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08.09.2011

06:58 Uhr

Marktzugang

EU-Firmen beklagen hohe Hürden in China

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die Öffnung des Marktes in China kommt langsamer voran als versprochen. Unternehmen aus der Europäischen Union fordern ein Ende der Benachteiligung. Die Liste ihrer Sorgen ist lang.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao: Unternehmen aus der Europäischen Union haben im Reich der Mitte mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen. dpa

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao: Unternehmen aus der Europäischen Union haben im Reich der Mitte mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen.

PekingDie EU-Handelskammer in Peking fordert eine gerechtere Behandlung für ausländische Unternehmen auf dem chinesischen Markt. „Viele Barrieren sind nach wie vor sehr stark“, sagte Kammerpräsident Davide Cucino am Donnerstag in Peking. „Wir wollen keine Vorzugsbehandlung, legen aber Wert auf faire Gleichbehandlung mit unseren chinesischen Konkurrenten.“

Europäische Unternehmen könnten viel zur Entwicklung und Modernisierung Chinas beitragen – doch sie sollten auch die Chance erhalten, ihr Potenzial zu entfalten, so Cucino. Um die Situation zu verbessern, fordert die Kammer von der EU den Abschluss eines europäisch-chinesischen Investmentvertrages, der die Spielregeln für beide Seiten klärt.

Die Liste der Sorgen ist lang. Im Finanzsektor dürfen ausländische Banken weiterhin maximal 20 Prozent an chinesischen Instituten übernehmen. Viel zu wenig, findet die EU-Handelskammer. Mehr Möglichkeiten für den Markteinstieg internationaler Geldhäuser könnte einen gesunden Schub an Innovation und Konkurrenz bringen.

Auch das Baugewerbe ist unglücklich mit den Standortbedingungen. Um eine  Lizenz zu erhalten, müssen die Baufirmen Referezen für vollendete Projekte im chinesischen Inland vorweisen. Doch ohne Lizenz dürfen sie dort erst gar nichts bauen. „Das ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei“, sagt Cucino.

Wesentlich virtuellere Branchen sehen sich ebenfalls mit Barrieren konfrontiert: Anbieter von Kommunikations- und Informationstechnik müssen die Quellcodes ihrer Software offenlegen – das kommt der Aufdeckung der wichtigsten Geschäftsgeheimnisse gleich und ist für die betreffenden Firmen komplett inakzeptabel.

Die Hauptforderung der EU-Kammer: Keine Beschränkungen mehr für den Kauf chinesischer Firmen. Unabhängig von den entsprechenden Regeln der EU sollte in allen Branchen die freie Beteiligung an chinesischen Anbietern in jedem Umfang möglich sein. Auch die Praxis, in technisch anspruchsvollen Bereichen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zu verlangen, hält die EU-Kammer für überholt.

Kommentare (1)

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08.09.2011, 10:42 Uhr

Völlig richtig was die Chinesen tun. Die sind nicht so blöde, wie z. B. die Deutschen, die hier ihre alten Traditionsunternehmen, die mal unsre Vorfahren aufgebaut haben, aufkaufen lassen.
Uns gehört doch schon fast nichts mehr in unserem Land.
Was ist das auch für eine Aussage, wir, die Europäer könnten zur Modernisierung und dem Vorankommen Chinas beitragen.
Und wenn wir dann dazu beigetragen haben, übernehmen die Chinesen uns.
Mein Gott, was haben wir für Hampelmänner in der EU
Übrigens, China bekommt von der sozialistischen Merkel immer noch Entwicklungshilfe, das ist der blanke Hohn

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