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03.07.2011

13:51 Uhr

Marokko

Opposition kündigt für heute Proteste an

Die Proteste gehen weiter. Die Opposition in Marokko will trotz des klaren Volksentscheids für eine Verfassungsreform ihre Demonstrationen fortsetzen. Die Reformen gehen der Opposition nicht weit genug.

Eine Marokkanerin beim Volksentscheid. Quelle: dapd

Eine Marokkanerin beim Volksentscheid.

RabatDie Gegner von König Mohammed zeigten sich vom Sieg des Monarchen bei dem Referendum unbeeindruckt und riefen für heute zu Protesten auf. „Wir bleiben die einzige wirkliche Opposition in diesem Land, die Opposition der Straße“, hatte gestern ein Sprecher der Bewegung „20. Februar“ gesagt. Sie fordert eine parlamentarische Monarchie.

Die Wähler hatten am Freitag mit 98,5 Prozent der von Mohammed vorgelegten Verfassungsreform zugestimmt, mit der er einen Teil seiner Vollmachten an die Regierung abgibt. Allerdings bleibt der König Oberbefehlshaber der Armee. Er darf das Parlament auflösen und hat das letzte Wort in Fragen von Religion und Justiz. Außerdem sollen die Menschenrechte garantiert sowie die Stellung der demokratisch gewählten Politiker im Parlament gestärkt werden.

 Der Opposition gehen die Reformen nicht weit genug. Sie will die Schaffung einer parlamentarischen Monarchie. Damit würden König wie Regierung von gewählten Abgeordneten kontrolliert.

 Kritiker werfen der Führung des nordafrikanischen Landes zudem Wahlbetrug vor. So weisen sie darauf hin, dass nur 13 Millionen Menschen zur Teilnahme an der Volksabstimmung aufgerufen waren, obwohl in Marokko 20 Millionen Menschen im wahlberechtigten Alter leben. Die Beteiligung an der Abstimmung lag bei 73 Prozent.

Das Referendum war vor allem in den nordafrikanischen Nachbarländern genau verfolgt worden. Der 47-jährige König Mohammed hatte die Reformen nach Protesten in die Wege geleitet, die jedoch nicht das Ausmaß der Aufstände in Tunesien und Ägypten hatten. Marokko kooperiert mit westlichen Verbündeten bei Fragen der Terrorismusbekämpfung und illegalen Einwanderung. Mohammed war 1999 seinem Vater auf den Thron gefolgt, der das Land 38 Jahre regiert hatte.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Georg

03.10.2012, 18:04 Uhr

Hallo,
seit 14 Jahren besuche ich Marokko und seit ca 10 Jahren Marrakesch, wo ich mir auch eine kleine Wohnun kaufte. Inzwischen bin ich sei ca 8 Jahren mit einer Marokkanerin verheiratet und verfolge die politische Situation etwas und bin der Meinung: Ein kluger Kopf wie der König in Marokko ist, ist besser als viele Koruppte in einem Parlament. Die weiche Königsdiktatur ist im Moment das Beste, was Marokko passieren kann.

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