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04.11.2011

19:28 Uhr

Marktturbulenzen

IWF-Chefin sieht Italiens Glaubwürdigkeit als Hauptproblem

Anleger meiden Italien, die Risikoaufschläge für Staatsanleihen steigen, die Aktienkurse fallen. „Fehlende Glaubwürdigkeit“, meint Christine Lagarde, Chefin des IWF, der die Finanzen des Landes künftig überwachen wird.

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds. AFP

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds.

Cannes, BariDie Probleme Italiens an den Finanzmärkten sind nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) durch einen Mangel an Glaubwürdigkeit zu erklären. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte am Rande des G-20-Gipfels im französischen Cannes, dies werde sowohl von der italienischen Regierung als auch ihren Partnern so gesehen. Den angekündigten italienischen Maßnahmen gegen die Krise fehle es an Glaubwürdigkeit, fügte sie hinzu.

Italien hatte in Krisensitzungen am Rande des zweitägigen G-20-Gipfels zugestimmt, seine Finanzen künftig nicht nur von der EU-Kommission, sondern auch vom IWF überwachen zu lassen. Die zuständigen IWF-Experten sollen nach Angaben Lagardes bis Ende des Monats in Italien ihre Arbeit aufnehmen. Geplant seien vierteljährliche Berichte. Durch die Einschaltung des international angesehenen IWF soll das Vertrauen der Märkte gestärkt werden. Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi betonte in Cannes, dass er ein IWF-Angebot für Hilfsgelder als „nicht notwendig“ abgelehnt habe.

Die Zinsen für italienische Staatsanleihen stiegen um 0,32 Prozentpunkte auf die Rekordmarke von 6,43 Prozent. Zinsen über sieben Prozent gelten als langfristig nicht tragbar. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte in Cannes, die Europäische Zentralbank und der Rettungsfonds könnten helfen. „Die EZB und der Fonds stehen bereit, falls dies nötig ist. Italien ist nicht allein“, sagte er.

Der italienische Präsident Giorgio Napolitano rief die Parteien zum Schulterschluss auf, um die schwere Vertrauenskrise zu meistern. Die Antwort auf die Krise könne nicht allein von der Regierung kommen, sagte Napolitano am Freitag im süditalienischen Bari. Das Land stehe im Zentrum der Sorgen der europäischen sowie internationalen Institutionen und Ministerpräsident Silvio Berlusconi müsse seine Reformverpflichtungen schnell umsetzen.

Kommentare (12)

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DolceVita

04.11.2011, 20:51 Uhr

Warum um alles in der Welt sollten sich die italienischen Politiker durch Sparmassnahmen beim Volk unbeliebt machen ???
Es gibt doch die EZB und den "Fonds" !

Mein Eindruck ist, das Glaubwürdigkeitsproblem in der Eurozone ist systembedingt. Na ja, solange der deutsche Dumm-Michel sich von seinen Politikern für blöd verkaufen lässt...

Deutschland-wird-ausverkauft

04.11.2011, 22:25 Uhr

Was heisst hier "Sarkozy: Die EZB steht bereit" ????? Das heisst, die grösste europäische Schlechtbank, EZB, kauft italienische nahezu-Wertlospapiere zum Nennwert auf. Die Bezahlung erfolgt aus der Notenpresse - frische Euro-Druckbögen am laufenden Kilometer. Und anschliessend haftet und zahlt Deutschland mit seiner EZB-Einlage für die Uneinbringlichkeit italienischer Wertlospapiere ! Ein Skandal ! Und: Herr Sarkozy quatscht das mal eben so daher - und keiner fährt ihm in die Parade.

RoadRunner

04.11.2011, 23:03 Uhr

die Franzosen sind gaaanz tief im Sumpf der Suedeuropaer.

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