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29.01.2012

19:00 Uhr

Marktwirtschaftliche Reformen

Kuba „aktualisiert“ seinen Kommunismus

Die Kommunistische Partei Kubas will private Initiativen zulassen, um so ihre kriselnde Wirtschaft zu bekämpfen. Dies sei eine „Aktualisierung“ des sozialistischen Modells, ohne „Konzession an den Feind“.

Das Bild, das von der kubanischen Nachrichtensite Cubadebate veröffentlicht wurde, zeigt die Nationale Parteikonferenz der kommunistischen Partei in Havanna. dpa

Das Bild, das von der kubanischen Nachrichtensite Cubadebate veröffentlicht wurde, zeigt die Nationale Parteikonferenz der kommunistischen Partei in Havanna.

HavannaDie Kommunisten Kubas haben am Sonntag eine Reorganisation ihrer Partei beschlossen. Zum Abschluss der zweitägigen Nationalen Parteikonferenz unter der Leitung von Staats- und Parteichef Raul Castro verabschiedeten sie ein Grundsatzdokument, mit dem die Mitglieder auf die Wirtschaftsreformen mit marktwirtschaftlichen Elementen eingestimmt werden sollen.

Die Konferenz war einberufen worden, nachdem der VI. Parteikongress im April 2011 mit seinen Leitlinien zur Wirtschaftspolitik eine „Aktualisierung“ des kubanischen sozialistischen Modells eingeleitet hatte. Diese sehen die Zulassung privater Initiative im Wirtschaftsleben des Karibikstaates vor, der seit fünf Jahrzehnten kommunistisch regiert wird.

Castro, der am Sonntag zum Abschluss der Veranstaltung zu den Delegierten sprach, hatte zuvor Forderungen nach weitergehenden politischen und gesellschaftlichen Reformen erneut eine klare Absage erteilt. Die Konferenz sei eine interne Veranstaltung der Partei, sagte er. Bereits am Samstag hatte sein Stellvertreter die Botschaft der Konferenz beschrieben: „Wir setzen die notwendigen Veränderungen fort, aber ohne die kleinste Konzession an den Feind.“

Am Samstag hatten die über 800 Delegierten aus allen Parteiorganisationen in vier Arbeitsgruppen über Aufgaben und Methoden der Partei, deren politische und ideologische Tätigkeit, Führungsfragen und die Beziehungen zu den Massenorganisationen wie den Gewerkschaften und den Jugendverbänden beraten. Obwohl die Parteikonferenz in der Verfassung als Regierungsinstrument Kubas vorgesehen ist, war sie nie zuvor einberufen worden.

In dem Dokument ist vor allem von einer Stärkung der Partei und der Perfektionierung ihrer Arbeit die Rede. Angesichts der Veränderungen müsse vor allem die Mentalität im Parteileben „modifiziert“ werden, heißt es an einer Stelle. „Sie ist eine psychologische Barriere“, die an Dogmen und obsoleten Kriterien festgeklammert sei. Die Parteistrukturen sollen durch entsprechende Reformen wieder besser und zuverlässiger funktionieren.

Die Partei nimmt sich vor, ihre Beziehungen zu den Massenorganisationen, wie den von ihr kontrollierten Gewerkschaften und der kommunistischen Jugend zu verbessern. Kritik und Selbstkritik sollen gefördert, die Korruption bekämpft und die Arbeit der ebenfalls von der Partei kontrollierten Medien verbessert werden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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schlingel

29.01.2012, 19:15 Uhr

Kommunismus und Planwirtschaft - ein Erfolgsmodell.

q.e.d.

roterkaufmann

29.01.2012, 19:31 Uhr

kommunismus & marktwirtschaft - ein erfolgsmodell

siehe china

p.n.o.

OccupyWallStreet

29.01.2012, 20:07 Uhr

Jetzt wird der neoliberale Kapitalismus auch noch in Kuba eingeführt. Wann merkt die politische Elite endlich, dass die Verssklavung der Menschen durch das Kapital und die Bankster keine Lösung ist. Das Streben nach Profit zerstört die Welt und lässt die Massen verarmen. Nordkorea bleibt nunmehr als letztes Land übrig, in welchem Gerechtigkeit und menschenwürdige Gleichheit herrscht.

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