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22.01.2017

07:36 Uhr

Massendemos gegen US-Präsidenten

Millionen gegen Trump

Die USA stehen auf – gegen den Populisten Donald Trump. Mit seiner aggressiven Antrittsrede mobilisiert der US-Präsident Millionen Menschen. Allein in Washington gehen mehr als eine halbe Million Menschen auf die Straße.

US-Demos im Video

Hunderttausende gehen gegen Trumps Politik auf die Straße

US-Demos im Video: Hunderttausende gehen gegen Trumps Politik auf die Straße

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WashingtonEinen Tag nach seiner Vereidigung sind weltweit Millionen Menschen gegen US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Nach Schätzungen von Medien versammelten sich allein in Washington am Samstag mindestens 500.000 Menschen zu einem „Marsch der Frauen“. Der Verkehr im Herzen der US-Hauptstadt war fast den ganzen Tag über lahmgelegt.

Der sonst so twitterfreudige Trump äußerte sich zumindest zunächst nicht zu den Demonstrationen. Stattdessen feuerte er erneut Breitseiten gegen die „unehrlichen“ Medien und warf ihnen unter anderem vor, absichtlich falsche Angaben über die Besuchermenge bei seiner Vereidigung am Freitag verbreitet zu haben.

Mehr als eine halbe Million Menschen demonstrierte friedlich gegen Trumps Weltanschauung. Viele Teilnehmer (-innen) trugen pinkfarbene Mützen als Zeichen der Solidarität. AFP; Files; Francois Guillot

Massenprotest in Washington

Mehr als eine halbe Million Menschen demonstrierte friedlich gegen Trumps Weltanschauung. Viele Teilnehmer (-innen) trugen pinkfarbene Mützen als Zeichen der Solidarität.

Er bezog sich dabei unter anderem auf Tweets, in denen ein Bild vom Publikumsandrang bei seiner Amtseinführung neben eine Aufnahme von den Zuschauern bei der Vereidigung seines Vorgängers Barack Obama gestellt worden war. Das Foto von der Trump-Vereidigung zeigte eine leere Fläche, die auf dem vergleichenden Bild voll bevölkert war.

Trump war offenbar so erzürnt, dass er seinen Sprecher Sean Spicer in den Presseraum des Weißen Hauses schickte, um die Medien anzugreifen. Das Foto von Trumps Vereidigung sei absichtlich so ausgeschnitten, dass es die Wahrheit verzerre, sagte Spicer und sprach von einem „schändlichen“ Vorgang. „Wir werden die Medien ebenfalls zur Rechenschaft ziehen. Das amerikanische Volk hat Besseres verdient“, sagte er.

Neben der Massenkundgebung gegen Trump in Washington gab es „Schwesternmärsche“ in mehreren hundert Städten der USA und im Ausland – von London über Paris bis nach Mexiko-Stadt und Sydney in Australien. Auch in Berlin, Heidelberg, Frankfurt und München kam es zu – wenn auch viel kleineren – Demonstrationen.

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In Schätzungen war von 2,5 Millionen Protestlern weltweit die Rede und der größten Demonstration im Zusammenhang mit dem Amtsantritt eines neuen Präsidenten in der Geschichte der USA. Offiziell bestätigt wurden die Zahlen aber zunächst nicht.

Die Proteste richteten sich unter anderem gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz – sie reichten also weit über frauenspezifische Fragen hinaus. So marschierten auch zahlreiche Männer und Kinder mit.

Die Demonstrationen waren schon seit längerem geplant gewesen, aber Trumps unversöhnliche, düster-aggressiven Antrittsrede im Stil seines Wahlkampfes mobilisierte anscheinend die Menschen zusätzlich. Vielerorts wurden die Erwartungen der Veranstalter bei weitem übertroffen, so in Washington, wo zunächst mit 200.000 Demonstranten gerechnet worden war. Prominente wie die Schauspielerinnen Emma Watson, Ashley Judd und Scarlett Johansson sowie die Sängerinnen Madonna und Alicia Keys feuerten hier die Menge an.

Über der weitläufigen National Mall in der US-Hauptstadt erstreckte sich ein Meer aus rosa, spitzohrigen Mützen, auch „Pussyhats“ genannt, als Madonna auf die Bühne kam. Die 58-Jährige nahm kein Blatt vor den Mund. „Ja, ich habe schrecklich viel darüber nachgedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen“, rief Madonna. „Aber ich weiß, dass dies nichts ändern würde. Wir dürfen nicht der Verzweiflung verfallen.“ Vielmehr müsse eine „Revolution der Liebe“ her.

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