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28.03.2014

20:12 Uhr

Maseratis aus dem Staatshaushalt

Italien versteigert Luxuskarossen

Es sind Überbleibsel aus der Ära Berlusconi: Der italienische Staat versteigert bei eBay mehr als 150 Dienstwagen – darunter Modelle von Jaguar und Maserati. Ob sich dabei ein Schnäppchen machen lässt, bleibt abzuwarten.

Die Maseratis mit dem Dreizack sind nicht nur in Italien berühmt. Reuters

Die Maseratis mit dem Dreizack sind nicht nur in Italien berühmt.

RomItaliens Regierung macht im Kampf gegen die hohe Staatsverschuldung auch vor dem Fuhrpark ihrer Beamten nicht halt: Auf eBay versteigert sie noch bis Mitte April insgesamt 151 Dienstwagen, darunter mehrere Luxuskarossen. Ob sich dabei ein Schnäppchen machen lässt, bleibt abzuwarten.

Für einen grauen Alfa Romeo werden derzeit knapp 9.000 Euro geboten. Zu den exklusivsten Modellen dürften zwei Autos der Marke Jaguar zählen, für die die Auktion allerdings noch nicht begonnen hat. Auch neun Maseratis will die Regierung loswerden. Dabei handelt es sich um jene Fahrzeuge, die das Verteidigungsministerium italienischen Medien zufolge noch rasch bestellte, bevor die Regierung von Silvio Berlusconi auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise in der Euro-Zone zusammenbrach.

Am Schuldenberg von zwei Billionen Euro werden die Einnahmen aus der Auktion nichts ändern. Auch auf die Größe der Dienstwagenflotte wirkt sich die Maßnahme nicht wirklich aus: Die Beamten verfügen über 60.000 Dienstwagen, deren Unterhalt den Staat nach eigener Schätzung pro Jahr mehr als eine Milliarde Euro kostet.

Gerichtsbestätigung: Ämterverbot für Berlusconi

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Es ist gerichtlich bestätigt: Der frühere Regierungschef Berlusconi darf in den kommenden beiden Jahren keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden. Bei der Europawahl will er trotzdem antreten.

Die Versteigerung dürfte somit vor allem als symbolische Geste gemeint sein. Die Regierung und ihre Mitarbeiter sehen sich in der Öffentlichkeit häufig mit Vorwürfen konfrontiert, Privilegien zu genießen, während der Rest des Landes unter der schwierigen Wirtschaftslage leidet. Vielleicht hat sich der neue Ministerpräsident Matteo Renzi daher den als besonders bescheiden geltenden Papst Franziskus zum Vorbild genommen: Der wechselte kurz nach seinem Amtsantritt von einer Mercedes-Limousine auf einen Ford Focus.

Von

rtr

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