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01.06.2012

01:20 Uhr

Massaker von Hula

Syrien verlegt sich auf Verschwörungstheorien

Für das Massaker in Hula macht Syriens Regierung Rebellen verantwortlich. Die USA weisen das als Lüge zurück. Sie betonen, dass ein Eingreifen kompliziert würde. Unterdessen reist Annan aus gutem Grund in den Libanon.

Vorbereitung für Beerdigungen nach dem Massaker von Hula (Amateurvideo-Standbild). dpa

Vorbereitung für Beerdigungen nach dem Massaker von Hula (Amateurvideo-Standbild).

Beirut/Damaskus/New York/WashingtonDie syrische Regierung hat Rebellen für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. 800 aufständische Kämpfer hätten nach einem koordinierten Angriff auf fünf Sicherheitsposten die mehr als hundert Menschen getötet, sagte der Leiter der für die Aufklärung des Massakers zuständigen Untersuchungskommission, Kassem Dschamal Suleiman, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Ziel der Tat sei gewesen, der Regierung die Tat in die Schuhe zu schieben und Spannungen zwischen den Konfessionen zu schüren, , sagte Suleiman. "Regierungstruppen haben die Gegend nicht betreten, in der das Massaker sich ereignete, weder vor dem Massaker noch danach."

Dschihad Makdissi (r.) und Kassem Dschamal Suleiman bei der Pressekonferenz am 31. Mai. Reuters

Dschihad Makdissi (r.) und Kassem Dschamal Suleiman bei der Pressekonferenz am 31. Mai.

Auch der Sprecher des syrischen Außenministeriums, Dschihad Makdissi, erklärte, die Täter hätten versucht, einen Aufruhr im Land zu provozieren. "Es gibt Leute, die Tag und Nacht in dunklen Räumen daran arbeiten, Syrien anzugreifen", sagte Makdeissi und fügte hinzu: "Sie werden keinen Erfolg haben."

Angesichts der internationalen Empörung über das Massaker in Hula - fast die Hälfte der Getöteten waren Kinder - hatte die Regierung eine eigene Untersuchung eingeleitet. Am Freitag, eine Woche nach dem Massaker, sollen in Moscheen im ganzen Land Gebete gesprochen werden, kündigte die Regierung an.

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Die USA bezeichneten die Anschuldigungen des Regimes als eine "weitere offensichtliche Lüge". Es gebe keine Beweise, die diese Darstellung unterstützten, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice. Mit "größter Wahrscheinlichkeit" seien die regimetreuen Schabiha-Milizen dafür verantwortlich gewesen. Auch Zeugen hatten berichtet, dass die Schabiha-Kämpfer das Massaker verübt hatten.

Die Region um Hula - eine Gruppe kleiner Dörfchen in der Provinz Homs - ist nach wie vor Angriffen ausgesetzt. Einige der Bewohner seien am Donnerstag geflohen, um einem möglichen neuen Massaker zu entgehen, teilten das Syrische Observatorium für Menschenrechte mit.

Kommentare (9)

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foxpro

01.06.2012, 03:37 Uhr

Libanon ist nicht gleich Libyen.
Libanesen wohnen im Libanon.
Libyer in Libyen
Peinlich.

Thomas-Melber-Stuttgart

01.06.2012, 06:59 Uhr

Tja, den USA geht das Zäpfchen, daß tatsächlich herauskommt, wer für die Taten in Al-Hula verantwortlich ist.

Account gelöscht!

01.06.2012, 07:05 Uhr

Fragt sich nur was die wirklichen Verschwörungstheorien sind - Otpor und die Geheimdienste haben mal wieder gute Arbeit geleistet -> und als nächstes muss, natürlich im Eigeninteresse der Westen wieder irgendjemand "befreien".

"USA können: nicht alle Gräueltaten in der Welt beenden" <- die Aussage ist ne frechheit an sich - sollte wohl eher heißen: die USA können nicht alle Gräultaten der Welt alleine begehen!

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