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08.02.2017

16:31 Uhr

Mariano Rajoy und Donald Trump

Der unterwürfige Spanier

VonSandra Louven

Der spanische Premier hat dem amerikanischen Präsidenten angeboten, zwischen ihm und der EU sowie Südamerika zu vermitteln. Dabei passt diese Rolle auf kaum jemanden so schlecht wie auf Rajoy. Ein Kommentar.

Der spanische Premier Mariano Rajoy bietet sich als als Brückenbauer für die EU zu Donald Trump an. AFP; Files; Francois Guillot

Vermittler Rajoy?

Der spanische Premier Mariano Rajoy bietet sich als als Brückenbauer für die EU zu Donald Trump an.

MadridDie konfrontative „America First“-Politik  des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump erregt weltweit die Gemüter. Nun bietet sich der spanische Premierminister Mariano Rajoy als Brückenbauer an: Er hat am Dienstagabend mit Trump telefoniert und vorgeschlagen, zwischen ihm und Europa sowie Südamerika zu vermitteln.

Das Angebot dürfte auf keiner Seite für Begeisterung sorgen. Rajoy ist für den Posten gleich doppelt ungeeignet: Weder seine Persönlichkeit noch seine Verankerung innerhalb der EU machen aus ihm einen geschickten Diplomaten.

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In Spanien ist Rajoy bekannt für einsame Entscheidungen, in die er oft nicht einmal seine engsten Mitarbeiter einbindet. Ein spanisches Sprichwort lautet: „Triffst Du einen Galicier auf der Treppe, weißt du nie, ob er hoch oder runter geht.“ Rajoy ist in Galicien geboren und tatsächlich rätselt oft das ganze Land, was in dem Mann vorgeht. Diese Eigenschaft ist nicht gerade hilfreich für jemanden, der in stürmischen Zeiten internationale Brücken schlagen will.

Im eigenen Land hat sich der Premier zudem alles andere als diplomatisch gezeigt: Den Konflikt mit der nach Unabhängigkeit strebenden Region Katalonien trieb er durch seine harte Haltung und seine Weigerung zum Dialog aufs Äußerste. Derzeit steht der ehemalige katalanische Ministerpräsident Artur Mas vor Gericht, weil er gegen das Veto aus Madrid 2014 eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit abgehalten hatte.

Auch innerhalb der EU tut sich Rajoy nicht gerade als Sprachrohr hervor. Bei Debatten über europäische Themen übernehmen seine Kollegen aus Deutschland, Frankreich und Italien wesentlich aktivere Rollen.

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Hinter Rajoys überraschendem Angebot dürfte vor allem der Versuch stecken, es sich mit den wichtigen USA nur ja nicht zu verscherzen. Für spanische Unternehmen ist Südamerika ein bedeutender Absatzmarkt. Deshalb hat Rajoy ein besonderes Interesse daran, dass der Konflikt zwischen den USA und Mexiko über den Bau der Mauer nicht weiter eskaliert. Während andere EU-Regierungschefs wie Angela Merkel oder Francois Hollande sich kritisch gegenüber Trumps Politik äußerten, blieb Rajoy handzahm. Doch Servilität löst keine Konflikte.

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