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07.12.2014

09:00 Uhr

Massaker in Mexiko

Erste Identifizierung eines Vermissten

Kaum jemand glaubt, dass die 43 Ende September in Mexiko verschleppten Studenten noch am Leben sind. Jetzt wurde der traurige Verdacht für die Familie eines der Vermissten Gewissheit.

Die Studenten waren Ende September nach einer Auseinandersetzung mit der Polizei in der Stadt Iguala verschwunden. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts sollen sie von einer Drogenbande getötet worden sein. dpa

Die Studenten waren Ende September nach einer Auseinandersetzung mit der Polizei in der Stadt Iguala verschwunden. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts sollen sie von einer Drogenbande getötet worden sein.

Mexiko-StadtMindestens einer der Ende September in Mexiko verschleppten Studenten ist tot. Argentinische Gerichtsmediziner identifizierten die Überreste des Vermissten unter den in einem Massengrab gefundenen menschlichen Knochen, wie mexikanische Medien am Samstagabend unter Berufung auf Regierungsquellen berichteten. Ein Sprecher der Familie des 19-Jährigen bestätigte das Ergebnis der DNA-Analyse. Die Knochenfragmente waren auf einer Müllhalde in Cocula, rund 14 Kilometer entfernt von der Stadt Iguala im südlichen Bundesstaat Guerrero, gefunden worden.

Bislang galten die 43 Lehramtsstudenten offiziell als vermisst. Kaum jemand glaubt aber noch daran, dass die jungen Menschen noch am Leben sind. Korrupte Polizisten hatten sie Ende September verschleppt und der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben.

Inhaftierte Bandenmitglieder gestanden, die Studenten getötet und verbrannt zu haben. Der Bürgermeister von Iguala und seine Frau sollen für die Tat verantwortlich sein. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Der Fall hat die Regierung von Staatschef Enrique Peña Nieto in eine schwere Krise gestürzt.

In den vergangenen Wochen waren Tausende Menschen aus Solidarität mit den Studenten auf die Straßen gegangen. Auch am Samstag gab es wieder Proteste in Mexiko-Stadt. Die Demonstranten werfen den Behörden vor, zu wenig für die Aufklärung des Verbrechens zu tun.

Von

dpa

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