU durfte hoffen, daß soviel Idiotie tatsächlich irgendwo auf der Welt clustert.

Mensch Meier

18.11.2014, 17:45 Uhr

Es sollte jedem Land frei stehen, die Steuern für die "Underlyings" (Umsätze, Mehrwerte, Einkommen etc.) die einen Bezug zum eigenen Land haben frei zu gestalten und auf diese Weise auch einen Steuerwettbewerb zu haben. Hier sollten die Länder/Unternehmen etc. entsprechend in der Nachweispflicht sein, dass solch ein Bezug besteht. Was nicht geht, ist die Kapitalfreizügigkeit zu missbrauchen, um ohne realwirtschaftliche Notwendigkeit zu versteuernde Underlyings "künstlich" in fremde Steuerrechtsräume zu verlagern. Alternativ könnte man natürlich auch jedem Steuersubjekt insbesoner jedem Bürger die Freiheit einräumen, sich in dem für ihn günstigsten Steuerrechtsraum versteuern zu lassen.

Herr Roland Hegglin

18.11.2014, 17:48 Uhr

Da hat die gute Frau aber viel zu tun. den sie muss alle Länder untersuchen. Die Gängigste form von Steueroptimierung ist, bei neu Eröffnung vom Unternehmen, gewährt der Staat für 10 Jahren einen reduzierten Steuersatz. Nach 10 Jahren, wechseln die Unternehmen den Namen und melden es als neues Unternehmen an, und weiter geht es für die nächsten 10 Jahre mit der Steueroptimierung. Und das ganz Legal.

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